Hannoversche Straße

Die Hannoversche Straße wurde im Mittelalter „Königsweg“, später „Heerstraße“ genannt. Heute ist sie (leider) eine der vielbefahrendsten Hauptstraßen unser Stadt und eine Verbindungsstraße zur B3.

1900 bis 1920

1911 – Blickrichtung vom Schlehberg auf die Hannoversche Straße mit Blick auf das Industriegebiet

1912 – Haus-Nr. 11

1912 – Rechts die kleine Kapelle von St. Elisabeth. Links noch völlig unbebaut. Was wurde da später an Erde bewegt, auf dem heutigen Gelände von Künkel & Wagner

Blick auf das Fagus-Werk. Vermutlich ein Ausschnitt aus einem Film, das würde die schlechte Bildqualität erklären

Blick vom alten Benscheidtschen Bauplatz (Warberg) hinunter auf das Fagus-Werk und die Hannoversche Straße in den 1920er Jahren

 

Das obige historische Foto zeigt das Haus mit der Hausnummer 10 an der Hannoverschen Straße.
Viel ist über das Haus im Augenblick nicht bekannt, wir schätzen den Aufnahmezeitraum Ende der 1910er bis 1920er Jahre ein. Ein Haus, das zum Alfelder Eisenwerk gehörte, mit seiner heute leider nicht mehr vorhandenen repräsentativen Freitreppe und den beiden Bäumen vor dem Haus. Von alle dem ist heute nichts mehr zu sehen, ebenso verschwunden ist das Haus ganz links im Bild. Heute befindet sich dort eine der Werkhallen und eine Freifläche. Geblieben ist der Weg bergauf in Richtung Warberg.

Selbst die Vergleichsaufnahme in bester Gestern & Heute“-Manier aus dem Jahr 2014 hat sich zwischenzeitlich überholt, denn das Haus wurde aufwendig saniert und hat optisch dadurch mehr als gewonnen.

1920er Jahre

Sensationelle Bilder der Häuser an der heutigen Hannoverschen Straße. Links ging es noch in die Warbergstraße, dem heutigen Betriebsgelände der Firma Ammann. In dem Haus befand sich unter anderem eine Außenstelle der Reichsbank, sowie Büros der Alfelder Eisenwerke

Die obige Aufnahme, die von der Bildqualität seinesgleichen sucht, ist sogar noch älter und wurde vermutlich bereits in den frühen 1920er Jahre aufgenommen, vielleicht sogar noch früher. Der Putz bzw. die Fassade des Verwaltungsgebäudes der Alfelder Eisenwerke erstrahlt hier in hellem Glanz. In der Vergrößerung – so gut ist die Qualität des Bildes – lässt sich sogar die Aufschrift des Schildes (links am Haus) erkennen: „Albert Koch Dampfziegelei und Sägewerk“ mit Fingerzeig nach links. Dort befand sich die Betriebsstätte Kochs. Heute ist dies, wie die ehemalige Warbergstraße auch, Teil des Firmengelände von Ammann. Erst 1925 sollte das Haus den ersten größeren Umbau erfahren. Das exakte Baudatum des Hauses könnte zwischen 1886 und 1903 liegen, wir vermuten das Jahr 1888.

Blick auf das oben näher beschriebene „Verwaltungsgebäude“ und Werkhallen der Alfelder Eisenwerke. Im Hintergrund der noch zart bewaldete Warberg

Zwei weitere Bildes des Hauses sowie des Werksgeländes der Alfelder Eisenwerke offenbart die nahezu unbebaute Hannoversche Straße sowohl im Vorder-, als auch im Hintergrund. So ist der Warberg hier doch eher als unscheinbare Erhöhung zu erkennen. Die Ausdehnung des aufstrebenden Betriebes von Otto Wesselmann an der Alten Heerstraße hat hier schon deutliche Züge angenommen. Diese Ausdehnung des 1890 gegründeten Betriebes sollte kontinuierlich anhalten. Zum Ende der 1950er Jahre, wahrscheinlich 1958/59 wurde das zu klein gewordene Verwaltungsgebäude abgerissen. Ab 1960 entstand der neue, repräsentative Neubau der 1962 fertiggestellt und feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Geschichte von „AE“ nahm 1984 mit dem Konkurs der Traditionsfirma ein jähes Ende.

