2019

Januar

Flashmob zum Frauenwahlrecht: Alfelderinnen ziehen Hüte
Am 19.Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen gehen – genau 100 Jahre später zollen Alfelderinnen ihnen ihren Respekt für diese Errungenschaft, der ein langer Kampf vorausgegangen war.
„Wir ziehen unseren Hut davor, was diese Frauen vor 100 Jahren geschafft haben“, sagte Ute Bertram während eines Flashmobs vor der Lateinschule. Gemeinsam mit weiteren Alfelder Ratsfrauen aus allen Parteien hatte sie zu dieser Aktion aufgerufen und sich damit der Initiative „Wir ziehen den Hut“ des Katholischen Frauenbundes Deutschland angeschlossen. Doch die Alfelderinnen machten auch deutlich, dass sie sich auch weiterhin für gleiche Rechte und die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen einsetzen müssen. Denn noch heute seien beispielsweise in den Parlamenten zu wenig Frauen vertreten.

Foto: Nicole Niemann

Wohin mit den Weihnachtsbäumen?
Während der Feiertage haben in zahlreichen Wohnungen und Häusern buntgeschmückte Weihnachtsbäume die Wohnzimmer dekoriert. Jetzt sind die Feiertage vorbei und die Tannen haben ausgedient–das stellt vor allem die Bürger der Stadt Alfeld vor ein Problem. Während in vielen Ortsteilen derzeit die Feuerwehrmitglieder oder weitere Ehrenamtliche die Bäume für die anstehenden Osterfeuer einsammeln, bleiben die Bürger aus der Kernstadt auf ihren Tannen sitzen. „In Alfeld haben wir noch nie die Weihnachtsbäume eingesammelt“, sagte Alfelds stellvertretender ortsbrandmeister Jens König gegenüber der AZ. Es sei auch nie ein Thema gewesen. Den Städtern blieb somit nur übrig, die Bäume beim Wertstoffhof zu entsorgen.

Foto: AZ

Blindenhilfe führt gegen eine Glasscheibe
Damit sich blinde und stark sehbehinderte Menschen in öffentlichen Bereichen eigenständig orientieren können, werden Blindenleitsysteme auf Gehwegen und in Fußgängerzonen eingebaut.
Die betroffenen ertasten sich darauf mit Hilfe eines Pendel- oder Blindenstocks den Weg. Ein solches taktiles Bodenleitsystem wurde auch bei der Modernisierung des ZOB in Alfeld integriert – allerdings mit einem Haken: Folgen die Sehbehinderten und blinden diesem System, stehen sie vor einer Glasscheibe.
Warum? Das Leitsystem am Busbahnhof führt die Nutzer in einem Fall nicht an einem Buswartehäuschen vorbei, damit sie sich dort auf die Bank setzen oder in den Bus einsteigen können, sondern direkt gegen die Scheibe. „Das ist ein bedauerlicher Fehler. Noch in diesem Monat wird das Buswartehäuschen an seinen richtigen Platz versetzt“, sagte Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen auf Nachfrage der AZ.

Foto: Stephanie Marschall

Hausmeister sorgt für Sauberkeit in der Innenstadt
Peter Janssen-Timmen hat seit Anfang Januar einen neuen Job – der Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes ist als Hausmeister in der Alfelder Innenstadt unterwegs. Sein Aufgabenbereich: Die Reinigung der Gehwege, des Markplatzes und anderer Bereiche. Das notwendige Equipment hat er auf seinem „Elektro-Dumper“ dabei. Mit diesem neuen Konzept soll ein Schlussstrich unter die seit Jahren andauernde Diskussion um die Sauberkeit in der Innenstadt gezogen werden. An fünf Tagen in der Woche ist Peter Janssen-Timmen ganztags mit seinem mobilen Handwagen in der Kernstadt unterwegs. Er inspiziert Plätze, Wege und Ecken, kehrt die Gehwege, entfernt Unkraut und fegt Müll zusammen.

Foto: Stephanie Marschall

Volle Tanzfläche und begeisterte Gäste
Festlich gekleidete Gäste, außergewöhnliche Roben, gutes Essen, eine einladende Saalbeleuchtung und moderne Livemusik: Das waren die Zutaten für den traditionellen 46. Alfelder Handwerkerball. Bis spät in die Nacht feierten mehr als 160 Gäste ausgelassen im Delligser Festsaal. „Seit mehr als 40 Jahren ist der dritte Sonnabend des neuen Jahres als Termin für den Handwerkerball reserviert“, sagte Kreishandwerksmeister Ulrich Sackmann. Gleich nach der stilechten Eröffnung füllte sich die Tanzfläche. Im Saal herrschte von Beginn an eine ausgelassene und lockere Atmosphäre.

Februar

Wasserrattenparty im 7 Berge Bad
Der Stadtjugendring und die Alfelder Jugendpflege hatten am Sonnabend wieder gemeinsam mit den Wassersporttreibenden Vereinen und dem Team des „7 Berge Bades“ zur alljährlichen Wasserrattenparty eingeladen. Am Ende zeigten sich die Organisatoren sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung.
Mehr als 450 Besucher haben das Alfelder „7 Berge Bad“ in einen Ort der guten Laune verwandelt: bei tanzbarer Musik haben sich Jung und Alt im Rutschwettbewerb, Streckentauchen sowie beim Paddelbootrennen gemessen oder einfach nur geplanscht und die Seele baumeln lassen. „Insgesamt 50 Helfer sprechen eine deutliche Sprache – der Zusammenhalt und die Bereitschaft, in Alfeld gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, ist sehr groß“, freuten sich die  Verantwortlichen, die sich zudem bei den lokalen Sponsoren für die Unterstützung in Form von Geld- oder Sachspenden bedankten.

