Spedition Vorkefeld

Die Spedition August Vorkefeld, damals in der Seminarstraße 8 in Alfeld ansässig, wurde 1909 gegründet.

August Vorkefeld senior, geboren am 16. September 1871, war bis zur Gründung seiner Spedition Kutscher in Pecks Hotel am Markt. Vorkefeld heiratete die damalige Köchin des Hotels Hermine Höwe, geboren am 04. August 1884 und es kam zur Gründung seines Unternehmens.

1914 wurde August Vorkefeld senior wieder Soldat und geriet in englische Gefangenschaft. Er kam erst 1920 wieder nach Hause.

August Vorkefeld junior, Jahrgang 1906, musste als Kind bereits im Geschäft mit anfassen, da sein Vater in Gefangenschaft war.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die Spedition 2 LKW, eine Büssing und einen Krupp. Der Krupp musste später der Wehmacht abgegeben werden. August jun. Wollte man gleich bei der Wehrmacht als Soldat behalten. Von diesem Vorhaben ließ man aber ab, da es für August jun., bedingt durch seinen Bauchumfang, keine passende Hose gab…

Als die Lebensmittelmarken 1939 eingeführt wurden, sagte August: „Wer früher kein halbes Pfund Mett essen konnte, braucht heute auch keines…“

Nach dem Krieg setzte die englische Militärregierung Vorkefeld als Fahrdienstleiter für den Kreis Alfeld ein.
Er bekam die seltenen Konzessionen 1+2 sowie die rote Universalkonzession. Somit durfte er sich gegenüber anderen frei bewegen und Güter transportieren. Das verschaffte Ihm dadurch Vorteile gegenüber anderen Spediteuren und Transporteuren.

Er war bis 1961 bahnamtlicher Spediteur und belieferte die Geschäfte mit eingegangenem Express- und Frachtgut mit Pferdegespannen- bzw. wagen.

Nach 1961 wurden nur noch Güter- Nah- und Fernverkehr sowie Möbeltransporte durchgeführt, wobei das Hauptgeschäft Möbeltransporte waren. Umzüge wurden durch ganz Deutschland ausgeführt.
Vorne fuhr der LKW, dahinter war meist ein Anhänger mit einer Holzkabine angehängt, in der die umziehende Familie während der Fahrt untergebracht war. Aus heutiger Sicht völlig unvorstellbar.

1970 erlag August Vorkefeld plötzlich und unerwartet einem Herzinfarkt. Da keine Nachfolge bereit stand, war dies mit einem Schlag das Ende der Spedition. Seine Tochter war zwischenzeitlich verheiratet und betrieb mit Ihrem Mann ein eigenes Geschäft, eine Fahrschule.

Text: Wilhelm Krösche, Alfeld

August junior mit 2 Pferden und Gespannführer, sowie seiner Mutter in der Seminarstraße.
Da der Senior sich noch in Gefangenschaft befand, muss die Aufnahme 1918 bis 1920 entstanden sein. Vermutlich wurde dem Vater das Foto in die Gefangenschaft geschickt um zu zeigen, dass sein Sohn bereits kräftig im Betrieb mit hilft, um natürlich auch den Vater bei Laune zu halten.

Familienidylle auf dem Vorkefeld’schen Hof in der Seminarstraße. Die Aufnahme entstand vermutlich 1914, kurz bevor August senior ins Feld zog.

In den 1920er Jahre vor dem Hause Bismarckstraße 12
Links im Bild August Vorkefeld junior, rechts im Bild Vorkefeld senior. Im Jahre 1926 kam der Studienrat Wilhelm Hanker nach Alfeld und zog in das Haus Bismarckstraße 12. Vermutlich wurde dieses Foto zu diesem Anlass aufgenommen.

August Vorkefeld junior am Lenkrad mit der Hand an der Hupe

       

Schlachtefest bei Vorkefelds Ende der 1920er Jahre.
Hermine Vorkefeld mit Schnapsflasche in der Hand, unbekannte Person, Schlachtermeister Heinrich Krösche, August Vorkefeld junior mit Beil in der Hand

Hermine Vorkefeld geb. Höwe und August Vorkefeld senior. Die Aufnahme entstand vermutlich 1934 zum 25jährigen Betriebsjubiläum der Spedition.

Nach dem 2. Weltkrieg vor dem Hochhaus auf der Hackelmasch. Hinter dem 2. Möbelwagen, das Lagerhaus der Firma Vorkefeld. Dieser Holzschuppen steht heute noch nahezu unverändert an seinem angestammten Platz.

In den 1930er Jahre, hier mit einem Büssing NAG

       

Etwa 1947 auf der Hackelmasch. Links ein Büssing mit Anhänger, dahinter ein Bulli, 2 Mercedes-Benz LKW jeweils mit Anhänger, sowie rechts im Vordergrund ein PKW mit Kennzeichen der Britischen Besatzungszone

Eheleute Alwine & August Vorkefeld mit ihrer Tochter Hannelore Nietmann, geborene Vorkefeld. Diese Aufnahme entstand vermutlich auf der Hochzeit der Tochter. Somit ist das Rätsel um die Fahrschule auch gelöst.

Der Kaelble sollte wahrscheinlich den Anhänger ziehen und muss nun selber aus seiner misslichen Lage befreit werden. Hier sehr schön die beschriebene Kabine für die Mitreisenden auf dem Anhänger zu sehen.
Der Aufnahmeort ist leider bislang unbekannt. Ist es Alfeld ???

Auch nach dem Kriege musste Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden. Kurze Pause für den Fotografen.
Der Mann am Führerhaus: Fritz Lösking

       

August Vorkefeld war auch in der Freiwilligen Feuerwehr Alfeld aktiv. Er übte das Amt des stellvertretenden Kreisbrandmeisters aus.

   

In den 1960er Jahren posiert die Fahrzeugflotte der Spedition Vorkefeld auf der Hackelmasch. 4 Magirus LKWs.

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