Heute, also vermutlich einhundert Jahre später, haben sich nicht nur die Firmennamen geändert – so ist Ammann seit 1984 Eigentümer der in Konkurs gegangenen Alfelder Eisenwerke – auch haben sich die Betriebsgebäude gewandelt. Altes musste Neuem weichen. So verschwand 1985 das letzte Wohnhaus (Haus-Nr. 4) aus dem Straßen- und Firmenbild. Aus der ehemals eher beschaulichen Hannoversche Straße wurde eine der vielbefahrendsten und damit wichtigsten Hauptverkehrsader der Stadt. Industriebetriebe säumen rechts und links die Straße.

Gestern Heute

Die beiden nachfolgenden Bilder aus den 1920er Jahren zeigen das Haus Nr. 11, welches heute nicht mehr existent ist. Es befand  sich schon damals auf dem Gelände der Alfelder Eisenwerke. Im Hintergrund des zweiten Fotos erheben sich die Fabrikationsgebäude von C. Behrens am Bahnhof.


1930er Jahre

Die Zeichen der Zeit sind unverkennbar. Die Gefolgschaft der Alfelder Eisenwerke mit „Kraft durch Freude“ auf großer Fahrt. Der Kenner wird seine Freude an diesen schöne Omnibussen haben.

„Gefolgschaft“ bedeutete in der Zeit des Nationalsozialismus die Gesamtheit der Arbeiter und Angestellten eines Betriebes und bedeutete im Grunde nichts anderes als Belegschaft.

„Kraft durch Freude“. Die Nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude (KdF) war eine politische Organisation mit der Aufgabe, die Freizeit der deutschen Bevölkerung zu gestalten, zu überwachen und gleichzuschalten. Die Zeitungen verkündeten die Gründung der Organisation Kraft durch Freude am 28. November 1933.


Wir befinden uns beim nachfolgende Bild vermutlich irgendwann in den Jahren nach 1936, denn, der abgebildete Schlepper vom Typ Hanomag AR 38 wurde erst ab ´36 gebaut. Auf diesem Foto steht diese nahezu fabrikneue Zugmaschine mit einer Asphaltmischmaschine der Alfelder Eisenwerke vor dem Haus Nr. 61 – dem Haus von Carl Heise, dem Chef der Eisenwerke.

Heise ließ zu Werbezwecken gerne seine neuen Maschinen vor einem seiner Gebäude fotografieren.
Das Haus diente Wohnzwecken und gehörte ursprünglich zur Firma Petri, die direkt nebenan beheimatet war. Nach dem Kauf des Hauses durch Carl Heise wurde es am Anfang des 2. Weltkrieges umgebaut und durch Heise selbst bewohnt. Nach Carl Heise Tod übernahm sein Sohn, Karl Hermann Heise, das Haus und bewohnte es mit seiner Familie bis dieser sich ein neues Haus am Kuckuck gebaut hatte.

Sehr viel später übernahm die Tanzschule Schuppmann das Haus und betrieb dort ein zweites Tanzstudio, ehe es abermals verkauft wurde und bis heute als Bethaus einer Freikirche dient. Obiges Bild stammt aus dem Jahr 2014 – Nicht nur das Haus, auch das Grundstück hat sich optisch in der Zwischenzeit sehr verändert.


1940er Jahre

Die St. Elisabeth-Kapelle 1942 – Wunderschönes Wintermotiv – Im Hintergrund der Tannenkamp


1930er bis 50er – Kolonialwarengeschäft von Soest

Oben und nachfolgend warten wir mit ganz besonderen historischen Bilden auf: Fotos des Kolonialwarengeschäftes Herman von Soest aus dem Jahr 1925 (oben) und 1936.

Dieses Geschäft, auch „Kaufhaus des Westens“ genannt, befand sich an der Hannoverschen Straße und wurde 1883 als Hausnummer 4 gebaut. 1897 wurde das Geschäft eröffnet. Hermann von Soest gehörte zusammen mit den Herren Bosse und Hagemann zu den Mitbegründern der Edeka (Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler) in Alfeld, von Soest war lange Jahre Vorstandsmitglied und bekleidete zudem zahlreiche Ehrenämter in Alfeld.