Für ein Praktikum bis nach Dubai
107 Schüler des elften Jahrgangs des Alfelder Gymnasiums haben drei Wochen lang Praktika in betrieben absolviert. Einen Schüler verschlug es während seines Praktikums in einem IT-Unternehmen sogar bis nach Dubai. Ein anderer arbeitete als Koch in Südtirol. Die meisten aber waren in heimischen Unternehmen tätig. „Praktika sind eine gute Möglichkeit, um in einen betrieb hineinzuschnuppern und sich mit dem Beruf vertraut zu machen, egal ob man sich eine Zukunft in diesem Arbeitsbereich vorstellen kann oder nicht“, so sieht es Naima Früh aus Delligsen.

Drei Robinien müssen weg
Drei Robinien an der Hildesheimer Straße werden im Laufe dieser Woche gefällt.
Die Alfelder Stadtverwaltung nennt Verkehrssicherheitsgründe als ausschlaggebend für die Maßnahme. Zwei Gutachter, ein interner und ein externer, haben den Bäumen nach einer Prüfung – unabhängig voneinander – dieselbe Diagnose gestellt: Schlechter Standort und Bodenversiegelung. Um den Schul- und Berufsverkehr nicht zu stark zu behindern, soll die Maßnahme nicht am frühen Morgen erfolgen.

März

Erster Klimaprotest füllt den Marktplatz
„Alfeld wird laut“ haben die Organisatoren der Schülerdemo für den Klimaschutz angekündigt. Und sie halten Wort. mit Trillerpfeifen, Rockmusik und griffigen Umweltslogans ziehen etwa 150 Alfelder Schüler durch die Innenstadt, um für Umweltschutz und gegen die Vermüllung der Meere zu demonstrieren – ein Vorläufer der späteren „Fridays for Future“-Demos in Alfeld.
Auf die Beine gestellt haben das Projekt neun Sieben- und Achtklässler. Als die Schüler über die Kalandstraße in Alfelds guter Stube einzogen, hatten die letzten Markthändler gerade ihre Stände abgebaut. Offensichtlich stieß ihr Anliegen auf Interesse bei den Mitschülern ihrer Altersklasse. Unter den Zuschauern auf dem Marktplatz sind auch einige Eltern, darunter auch die zweijährige Lotta Marahrens mit ihrer Mutter Silvia. „Ich finde es gut, dass sich die Kinder für den Klimaschutz engagieren“, sagt die Duingerin. Sie selbst achte sehr darauf, dass nicht zu viel Plastik gekauft werde. Ähnlich sieht es auch Ina Lambrecht aus Delligsen. Ihr Sohn Lauritz ist bei der Demo dabei. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lina (9) ist sie nach Alfeld gekommen. „Die Politik ist auf Wachstum ausgerichtet, nicht auf den Erhalt des Planeten“, sagt sie. Deshalb finde sie die Aktion „Fridays for Future“ gut. Es sei richtig, dass aktiv für den Schutz von Klima und Umwelt eingetreten werde. Es gehe schließlich auch darum, Gehör zu finden.

Foto: Stephanie Marschall

Alfelder mögen Alfeld
Sachlich, aber angeregt erörtern die Alfelder die Ergebnisse der Online-Bürgerumfrage „Alfeld fragt Alfeld“. Die sollte erkunden, wie die Leinestädter Lebensqualität, Kultur- und Freizeitangebote beurteilen. An der Umfrage im Herbst 2018 beteiligten sich 509 Bürger. In der Kurt-Schwerdtfeger-Aula stellen Umfrageleiter Jan Siegfried und Stadtvertreter die Daten vor, die im Zuge der Bewerbung der Region für die „Kulturhauptstadt Europas 2025“ entstanden waren.
Zwei Drittel der befragten geben an, gerne hier zu leben und dies auch in Zukunft tun zu wollen. Ein Drittel bewerten das Freizeit- und Kulturangebot positiv. 15 Prozent der befragten, besonders unter 30-Jährige, sehen es negativ.

Foto: Nadine Kasten

Brunker lassen neue Glocken weihen
Nach mehr als sieben Jahren Wartezeit lassen es sich die Brunker trotz des schlechten Wetters nicht nehmen, ihre neuen Kirchturmglocken durch den Ort zu fahren und anschließend feierlich weihen zu lassen. Während die Kolonne durch den Ort zieht, lässt die Kirchenvorstandsmitglied Bernd Sürig eine der alten Glocken erklingen. Diese wird mit einem Teleskoplader transportiert. Zahlreiche Bürger, Besucher und Vereinsvertreter bildeten die Nachhut. Wer es nicht zum Umzug geschafft hat, lässt es sich nicht nehmen, aus Fenstern, Türen und Vorgärten einen Blick auf die neuen Glocken zu werfen.

Fotos: Carina Mädge

April

Barrieren behindern Zugang zur Justiz
Viele stufen und Treppen hat das Amtsgericht in der Kalandstraße, Ecke Bismarckstraße – aber keinen Fahrstuhl, keinen Treppenlift. Für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist der Zugang zur Justiz schwierig. Als Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza im April durch dieses Portal ins Amtsgericht tritt, begegnet sie einer Alfelderin mit Rollator, die ohne Hilfe nicht ins Haus gelangen konnte. „Da muss dringend etwas geschehen“, sagt Havliza dazu. „Es ist ein Unding, dass wir hier nicht barrierefrei sind“, sagt auch Amtsgerichts-Direktorin Bettina Jung-Lundberg. Aber ein Lift soll 200 000 Euro kosten, und Alfelds kleiner Justizpalast steht auf der Projektwarteliste des staatlichen Baumanagements Südniedersachsen nicht ganz oben.

