Bergbrauerei

Kürzlich stießen wir im Zuge der Recherche zu einer ganz anderen Geschichte auf das Foto der am 28. Oktober 1913 abgebrannten Bergbrauerei. Dieses interessante Bild, welches aus einer doch eher ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen wurde, weckte unser Interesse doch einmal genauer hinzusehen. Schnell stellten wir dabei fest, dass nicht sehr viel über die Bergbrauerei in der einschlägigen Alfelder Literatur geschrieben steht. Im Hintergrund des Bildes erhebt sich der Kirchturm der an der Bismarckstraße gelegenen, katholische Kirche.

Die Bergbrauerei wurde 1869 vom Maurermeister Kirsche gegründet. Sie nahm den Betrieb als kleine Handbrauerei auf. 1872 wurde sie verkauft und ging in den Besitz von W. Kiene über. Kiene führte die Brauerei im kleinen Maßstab weiter. Im April 1894 kaufte der aus Brandenburg stammende Brauereibesitzer Richard Greiner den Betrieb und firmierte zukünftig unter den Namen „Bergbrauerei von Richard Greiner“. Greiner setzte die bisherige Handbrauerei außer Betrieb, nachdem er ein neues Brauereigebäude über dem damaligen oberen Wallgraben errichtet hatte – dort wo sich heute in den Oberen Anlagen der Teich befindet.

Der ehemalige Standort der Bergbrauerei lässt sich heute nur erahnen, denn weitere Bilder der kompletten Brauerei sind unseres Wissens nach nicht existent.

Die (fett) rot markierten Bereiche beschrieben die Lage der Gebäude der ehemaligen Bergbrauerei

Das neue Braugebäude erhielt jetzt eine zeitgemäße maschinelle Einrichtung, die mit Dampf betrieben wurde. Um 1902 geriet die Bergbrauerei in eine wirtschaftliche Schieflage, es wurden Rettungsversuchen zur Erhaltung der Brauerei unternommen. Zum neuen Vorstand gehörte Carl Ferber, dieser vervollständigte die Einrichtung unter anderem durch die Aufstellung einer Eismaschine. Das Eis wurde bis dahin aus „Greiners-Teich“ gewonnen. Heute noch oder eher besser bekannt unter „Stiefels-Teich“ – Benannt nach Gustav Stiefel, dem Eigentümer der Schanzkellerbrauerei. 1903 erfolgte dann doch der Konkurs der Bergbrauerei – 1913 brannte diese ab.

Bereits ab 1909 begannen die Planungen und auch Ausgestaltung der heutigen Unteren und Oberen Anlagen. Die Wälle zwischen dem Holzer Tor (Holzer Straße) und Greiners Brauerei, die einstmals die Stadt vor Angreifern schützten, wurden zugeschüttet. Heute erinnert nichts mehr an die einstmals sicher stolze Bergbrauerei.