Bauzeichnung des Hauses Nr. 4 von 1883

1898 wurde durch den Bau der Bäckerei (Pächter: Karl Brandt) im hinteren Bereich des Grundstücks das Geschäft erweitert. Um die Jahrhundertwende war von Soest besonders bekannt durch den Verkauf des damaligen Alfelder „Nationalgetränks“, des „Harbarnsers“. Der Harbarnser Doppelkorn wurde besonders bei den Arbeitern der Alfelder Fabriken zum Frühstück und zum Vesper bevorzugt! Von Soest holte jede Woche mit seinem Pferdefuhrwerk, dessen Pferde immer „Max“ hießen, direkt aus Harbarnsen den neuen Schluck. Die Pferde kannten die Strecke so gut, dass sie den Weg über den Berg allein finden konnten. Oft genug soll Hermann während der Fahrt geschlafen haben. Wenn er aufwachte, sei er zu Hause gewesen.

1934 – Im Hintergrund die Bäckerei

1935 – Vor dem „Kaufhaus des Westen“, Familie von Soest

1936 – Im „Kaufhaus des Westen“ hinter demTresen, Familie von Soest

1937 wurde das Geschäft verpachtet, wenige Monate darauf verstarb Hermann von Soest und erst 1951 übernahm der Enkel Kurt Lorenz das Geschäft wieder und konnte auf den alten Kundenstamm aufbauen.

1956 wurde das Geschäft umgebaut und entsprach damit den Erfordernissen der neuen Zeit.

Neben den Kolonialwaren und der (verpachteten) Bäckerei betrieb von Soest auch Alfelds zweite Tankstelle (Gasolin) in den 1920er Jahren.

Den weiteren Verlauf der Geschichte des Kolonialwarenladens erfahren Sie unter „Am Sindelberg – Lebensmittelgeschäft Kurt Lorenz

Bild oben: heute deutet absolut nichts mehr auf das „Kaufhaus des Westens“ hin.


1959 – Ein (vermutlich) letzter Blick auf das Haus Nr. 4

Hier jetzt schon „REWE“

Blick aus dem Haus Nr. 4 auf den alten Bahnhof

Blick über den Bahnsteig auf Haus Nr. 4

Dito


1952 – Blick über die Hannoversche Straße

Die Hannoversche Straße im Jahr 1952. Das Foto offenbart aus diesem Blickwinkel eine wunderschöne Ansicht der alten Reichsstraße in seiner bis dahin ursprünglichsten Form. Aufgenommen damals ungefähr dort, wo sich heute die Fabrikationshallen der Gießerei Funke befinden. Aus diesem Grund entspricht das Nachher-Bild auch nicht der exakt gleichen Perspektive (siehe Bild unten). In der rechten Bildhälfte das hier noch relativ kleine Betriebsgelände des damals wie heute dort ansässigen „Beton- und Natursteinwerks Krösche“ von Wilhelm „Zement“ Krösche.

Auf der gegenüberliegenden Seite ein Wohnhaus, das es heute nicht mehr gibt. Es wurde irgendwann abgerissen, hier sind wir übrigens noch auf der Suche nach weiteren Fotos und der einen oder anderen Geschichte. Hier befindet sich heute die Einfahrt zu einer Disco. Das Umfeld des Hauses zeigt sich noch komplett unbebaut, erst viele Jahre später sollen sich hier die ersten Gewerbebetriebe ansiedeln, während sich ein Stück weiter in Richtung Limmerburg langsam die „Neue Wiese“ entwickelt.
Wer genau hinsieht kann im Bildhintergrund den noch komplett unbebauten Sindelberg erkennen, sowie noch den alten Schlot der Papierfabrik. Hinter dem Trockenhaus von Fagus erhebt sich schemenhaft der Laugenturm der alten Zellulosefabrik. Dieser wurde vor 37 Jahren, am 31. Januar 1980 gesprengt.


Tankstelle Hannoversche Straße

Das in der Durchfahrt stehende Fahrzeug war ein Vorkriegs Opel Kadett mit Kennzeichen B/N 77, das vom Straßenverkehrsamt Alfeld zugelassen wurde. Links im Bild das Haus des Omnibusfahrers August Gattermann und rechts im Bild das Wohnhaus des Baumeisters Wilhelm Krösche

Rudi Vorlop an seiner „Tanke“

Als der 2. Weltkrieg zur Ende war, war die Bundesstraße 3 (die als Hannoversche Straße und Göttinger Straße durch Alfeld führte) die Hauptverkehrsader in Nordsüdlicher Richtung durch das von den Alliierten besetzte Deutschland.