Foto: Marco Althaus

Erster Storch bleibt nicht lang allein
Der erste Storch bezieht das neue Nest in den Leinewiesen zwischen Schlehbergring, Kolkbrücke sowie der alten Hauptpost. „Das ging schneller als erwartet und ich freue mich riesig“, sagt Peter Dittrich, der für den Aufbau des Storchennestes auf einem ehemaligen Strommast in zehn Metern Höhe gesorgt hat. Ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Erstbewohner handelt, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest – es bleibt spannend. Es dauert auch nicht lange und ein zweiter Storch gesellt sich dazu. Ende April liegen schon vier Eier im Horst auf dem ehemaligen Strommasten.

Text: Stephanie Marschall / Foto: Data Network Alfeld

Der alte Aldi-Markt ist Geschichte
Der Aldi-Markt an der Hannoverschen Straße ist im April ein letztes Mal geöffnet. Das Gebäude soll abgerissen werden und ein neuer Markt entstehen. Zum Abschluss sind zahlreiche Frischwaren stark reduziert. Diese Angebote werden gut angenommen, wie etliche leere Regale gestern zeigen. Nach Aktionsware suchen die Kunden allerdings vergeblich. Diese sind aufgrund der Schließung der Verkaufsstelle nicht vorrätig. Allzu lange müssen die Kunden nicht auf den neuen Markt warten. Innerhalb von neun Monaten, also Anfang 2020, soll der neue Aldi betriebsbereit sein. Dabei soll die Verkaufsfläche auf 1200 Quadratmeter erweitert werden.

Foto: Celina Riemer

Föhrster gründen Dorfverein
In Föhrste gründet sich ein neuer Verein. 18 Bürger schließen sich während der Gründungsversammlung als „Dorfgemeinschaft Föhrste“ zusammen.

Alma-Frauen suchen neue Räume
Wie geht es weiter mit den Alma-Frauen? Die Zukunft des Alfelder Vereins ist ungewiss. Der Grund: sie müssen ihre Wirkungsstätte – die Räume an der Paulistraße 7 – verlassen. Der Vermieter hat den Verein zum 30. Juni gekündigt.

Tausende Menschen treffen sich an den Osterfeuern
Wie hier in Duingen können die Menschen im Leinebergland ihre Winterjacken an den Osterfeiertagen getrost zu Hause lassen: bei sommerlichen Temperaturen um die 20 Grad genießen die Menschen das Osterwochenende. Am Sonnabend und Sonntag zieht es zahlreiche Besucher zu den Osterfeuern in der Region. Traditionell wird mit dieser Veranstaltung der Winter verabschiedet. Die Organisationsteams werden nach wochenlanger Arbeit mit trockenem und sonnigem Wetter belohnt. Das gute Wetter spiegelt sich auch in der Anzahl der Besucher wider: Alle Osterfeuer in Alfeld und Umgebung sind gut besucht. bei Bratwurst und Kaltgetränken lassen die Menschen den Abend am Osterfeuer ausklingen.

Foto: Oliver Schwarz

Mai

Show-Koch wird Chef im Alfelder Biergarten

Marco Schwerdtfeger hat für den Sommer 2019 große Pläne – der 28-Jährige ist der neue Betreiber des Biergartens im Auenpark. Er wohnt in Alfeld, ist gelernter Koch und hat die letzte Klausur für seine Prüfung zum Betriebswirt geschrieben. An acht Wochenenden, im Zeitraum 5. Juli bis 25. August, will Schwerdtfeger die Fahne in den Leinewiesen hissen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, dann steht einer zweiten Auflage des Alfelder Biergartenmärchens nichts mehr im Weg.
Ein Team aus Alfeldern hatte unter dem Dach des Fördervereins für Kunst und Kultur (FKK) 2018 das Biergarten-Projekt auf den Weg gebracht. Für eine Fortsetzung im Jahr 2019 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Nachfolger als Betreiber gesucht. Es gab aber nur eine Bewerbung, die kam von Schwerdtfeger. „Wir sind von den Plänen, die uns Marco Schwerdtfeger auf den Tisch legte, begeistert. Das wird ein tolles Angebot für Alfeld“, zeigen sich Mario Stellmacher und Hans-Günther Scharf (Vertreter der Stadtverwaltung) bei der Vorstellung des neuen Biergartenbetreibers überzeugt. „Das wird sicherlich ein großer Gewinn für Alfeld“, finden auch Anke Hoefer und Dagmar Weist vom Biergartenteam.
Foto: Marschall

Stadt Alfeld verkauft die alte Post
Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Stadt Alfeld geben hinter verschlossenen Türen grünes Licht für den Verkauf der alten Post an der Bahnhofstraße. Wer der Käufer ist und wie viel das Gebäude kostet, dazu macht Bürgermeister Bernd Beushausen zunächst keinerlei Angaben.
Später wird bekannt, dass die Kreiswohnbaugesellschaft (KWG) das Objekt für knapp eine Million Euro kauft. Mit dem Geld will die Kommune Kredite tilgen, damit die Stadt die Vorgaben der Kommunalaufsicht beim Landkreis Hildesheim für ihren Haushalt erfüllen kann. Zudem beschließen die Politiker, in der Ratssitzung am 20. Juni einen Nachtragshaushalt zu verabschieden. Damit erfüllen sie eine Forderung der Kommunalaufsicht beim Landkreis.

