Brucks

Der Kupferschmied Henricus Broex wurde 1791 in Gerdingen (heute BREE in Belgien) geboren und traf 1829 auf der Wanderschaft im Kloster Lamspringe auf Arbeit und heiratete die Tischlermeister-Tochter Katharina Theiler (Ein Vorfahre gründete das Kloster – Chorstuhl mit Jahreszahl 1712 Christopher Theiler steht noch in der Klosterkirche).

Dessen Sohn wurde Kupferschmied und ging auf Wanderschaft nach Böhmen, heiratete dort 1865. Am Geburtstag seiner späteren Frau, am 1.Oktober 1863, gründete er in seinem Elternhaus in Lamspringe einen Handwerksbetrieb.
Im Mai 1864 ging der Heinrich Brocks -neue Schreibweise- nach Alfeld in die Leinstraße 1 (heute Schlachterei Hanke, ehem. Dingler), 1867 wurde die Leinstraße 3 dazugekauft (ehemals Spielzeug Wiegand).

1887 trat sein Sohn Heinrich (geb. 1868) in die Firma als Maschinenbautechniker (Technikum Einbeck) ein. Um die Jahrhundertwende war auch das Haus Leinstraße 3 zu klein und man suchte ein Gelände zur Erweiterung. Heinrich kaufte am Antonianger Land und man begann eine Bauplanung (heute Parkresidenz). Der Tod hielt 1906 den erst 37-jährigen von der Realisierung fern.
Seine 1897 geheiratete Frau Lina aber erfüllte den Traum und kaufte 1909 Gelände am Dohnser Bach und errichtete dort eine Fabrik .
1908 wurde die erste Heizung in das Rathaus bzw. Nikolaikirche installiert und brachte damit der Firma bis 1990 ein weiteres festes Standbein.

Leinstraße 1910

Mit Hilfe des Franz Waschek (Ziegelmasch) wurde der Maschinenbau aufgebaut. Er leitete mit Ihr das Unternehmen bis zum Eintritt des Walter Brucks 1921.
Es werden jetzt nicht nur Kupferschmiedearbeiten durchgeführt, sondern neben Apparaten für die Molkerei- und Spirituosenindustrie jetzt auch Spezialmaschinen für die Glas- und Korkwarenindustrie. Eine Buntmetallgiesserei mit hohem Ansehen entsteht und es lässt sogar das Reichsluftfahrtministerium bei Brucks fertigen.
1925 trat Reinhold Brucks in die Firma ein.
1938 übergab Frau Lina Brucks den Betrieb an Ihre beiden Söhne Walter und Reinhold Brucks, die 1948 die Firma Heinrich Brucks OHG Kupferschmiede-Metallgiesserei-Maschinenbau unter sich aufteilten in: Walter Brucks Kupferschmiede, Apparate –u. Rohrleitungsbau und Alfelder Metallgiesserei und Maschinenbau Reinhold Brucks KG.
Erst jetzt wurde der Drageekessel in der Fertigung aufgenommen.

Als Walter Brucks 1957 starb, übernahm seine Frau Gertrud die Firma. 1960 trat Heinrich-Dieter Brucks in die Firma ein, die er 1974 übernahm . 1974 wurde die Gießerei insolvent und musste schließen (heute Preisparadies 2000).
1983 Starb Heinrich Dieter Brucks und wiederum musste eine Witwe die Geschäfte weiterführen bis 1986 Ihr Sohn Karl-Heinrich in die Firma eintrat.
Bedingt durch die enormen Investitionskosten der Neuentwicklung einer großen Vollautomatischen Dragieranlage und deren Folgekosten (Prototyp) wurde das Kapital der Firma aufgebraucht und ging 1991 in die Insolvenz.
Man musste von vorn anfangen wie einst der Gründer.
2007 hat man Alfeld verlassen und das Gelände der Raiffeisengenossenschaft Hannover in Brüggen erworben und fertigt dort wieder das seit 1948 den Betrieb begleitende Produkt Drageekessel.

Die sechste Generation steht schon bereit.

Text: Heinrich Brucks, Alfeld/Brüggen

Modell der Firma Brucks am Dohnser Weg

Luftbild 1970er Jahre

Drageekesselfertigung 1960er Jahre

Luftbild 1990er Jahre

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