Da zwischen Einbeck und Elze keine Dieseltankstelle existierte, entschloss sich die BP 1948 die an der Hannoverschen Straße befindliche Tankstelle abzureißen und dort eine Tag und Nacht besetzte

Energol-Werbung

Tankstelle aufzubauen, in welcher zwei Arten Vergaserkraftstoff und Dieselkraftstoff angeboten wurden. Auf obigem Foto von Anfang der 1950er Jahre ist das Verkaufshaus mit zwei Verkaufssäulen und einem Ölkabinett zu sehen. Hinter der großen Ölreklameflasche steht die Dieselsäule.

Damals wurde der Dieselkraftstoff nach Gewicht und nicht wie heute nach Volumen, bzw. Litern verkauft. Im oberen Teil der Säule befand sich ein Tank mit Waage. Beim Tanken wurde der Tank vollständig gefüllt und gewogen. Nach dem Tanken wurde wieder gewogen und im Anschluss die Differenz abgerechnet.

Die alte Tankstelle heute – die neue befindet sich dahinter in Containerbauweise


1950er Jahre

Winterfreuden Ecke Warzer Weg/Hannoversche Straße

Des einen Freud‘, des anderen Leid‘

1950er – Streik bei den Hannoverschen Papierfabriken

Leider etwas unscharf – Kinderfreuden auf dem Rücken des Pferdes. Die Aufschrift auf der Kutsche ist nicht genau zu erkennen, die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich um die Milchkutsche von Ludwig Helmke handelt.


1954

Diese Säule mit ihrer zeitgenössischer Werbung und der klassischen „Bahnhofsuhr“, sowie den damals häufig zu findenden beleuchteten Wegweisern stand an am Schnittpunkt der Göttinger Straße, Ecke Hannoversche und Föhrster Straße. Die Uhr war nicht nur für viele Berufstätige seinerzeit sehr wichtig, so ist es nicht verwunderlich das sich sogar die Alfelder Zeitung der Sache annahm, als die Uhr einmal für längere Zeit stand und sich niemand so richtig verantwortlich fühlte. Im Zuge der Neugestaltung der Verkehrsführung und Neuanlage der Verkehrsinsel verschwand dieses Kleinod 1963 unwiederbringlich aus dem Alfelder Stadtbild.


1960er Jahre

Die Ecke Hannoversche-, Göttinger- und Föhrster Straße in den 1960er Jahren, unmittelbar nach Schließung der Schrankenanlage. Diese wurde nach Inbetriebnahme des Schlehbergringes 1961 überflüssig. Links im Bild die alte VW-Werkstatt von Karl Wiegand. Im Hintergrund das alte Wohnhaus an der Göttinger Straße. Rechts neben diesem Hause stand ein Fachwerkschuppen, in dem das DRK Ihre Wache untergebracht hatte und ein Baustoffhändler ein Warenlager unterhielt. Vor dem Schuppen stand das Gleichrichtergebäude in welchem der angelieferte Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt wurde. Im Wohnhaus rechts daneben befanden sich 2 Wohnungen für Betriebsangehörige der Stadtwerke, Dann kommt die Gasanstalt, Im Hintergrund ist hinter hohen Bäumen der Gasometer zu sehen. Die Aufnahme aus dem Jahre 2007 zeigt  die 1965/66 fertig gestellten Stadtwerke, das spätere Überlandwerk, für die dieser ganze Gebäudekomplex weichen musste.