Fotos Quintel/Jahns

Juni

Superzelle schüttelt Alfeld und Umgebung kräftig durch
Ein Monstergewitter am frühen Morgen trifft die Stadt Alfeld, mehrere Ortsteile sowie Kommunen im Leinebergland massiv. Teilweise stehen Straßen im Hochwasser oder werden mit Schlamm geflutet, der bis zu 30 Zentimeter hoch reicht. Nach Schätzungen von Stadtverwaltung und Feuerwehr-Leitstelle werden in Alfeld etwa 60 Gebäude und viele Fahrzeuge beschädigt. Rund 200 Einsatzkräfte der Alfelder Feuerwehren und des städtischen Bauhofes bekämpfen Wasser, Matsch, verstopfte Abwasserkanäle, Schmutz, abgerutschte Hänge und abgerissene Baumäste. Eine Schlammwelle erwischt Hoyershausen während des Unwetters und überschwemmt Straßen. Starkregen bringt am Höhenzug Külf Erde von den Hängen ins Rutschen und drückt die braune Schlammflut rasch in die Dorfmitte. Dort überspült der Matsch mehrere Höfe, einen Autohändler und eine Autowerkstatt an der Langestraße.
Der Ort ist bis zum Nachmittag gesperrt. Sieben Feuerwehren mit fast 100 Einsatzkräften und 13 Fahrzeugen befreien das Dorf mühevoll von Wasser und Schlamm.Foto: Anna-Lena Stolk

Staffelmarathon fällt aus
Der Bernd-Meyer-Staffelmarathon am letzten Juni-Sonntag fällt aus. Schuld daran ist die Wetterprognose für das Wochenende: bis zu 35 Grad, so schätzen Experten, können die Thermometer anzeigen. mit der Fürsorgepflicht der Stadt als Veranstalter sei es nicht vereinbar, bei diesen Temperaturen Läufer auf die Strecke zu schicken, heißt es vonseiten des Veranstalters. Als absolute Schmerzgrenze haben die Organisatoren die 30-Grad-Marke gesetzt.Foto: AZ

Täglich rollen 60 Züge mehr durchs Leinebergland
Ab Mitte Juni rollen deutlich mehr Züge über die Nord-Süd-Eisenbahnverbindung durch das Leinetal. Grund: Nach 30 Jahren muss die Deutsche Bahn AG die Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg sanieren. Den Auftakt macht der 89 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Hannover und Göttingen. Dort sollen bis zum 14. Dezember rund 142 Kilometer Gleise, 47 Weichen, 243 000 Schwellen und 405 000 Tonnen Schotter ausgetauscht werden. Zudem müssen neun Tunnel, acht Talbrücken sowie die technischen Anlagen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Foto: Jahns

Strahlender Fund in einer Garage
Eine Bleikiste mit einem Warnhinweis auf Radioaktivität in einer Garage in Brunkensen führt zu einem Großeinsatz für die Feuerwehren aus dem Brandabschnitt Süd sowie den ABC- und den Katastrophenschutzzug des Landkreises Hildesheim in Brunkensen. Fast 120 Feuerwehrleute sind etwa drei Stunden im Einsatz. Am Ende können sie Entwarnung geben. In einer Kiste befindet sich schwach strahlendes Cäsium. Das Haus an der Allee in Brunkensen ist nicht belastet.

Hitzerekorde purzeln
Ende Juni beginnt eine Hitzeperiode, die die Temperaturen im Leinebergland deutlich über die 30-Grad-Marke drücken. Verantwortlich dafür ist heiße Luft aus der Sahara. Was für die Berufstätigen zur Qual wird, bereitet den Kindern Freude: Sie nutzen das gute Wetter für Besuche der örtlichen Bäder.

Wispenstein öffnet die Tore
Mit einem Tag der offenen Tür hat die Dorfgemeinschaft Imsen/Wispenstein die Chance, das neue Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus zu besichtigen.

Juli

Friesen müssen raus

Die Sportler des Sportvereins (SV) Friesen Langenholzen werden vorübergehend obdachlos. Zum 30. September hat die Besitzerin der örtlichen Sporthalle den Nutzungsvertrag gekündigt. Das beschert dem städtischen Sportamt viel Arbeit und stellt die Mitarbeiter vor eine Herausforderung. Denn: Die verschiedenen Friesen-Sparten (siehe Kasten) müssen auf andere Hallen im Stadtgebiet oder in den Ortsteilen verteilt werden. Kein leichtes Unterfangen, denn vor allem die Trainingszeiten an den Abenden sind beliebt und rar. Für den Verein endet damit ein seit mehr als sechs Jahren andauerndes Hin und Her. Aber auch der Kindergarten „Die kleine Rasselbande“ muss ein neues Domizil beziehen.
Foto: Stephanie Marshall

Vermisste Frau ist tot
Jetzt herrscht traurige Gewissheit: Christa M. aus Föhrste, die vor rund einer Woche verschwunden war, ist tot. Kanufahrer fanden den leblosen Körper der 78-Jährigen am Samstagvormittag bei Wettensen in der Leine. Die Polizei konnte sie anhand ihrer Kleidung, persönlicher Gegenstände und eines Gebissabdrucks identifizieren. Die Leiche wurde obduziert. Das Ergebnis: „Wir haben keine Hinweise auf Fremdeinwirkung am Leichnam gefunden“, sagte Achim Frost, zuständiger Ermittler des Kommissariats in Alfeld, der AZ. Er gehe von einem Suizid aus.

Lohnendes Ziel für Investoren
Die INP-Gruppe aus Saarlouis will auf dem Betriebsgelände der Firma Krösche an der Hannoverschen Straße in Alfeld eine Senioren- und Pflegeeinrichtung mit 110 Einzelzimmern bauen. Das geht aus einer Erklärung der auf den Bau von Sozialimmobilien spezialisierten Gruppe hervor. Ein Kaufvertrag sei in Hamburg unterschrieben worden, heißt es. Das Grundstück besitzt eine Größe von 5000 Quadratmetern und liegt mehr als 800 Meter von der Sappi-Fabrik entfernt.

August

Britisches Blech und die AZ
Aus Alfelds englischer Partnerstadt Wakefield kehrt die „Metropolitan Brass Band“ nach sechs Jahren zurück an die Leine. bei ihrer Lokaltour unterhalten sie mit viel Spielspaß, Klassik und Pop auch vor dem Rathaus mit einem Platzkonzert. 13 Musikerinnen und 14 Musiker im Alter zwischen 16 und über 70 Jahren sind dabei, die Leitung hat Peter Kench. Hier hält die band eine AZ-Ausgabe mit einem Foto des Rathausturms, an dem der „Union Jack“ weht.

Jan Linkersdörfer

Bei Sappi ist der Schwefel los
Am Donnerstag, 29. August, rollt um 19 Uhr eine rote Welle auf das Sappi-Werk zu: ein halbes Dutzend Feuerwehrfahrzeuge. Gasalarm wegen einer lecken Schwefeldioxid-Leitung in der Papierfabrik. Allerdings jaulten keine Sirenen, und das Blaulicht wurde nicht angeknipst. Es war eine gemeinsame Großübung der Werkfeuerwehr mit dem Gefahrgutzug Süd des Kreises Hildesheim. Ralf Ahrens, Leiter der Werkfeuerwehr (65 Mitglieder) über den Zweck der Übung: „Lagebeurteilung, Menschenrettung, Leckage ermitteln und sie beseitigen. Heute geht es nicht um Tempo, sondern um die Erprobung der Zusammenarbeit.“ Das Foto rechts aus der großen AZ-Bildreportage vom 31. August zeigt eine Szene: Ein Sappi-Arbeiter liegt verletzt in der Gefahren-Halle. Vier Rettungskräfte in Schutzanzügen haben ihn gefunden. Er weist ihnen einen Weg aus der Halle heraus.Stefen Niemeyer

Eilert-Bau baut nicht mehr
Nach 98 Jahren geht es für das Alfelder Unternehmen August Eilert Hoch-, Tief-, Stahlbetonbau zu Ende. Die AZ meldet, dass Eilert-Bau die Bautätigkeiten eingestellt hat. Firmenchef Manfred Kokemüller hüllt sich in Schweigen.

Grünes Licht für Kita-Vertrag
Der Alfelder Gemeinderat erhält von seinen Ausschüssen für Finanzen und Jugend grünes Licht für den mit dem Landkreis Hildesheim ausgehandelten Vertrag über Kindertagesstätten. Der Kreistag hatte schon zugestimmt.

„Erbhöfe gibt es nicht mehr“
Im AZ-Sommerinterview deutet Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen (SPD) eine Wiederkandidatur bei den Stadtwahlen 2021 an: „Ich würde es gern noch einmal fünf Jahre weitermachen.“ Und: „Ich habe keine Angst vor Herausforderern.“ Über die Kandidatur sei im Frühjahr 2020 zu sprechen. Zu den Chancen seiner Partei: „Wahlpolitische Erbhöfe gibt es nicht mehr“, räumt er ein, „auch nicht für die SPD.“ Er beobachtet die Wahlerfolge parteiloser Bürgermeister wie Andreas Humbert (Lamspringe), Wolfgang Heimann (Freden) und Stephan Willudda (Delligsen). Zu den Chancen Parteiloser: „Es passiert jetzt häufiger, dass jemand auftritt, den niemand auf dem Zettel hatte und der politisch bisher keine große Rolle spielte. Aus Frustration über die etablierten Parteien wird schnell einer gewählt, der keine kommunalpolitische oder Verwaltungserfahrung hat.“
Marco Althaus/Nicole Niemann

 

September 

Alfeld feiert Stadtfest
Tolle Musik, großes Programm, begeisterte Menschen, super Stimmung und vor allem: bestes Wetter. Kein Wunder, dass Tausende von Menschen zum Alfelder Stadtfest kommen. Gemeinsam feiern sie eine große Party. Der Veranstalter, das Forum Alfeld Aktiv (FAA), hatte ein buntes Programm für jede Altersklasse – quasi einen Markt der Möglichkeiten – zusammengestellt. Die Besucher nehmen das Angebot gerne an, sie kommen zum Feiern, Bummeln, Einkaufen und Genießen in die Stadt. „Wir sind sehr zufrieden. Das Stadtfest ist toll gelaufen, unser Konzept ist aufgegangen“, sagt FAA-Geschäftsführer Hans-Günther Scharf. Doch was wäre ein Stadtfest ohne die vielen Drahtzieher, die für einen reibungslosen Ablauf und eine Auswahl an Aktionen sorgen. Da ist nicht nur das FAA-Team im Dauereinsatz. Viele ehrenamtliche Hände aus Vereinen und Verbänden wirken mit, damit Alfeld bei allen in guter Erinnerung bleibt. Das weiß auch der FAA-Geschäftsführer und verteilt ein Lob für die große ehrenamtliche Lobby in Alfeld und in den Ortsteilen. Großer Andrang herrscht nicht nur beim Programm auf der Bühne auf dem Alfelder Marktplatz – unter anderem mit „Conchita 4711“, sondern auch auf der Spielstraße, die von 40 Ehrenamtlichen betreut wird, oder der „Grünen Meile“ entlang der Holzer Straße, wo die örtliche Jägerschaft, der Hegering, die Forst, der Imkerverein und weitere Anbieter heimische Produkte zum Probieren und Tiere zum Anfassen präsentieren.

Stephanie Marshall

Gartenhaus brennt nieder
Ein Gartenhaus in Everode ist in Brand geraten. Durch das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr kann ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Wohnhäuser verhindert werden. Die Sirenen rissen um 5.40 Uhr nicht nur die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Freden, sondern auch so manchen Bürger aus dem Schlaf: „Wohnhausbrand in Everode“ lautet die Einsatzmeldung, die die Einsatzkräfte erreicht. bereits nach 12 Minuten ist die ortsfeuerwehr Everode vor Ort. Verletzt wird bei dem Brand niemand. Nachdem klar ist, dass kein Menschenleben in Gefahr ist, wird mit der Brandbekämpfung des Gartenhauses begonnen.