1960er Jahre

Die obige Ansicht zeigt den Bau der Bahnhofsunterführung zum Ende der 1960er Jahre. Dieser Bau wurde seinerzeit vom Alfelder Bauunternehmen August Eilert ausgeführt. Zum Bau kam es u. a. nach der Schließung des Bahnüberganges, der sich weiter rechts befand, desweiteren war der Bahnübergang ein Unfallschwerpunkt. Der Eröffnung des Schlehbergrings 1961ermöglichte die Schließung des Übergangs.
Kein anderer Bereich in unsere Stadt hat sich in den letzten Jahren so dramatisch verändert, wie der heute hier gezeigte rund um den Bahnhof. Das Hotel Gödecke musste im Zuge der Neuanlage des Omnibusbahnhofes zu Beginn der 1980er Jahre weichen, ebenso wie unser alter Bahnhof einige Jahre zuvor, 1978.
Der Landmaschinenhandel Dörries, die Gaststätte „Zum Hödecken“ sowie die angrenzenden Gebäude von ehemals Ford-Sievers und einige Hallen der einstmaligen Landmaschinenfabrik Gebr. Kappe & Co.  im Hintergrund des Bildes  mussten in den letzten Jahren dem Bau eines Einkaufszentrums ihren Platz hergeben. Vielen namhafte Firmen hatten über die Zeit Ihre Heimstatt in den Gebäuden.
Blickt man heute vom damaligen Standplatz des Fotografen in diese Richtung, so schaut man „nur“ noch auf die neue Bahnhofsunterführung, die mittlerweile weitläufigen Bauten der Bahnhofsanlage versperren dem Betrachter den weiteren Blick auf diesen Bereich.

Verkehrsunfall in Höhe des Hotels Gödecke. Das Unfallopfer haben wir wegretuschiert – man beachte den alten Kiosk Das alte Elektrizitätswerk Hannoversche Straße Ecke Göttinger Straße in den 60er Jahren Zeichnung des Architekten Albert Hasse von heutigen Überlandwerk aus dem Jahre 1961

Interessante Perspektive über die Hannoversche Straße. In Blickrichtung befindet sich heute der Betrieb einer Kfz-Werkstattkette.


1964 – Bau Montagehalle Künkel & Wagner

1964 war es, als sich die Firma Künkel & Wagner erneut vergrößern musste. So lag es nahe, die Gärten des Stiftes von St. Elisabeth an der Hannoverschen Straße dafür zu nutzen, die man hier auf dem Foto von 1964 noch sehr schön sehen kann, obgleich die Bauarbeiten schon begonnen haben. Das Firmengelände zum Bau der neuen Montagehalle beginnt unmittelbar hinter der Hecke. Halblinks im Bild das zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme noch zum Teil bewohnte Hospital St. Elisabeth mit der großen Linde davor, welche leider hier den Blick auf die dahinterliegende Kapelle verdeckt. Diese Aufnahme ist in so fern eine Rarität, da in der berühmten Kurve bei St. Elisabeth ausnahmsweise mal kein Auto zu sehen ist. Auch 1964 war die Hannoversche Straße schon eine vielbefahrene Hauptverkehrsstraße, ein Nadelöhr.

Rechts der Straße in voller, stattlicher Größe, das ehemalige Wohnhaus der Familie Künkel. Der davor befindliche „Berg“ sowie der Koppelweg mussten später ebenfalls dem Neubau der Werkhalle weichen. Aufgrund der Hanglage des gesamten Geländes sind hier enorme Erdbewegungen geleistet worden, auch rutschte der Hang während der Bauarbeiten einmal in die Baustelle.

Die obige Vergleichsaufnahme passt entgegen unseres eigentlichen Anspruchs überhaupt nicht, hätten wir exakt die gleiche Perspektive gewählt würden wir nur gegen eine Hecke und Mauerwand sehen.

Künkel & Wagner mit Sitz an der Hannoversche Straße wurde 1907 in Alfeld gegründet. Seitdem befindet sich der Hauptsitz der international tätigen Firma mit Verwaltung, Entwicklung, Produktion und Projektmanagement in Alfeld. Tochterfirmen bestehen in den USA, in Indien und in China. Zurzeit hat das Unternehmen 230 Mitarbeiter, die in einem umfangreichen gießereitechnischen Liefer- und Dienstleistungsprogramm beschäftigt sind. Seit dem Bau der ersten (Hand-) Formmaschine im Jahr 1911 hat Künkel Wagner die Entwicklung der Gießereitechnologie entscheidend vorangetrieben und eine große Bandbreite an Gießerei-Ausrüstungen entwickelt. Das alte Bild stammt aus den sechziger Jahren.