Feuerwehr

Schüler überbringen die Erntekrone
Eine Erntekrone für den Landrat – das hat Tradition. Jedes Jahr nach der Getreideernte flechten die Landfrauen des Kreisverbands Alfeld die Krone aus Ähren. In diesem Jahr haben sie dabei tatkräftige Unterstützung von den dritten Klassen der Alfelder Bürgerschule. Dann ist es soweit: Landfrauen und Schüler ziehen gemeinsam durch Alfeld, um die Krone an den Landrat Olaf Levonen zu übergeben, mit einem klassischen Ständchen: „Hejo, spann den Wagen an“. Mit der Aktion wollen die Landfrauen die Kinder für landwirtschaftliche Themen sensibilisieren und ihr Konsumbewusstsein stärken.
Jan Linkersdörfer

Mund auf – Stäbchen rein
Wer zwischen 17 und 55 Jahre alt ist und alle gesundheitlichen Kriterien erfüllt, kann sich für die Stammzellenspender-Kartei registrieren und so möglicherweise zum Lebensretter werden. Potenzielle neue Lebensretter haben sich in der BBS in Alfeld gemeldet. Die Schule hat auf Initiative von Markus Hame aus Coppengrave und Mithilfe vom NKR eine Typisierungsaktion organisiert.

Kultur entdecken
„Entdecken, forschen, Wissen schaffen“ – so lautet das Motto des 32.  Entdeckertages der Region Hannover, der am „Tag des offenen Denkmals“, im gesamten Leinebergland begangen wird. So sind wieder Hunderte Menschen in der Region unterwegs, um sich über Denkmäler, historische Gebäude und altertümliche Bräuche zu informieren.

Alfelder demonstrieren für das Klima
In der Alfelder Innenstadt demonstrieren rund 200 Menschen für den Klimaschutz. An dem weltweiten Klima-Streik, zu dem die Aktivisten von „Fridays for Future“ aufgerufen hatten, beteiligen sich nicht nur Schüler. Auch Ältere sind dabei.

Erste Ehrenamtskarten verliehen
Schon vor zwei Jahren haben Landrat Olaf Levonen und Oberbürgermeister Ingo Meyer den Vertrag für die Verleihung der Ehrenamtskarte mit dem Land Niedersachsen unterschrieben. Doch dann kam es zu Verzögerungen: Das Land wollte die Vergabe der Ehrenamtskarte. Und das hat gedauert. Und dann kam auch noch das Datenschutzgesetz dazwischen. Doch jetzt hat es endlich geklappt: Levonen und Meyer haben die ersten Ehrenamtskarten verliehen. Und weil die Vergabe nach der Herkunft der Inhaber ging, sind Silke Leuci (Kinderschutzbund) und Raphael Kreuzburg (Feuerwehr Alfeld) aus Alfeld die ersten, denen der Landrat die Karte im Großen Kreissaal übergeben hat. Die große Karte ist allerdings nur für das Foto. Beide haben eine Karte im Scheckkartenformat bekommen, mit der sie in vielen Geschäften vergünstigt einkaufen können oder ermäßigten Eintritt bekommen.
Andreas Mayen

 

Oktober 

Schlamm überspült Straße in Föhrste
Innerhalb nur weniger Minuten sind in Föhrste bei einem schweren Gewitter knapp 30 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Die Wassermassen spülen lose Erde von den umliegenden Feldern in den Ort und überfluten die Alfelder Straße im Bereich zwischen dem Regenwasserrückhaltebecken und dem nördlichen Bahnübergang. Rund 40 Feuerwehrleute aus Föhrste, Imsen-Wispenstein und Gerzen sind im Einsatz, um die mit Schlamm bedeckte Straße wieder passierbar zu machen. Überflutungen gibt es daneben auch in Imsen. bereits im Frühjahr hatte es ein ähnliches Szenario im gleichen Bereich in Föhrste gegeben. Auch damals hatten Schlammmassen die Alfelder Straße nach einem Unwetter überzogen. besonders unglücklich: Landwirte haben das gute Wetter der vergangenen Tage ausgenutzt, um die Äcker an den Hanglagen in Föhrste zu bearbeiten. Dadurch hat der gegen 23.30 Uhr einsetzende heftige Regen dann leichtes Spiel. Das Wasser reißt das lockere Erdreich mit sich. Im Schimmeck fließt das Wasser von den Feldern, reißt dabei loses Geäst mit, was wiederum die Einläufe verstopft. Dann kann ein Graben die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, sodass sie sich über die Straße talabwärts auf die Alfelder Straße ergießen. Auch die Gullys sind hoffnungslos überlastet und können die Sturzbäche nicht aufnehmen. bis in die frühen Morgenstunden sind die Alfelder Feuerwehrleute im Einsatz.

Thomas Jahns

Dem Ziegenbock auf der Spur
Einen tierischen Einsatz erleben Polizisten und Feuerwehrleute aus Alfeld im wahrsten Sinne des Wortes: Sie fangen gemeinsam einen ausgebüxten Ziegenbock. Der braunschwarz-weiß gescheckte Bock versetzt so manchem Alfelder einen Schrecken. Das Tier will scheinbar sein Wohnumfeld näher kennenlernen. So macht sich der Ziegenbock alleine von seiner Unterkunft in Alfeld auf den Weg, um sich andere Quartiere anzuschauen. Dabei inspiziert er einige Vorgärten, vor allem in Eimsen. Doch wenn die Beamten am genannten Ort eintreffen, ist der Ziegenbock schon längst über alle Berge – lediglich eine Duftnote seines schweren „Männerparfüms“ weht noch über dem jeweiligen Areal. Bis sie ihn schließlich in der Landrat-Beushausen-Straße finden. „Wir haben ihn gerochen, bevor wir ihn gesehen haben“, fasst ein Feuerwehrmann die Lage am Ort des Geschehens zusammen. Doch sehen ist das eine, das Einfangen des störrischen Tieres das andere. Am Ende beugt sich der Ziegenbock schließlich doch der Macht der Gesetzeshüter, die ihn eingekreist haben. Er lässt sich bei den Hörnern packen, mit einem großen Netz einfangen und zu seinem Besitzer zurückbringen.

Fotos: Matthias Quintel (und nicht Polizei…:-) )

2000 Menschen feiern zünftiges Oktoberfest
Bereits Sekunden nachdem die „Würzbuam“ auf der Bühne das Programm des Alfelder Oktoberfestes eröffnet haben, geht im ausverkauften Festzelt die Post ab. Rund 2000 Gäste lassen es bis tief in die Nacht so richtig krachen. Die Alfelder Version steht dem Münchener Original in nichts nach. Nur der Fassbieranstich klappt nicht auf Anhieb. Dabei gibt es kleine technische Probleme, sodass das Bier erst nach einer Verzögerung in den Krügen landet. Obwohl Bürgermeister Bernd Beushausen sich darum bemühte den Gerstensaft zum Fließen zu bringen, will es zunächst nicht recht gelingen.

Michael Vollmer

Von Handbrot bis kreativen Burgern
Premiere in Alfeld: Zum ersten Street-Food-Festival kommen zahlreiche Besucher – trotz des schlechten Wetters –, um sich durch das vielfältige Angebot zu probieren.

Schülerlabor „Explore“ eröffnet
Schülersprecherin Emma Schiller übergibt als Spende der Carl-Benscheidt-Realschüler einen 3D-Drucker an das neue Kinderlabor „ExploreScience Center“, das Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) in der BBS Alfeld eröffnet. Das vom Verein „OpenMINT“ initiierte Labor soll Spiele und Experimente mit Ingenieur- und Naturwissenschaften fördern.

Entkalkungsanlage: Aufsichtsrat sagt ja
Die Wasserwerk Alfeld GmbH will eine zentrale Entkalkungsanlage bauen. Diesen Beschluss hat der Aufsichtsrat des Stadtunternehmens einstimmig hinter verschlossenen Türen gefällt. Zuvor haben die Aufsichtsräte 8927 Antwortkarten der Einwohner-Umfrage ausgezählt. 5562 davon sprachen sich für den Bau aus, 3177 dagegen. 177 enthielten sich. Insgesamt waren 16 300 Bürger angeschrieben worden.

November

Laternengänger machen trübe Novemberabende heller
Sie machen die trüben Novemberabende heller: Die vielen Laternengänger, die in den Orten des AZ-Verbreitungsgebietes unterwegs sind. Ob zu zweit, mit der Familie, dem Verein oder dem ganzen Ort – alle singen laut: „Dort oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir.“ Auch beim großen Laternenumzug der beiden Alfelder Kirchen (Foto) tragen die Kinder stolz ihre selbst gebastelten bunten Laternen am Stock. seit vielen Jahren ist es gute Sitte, dass die St. Marien- und die St.-Nicolai-Kirchengemeinden gemeinsam zum Laternenumzug aufrufen. Dabei wechseln sich Start und Ende alljährlich ab. In diesem Jahr führen Konfirmanden in der evangelischen Kirche die Martinslegende auf. So erfahren Jung und Alt, dass der Legende nach der um 316 in Ungarn geborene Martin als 18-jähriger Soldat in einem strengen Winter hoch zu Pferd einen frierenden Bettler getroffen hat. Aus Mitleid teilte Martin seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem armen Mann. Eine wichtige Lektion für alle Laternengänger: Es ist wichtig, mit anderen Menschen zu teilen.

Foto: Ellen Seeger

Über Nacht steht die Brücke Langenholzen/Sack
Da staunen die Einwohner von Langenholzen und sack nicht schlecht: Quasi über Nacht bekommen sie eine neue Holzbrücke über die Warne, die die Grenzstraße mit dem Grandplatz verbindet. Das Technische Hilfswerk (THW) Elze rückt an und beginnt mit der ehrenamtlichen Arbeit. Es wird bis spät in die Nacht fleißig gesägt, gebohrt und geklopft. Am nächsten Nachmittag präsentiert die engagierte Truppe ihr fertiges Werk.

Foto: Michael Zander

Alfeld-rockt-Café bleibt leer
Ein Blick durch das Ladenfenster verrät: Das Alfeld-rockt-Café am städtischen Bahnhof ist leer – und das bleibt es wohl auch in der nächsten Zeit. Das liegt jedoch nicht am mangelnden Interesse der Jugendlichen aus der Region. Grund für die unfreiwillige Schließung ist ein Wasserschaden im Veranstaltungsraum, von dem auch die Elektrik betroffen ist. „Der Schaden wird zum Anlass genommen, die Elektrik der Einrichtung insgesamt einer Prüfung zu unterziehen“, heißt es von der Stadtverwaltung. Wie lange das dauert, sei noch unklar. Mit der Schließung des Jugendcafés verschwindet somit – zumindest vorübergehend – einer der letzten Rückzugsorte für Jugendliche in Alfeld. Denn ursprünglich wurden die Konzerte auf der Bühne des Jugendzentrums Treff organisiert.
Nach mehr als 100 Konzerten zog die Veranstaltungsreihe 2016 in das damalige „Alpalo“ am Bahnhof um. Denn aus brandschutztechnischen Gründen durften keine Konzerte mehr im Treff organisiert werden. Nun fallen auch die Konzerte im Alfeld-rockt-Café, wie die ehemalige Kneipe seit 2017 heißt, vorerst aus.