1964 – Die neue neue Verkehrsführung Ecke Föhrster Straße

1966 – Straßenszene

1967 – Auf der Tankstelle

1968 – Auch Tankstelle


1970

Die alte Verkehrsführung im Bereich Hannoversche-, Föhrster- und Göttinger Straße im Jahr 1970


1970er Jahre – Ziegelei Menge

Die Ziegelei Menge befand sich am Anfang der Hannoverschen Straße in Richtung Limmerburg. Den für die Ziegel benötigten Ton erhielt sie per Schmalspurbahn aus den Gerzer Tongruben. Die Gleise verliefen hinter den Häusern der Göttinger Straße. Als sich Alfeld von den 1880er Jahren an erheblich erweiterte, benötigten die zahlreichen neuen Häuser entsprechendes Baumaterial.
Damit setzte sich allmählich die massive Bauweise der Häuser durch. Auf dem obigen Foto aus den 1970er Jahren ist rechts schon eine der neueren Hallen der sich ausdehnenden Alfelder Eisenwerke und im Vordergrund ein Kesselwagen der Eisenbahn zu sehen. Später wurden die restlichen Hallen von Menge abgerissen und das freigewordene Gelände gehörte fortan zu AE.Heute dient der Platz als Verladehof für Ammann. Der mächtige Portalkran sorgt nicht nur für das sichere Verladen der fertigen Produkte in die Container oder auf LKWs, er hat sich klammheimlich über die letzten Jahre zu einem kleinen Wahrzeichen entwickelt und gehört zum Bild in diesem Gebiet unweigerlich dazu.

Die exakte „Gestern & Heute“ Perspektive ist aufgrund verschiedener Faktoren leider heute nicht darstellbar gewesen.


1978

Wer weiß es noch?

Alfelder Zeitung vom Mittwoch, den 2. August 1978


1980er Jahre

Das linke Foto zeigt die Hannoversche zu Beginn der 1980er Jahre, unmittelbar vor Umsetzung der St. Elisabeth-Kapelle und des Siechenhauses in die historische Altstadt. Die Kapelle  im Einfahrtsbereich von Fagus-GreCon. Direkt im Anschluss an die Kapelle in Richtung Limmerburg befand sich das Hauptgebäude des Stiftes. Der Bürgersteig war an dieser Stelle so schmal, dass man Fussgänger aufpassen musste nicht von einem Auto oder LKW erfasst zu werden.
Ab 1981 begann man in einer bis heute beispiellosen Aktion die Gebäude von St. Elisabeth abzubrechen und an ihrem heutigen Standort, „Am Mönchehof“, wieder restauriert aufzubauen und einer neuen Nutzung zu übergeben.
Somit bildet das Stift zusammen mit der Superintendentur, St. Nicolai und der Alten Lateinschule eine „Traditionsinsel“.
Im Zuge des Ausbaues der Hannoversche Straße in den 1990er Jahre beanspruchte die Straße einen erheblichen Teil des alten Standortes. Der Rest dient heute als Parkplatz.


1980

Die Hannoversche Straße in Blickrichtung Limmerburg, rechts befindet sich heute ein Baumarkt.

Das Siechenhaus von St. Elisabeth, kurz vor ihrer Umsetzung an ihren heutigen Standort im Jahre 1980


1986

Wie dicht der Wandel manchmal mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbunden ist, zeigt sich am Beispiel des alten Betriebsgeländes der Kraftfahrstelle der ehemaligen Deutschen Bundespost an der Neuen Wiese Ecke Hannoversche Straße. Dieses Gebäude sehen wir im Hintergrund des Bildes. So schrieb die Alfelder Zeitung vom 14. Juni 1968 u. a. „ Die neue Kraftfahrstelle der Bundespost an der Hannoverschen Straße in Alfeld nähert sich ihrer Vollendung und bietet einen erfreulichen Anblick“.

Mit Wandlung der Deutschen Bundespost in eine Aktiengesellschaft und Einstellung der  Personenbeförderung durch die Post durch wurden diese Betriebszweige aufgegeben, das Gebäude erfuhr eine andere Nutzung bis zum Abriss im Jahr 2007, denn dieses Gebäude mit darunterliegendem massivem Atombunker hat leider ausgedient und musste wieder einmal einem Supermarkt weichen.
Kuriosum am Rande: im Vordergrund ein orangefarbener VW Fridolin, eigentlich ein Typ 147, der in der Hauptsache in dieser Form nur für die damalige Deutsche Bundespost gebaut wurde. Bekanntermaßen waren die gelb und wurden auch nur bis 1974 gebaut, obiges Bild stammt aber aus dem Jahr 1986.


Impressionen der 90er Jahre


Impressionen der Jahre 2000 bis 2007


Letzte Bearbeitung: 14.02.2019