Foto: Carina Mädge

Erst der Umzug, dann sortieren
Im Hinterhof der Alfelder Finanzbehörde stapeln sich die Umzugskartons. Darin enthalten: Abertausende Akten, die von Hildesheim nach Alfeld und von Alfeld nach Hildesheim transportiert werden. Denn die Finanzämter der beiden Städte fusionieren, die Zuständigkeitsbereiche werden neu aufgeteilt.

Programm zum Goldenen Sonntag
Unter dem Motto „Goldener Sonntag“ lädt die Stadt zum vierten und damit letzten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres ein. Doch damit nicht genug: Drei Flohmärkte und Miniaturwelten der Modellbahnfreunde Alfeld ergänzen das Angebot.

Mit Kelle und Maschinenpistole
Kaputte Scheinwerfer, das Handy am Ohr oder ein nicht angelegter Gurt – vor allem potenziell verkehrsgefährdendes Verhalten führt auf der B3 immer wieder dazu, dass Autofahrer stoppen müssen. Beamte der Bereitschaftspolizei Hannover leiten sie zu einer Verkehrskontrolle. Rund zwei Dutzend Beamte sind im Einsatz. Sie unterstützen die Polizei Alfeld beim Auftakt der Verkehrssicherheitswoche.

Dezember

Aus für Schlafmedizin in Alfeld
Das Institut für Schlafdiagnostik und Therapie am Alfelder AMEOS-Klinikum schließt seine Tore. Für immer. „Das ist eine Katastrophe“, sagt dazu Josef Wirth, der Alfelder Internist und Schlafmediziner, der die Einrichtung 1993 im damaligen Alfelder Kreis- und Stadtkrankenhaus aufgebaut hat. Bis zu 300 Patienten mit Schlaferkrankungen wie Narkolepsie, Restless-Legs-Syndrom und Schlafapnoe waren bei ihm parallel in Behandlung.

Foto: Kahl

Knock-Out nach nur einer Minute

Der Gong zur ersten Runde ertönt und es dauert nur genau eine Minute und zwölf Sekunden, bis der Kampf schon wieder vorbei ist. Denn Ercan Koluman schickt bereits in der Anfangsphase des Box-Fights um den Deutschen Meistertitel der World boxing Union (WbU) seinen Kontrahenten, den Kroaten Milos Corak, nach einem rechten Körperhaken auf die Bretter. Acht, Neun, Zehn und Aus. Der Alfelder reißt die Arme hoch und schnallt sich im Anschluss an den ersten Jubel den begehrten Meister-Gürtel um seine Hüfte. „Ich habe die letzten 20 Tage vor dem Fight jeden Tag bis zu sechs Stunden trainiert“, erzählt er.

Fotos: Lippert/AZ

Alfelds Kämmerer Sievers geht
Guido Sievers, seit fast zehn Jahren Kämmerer der Stadt Alfeld, wird zum 1. April nächsten Jahres Erster Stadtrat in Bad Pyrmont werden. Der Rat der niedersächsischen Kleinstadt aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont hat ihn am Alfelder Jahrmarktstag für acht Jahre gewählt. Der Alfelder tritt in der Kurstadt die Nachfolge von Eberhard Weber an, der im Frühjahr nächsten Jahres in den Ruhestand tritt. Der 53-jährige Sievers wäre als Erster Stadtrat sowie Kämmerer der allgemeine Vertreter von Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) und damit Chef von rund 260 Mitarbeitern in der Verwaltung.
„Ich gehe mit großem Respekt an die Aufgabe heran. Sie stellt eine große Herausforderung dar“, so der Finanzexperte. Auch Bad Pyrmont habe, ähnlich wie Alfeld, mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Foto: Jahns

Ende im Alfelder Pflegechaos in Sicht
Es ist wie ein Puzzle mit tausend Teilen, kurz vor der Vollendung: Die Pflegeeinrichtung Park-Residenz kann wohl in absehbarer Zeit von ihren Ausweichquartieren zurück an den Antonianger ziehen. Wie Berthold Becker, Geschäftsführer der TSC Real Estate, mitteilte, würden die Sanierungsarbeiten in dem Gebäude „im ersten Quartal 2020“ beendet. Dann könne der Betreiber dort den Betrieb wieder aufnehmen. Es würde eine lange Zeit des Chaos enden. Der Antonianger war von dem Hochwasser am 26. Juli 2017 schwer getroffen worden. Die 130 Bewohner der Pflegeeinrichtung mussten evakuiert werden. Sie wurden in Ausweichquartieren untergebracht, viele von ihnen im Gebäude an der Hildesheimer Straße 72.

Foto: AZ

Strom fließt, aber wo sind die E-Autos?
Wer mit einem Elektroauto nach Alfeld fährt, hat jetzt eine Möglichkeit mehr, das Auto aufzuladen. Auf dem Seminarparkplatz hat das Überlandwerk Leinetal (ÜWL) zwei neue Ladesäulen in Betrieb genommen, an denen vier Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können. Schaut man auf die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur, sind im Leinebergland viele weiße Flecken zu sehen.
In Alfeld ist bisher eine Ladesäule aufgestellt – am Überlandwerk an der Hannoverschen Straße – nun kommen zwei dazu. In Duingen wurde eine Säule am Hallenbad aufgestellt. Spitzenreiter ist Gronau: dort haben E-Autofahrer an drei stellen die Möglichkeit, Strom zu tanken.
In Grünenplan steht am Tourismuszentrum ebenfalls eine Lademöglichkeit. Im Landkreis Hildesheim sind Ende Dezember 354 reine Elektrofahrzeuge angemeldet, davon 23 in Alfeld.

Biergarten sucht neuen Betreiber
Die Stadt muss für den Sommer 2020 einen neuen Wirt für den Biergarten in den Leineauen finden. Gastronom Marco Schwerdtfeger (28) macht nach nur einem Jahr nicht weiter.

 

Quelle: soweit nicht unter den Texten und Fotos anders angegeben: Alfelder Zeitung 2019

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