Antonianger

Ehedem Schweineweide. Der Heilige Antonius war Schutzpatron der Schweinehirten (Sween genannt) und der Schweinzucht.

Der Antonianger in einer seltenen und äußert interessanten Ansicht um 1910. Die Aufnahme entstand ungefähr dort wo noch heute das Elternhaus (MQ) steht, auf der Gabelsbergerstraße 33. Damals noch gänzlich unbebaut. Der Opa von MQ baute das Haus 1927

Die heutige SVA-Turnhalle am Antonianger in Alfeld

100 Jahre liegen zwischen beiden Bildern der seit den 1890er Jahren hier ansässigen Turnhalle der heutigen SVA. Diese Stätte unserer frühen sportlichen „Erfolge“ hat sich in Ihren Grundzügen bis heute kaum verändert.

1890

1990er Jahre

Die am Antonianger ansässige und gelichermaßen alteingesessene Gärtnerei Binnewies um 1909 mit einem Teil seiner Gewächshäuser, rechts davon das alte Wohnhaus.
Im Vordergrund die Straße „Am Antonianger“ wie es eigentlich richtig heißt, im Hintergrund Häuser an der „Winzenburger Straße“. Wer genau hinsieht, kann noch die Turnhalle der Pädagogischen Hochschule erkennen.

50er bis 70er Jahre

1950er Jahre

Antonianger Ecke Gabelsbergerstraße 1969

1969

Antonianger Ecke Wiegandstraße

       

1970

1970, unmittelbar nach dem Abriss der alten Gärtnerei.

1971

 

Antonianger Haus Nr. 4

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war das Gebiet um die so genannte „Weiße Erde“ für die Alfelder das Neubaugebiet. So entstanden in diesem Bereich an den Straßen der Kalandstraße, Bismarckstraße, Antonianger, Marienstraße viele Bürgerhäuser sowie das Amtsgericht, das Real-Reformprogymnasium und der Bau der ersten Marienkirche. Unser heutiges Bild aus der Leserschaft der Alfelder Zeitung zeigt eines dieser massiven Bürgerhäuser, das im Jahr 1897 erbaute Haus am Antonianger Nr. 4. Gegenüber befindet sich heute die Park-Residenz.

Wer dieses herrschaftliche und eindrucksvolle Haus seinerzeit erbaut hat, ist uns heute leider nicht mehr bekannt. Jedoch wissen wir aus alten Adressbüchern, dass dieses Haus im Jahre 1925 einem Provinzialwegemeister Schaper gehörte. 10 Jahre später war ein pensionierter Amtsgerichtsrat Harlisse Eigentümer dieses aus massiven Ziegeln gebauten Anwesens.
Im Jahr 1938 gehörte es einer Familie Wilhelm Köhring, von denen es an die Familie Otto Busch weiterverkauft wurde. Von der Familie Busch kaufte ein Alfelder Handwerksmeister das Grundstück als seinen Altersruhesitz.


Abenteuerspielplatz Antonianger

Hier nachfolgend Ansichten aus dem Jahr 1974 die eher den jüngeren Lesern unserer Serie noch in lebhafter Erinnerung sein müsste. Der Abenteuerspielplatz am Antonianger. Dieser Spielplatz suchte bis Anfang der 1980er Jahre im gesamten Altkreis seinesgleichen. Das war noch ein richtiger Abenteuerspielplatz. Man konnte sich an den groben Spielhäusern verletzten, man konnte klettern ohne Seile und Netze, die Aufgänge zu den Häusern hatten keine nennenswerten Geländer, aber, wir haben es überlebt und uns ist nichts passiert.


Im ersten Drittel der 1980er Jahre wurden die Häuser entfernt, später kam als weiteres Spielgerät ein echter Lanz Bulldog dazu. Darauf wurde getobt was das Zeug hielt. Heute undenkbar. Etwas später kam eine große Mauer dazu, auf der ein Fußballtor aufgemalt war. Damit war die Attraktivität der Spielplatzes eigentlich dahin.

1981 – Hier ist ER. DER Traum unserer Kindheit.

 

1992 wichen nicht nur einige der großen Gewächshäuser der angrenzenden Gärtnerei, sondern auch der Spielplatz mitsamt der „parkähnlichen Anlage“ dahinter musste endgültig von uns Kindern aufgegeben werden, denn die heutige Park-Residenz sollte gebaut werden, was dann auch geschah wie wir heute wissen. Erfreulicherweise wurde dieser Wohnpark konzeptionell  in die bestehende Umgebung perfekt integriert.

Antonianger …

… kurz vor …

… dem Bau …

…der Park-Residenz.

1992

1995

 Antonianger Ecke Weiße Erde

Hätten Sie diese Ansicht auf Anhieb erkannt? Falls nicht ist das nicht verwerflich, denn die Ecke Weiße Erde, (heute Walter-Gropius-Ring) und dem Antonianger zeigt sich mittlerweile in einem ganz und gar anderen Bild.
Diese, für das Jahr 1960 durchaus übliche Szenerie die reich an zeittypischen Details ist, hat sich mit den auslaufenden 1970er Jahren komplett verändert. Wo hier noch eine Rasenfläche das Ende der Weißen Erde markiert, fahren heute hunderte von Autos links in Richtung Innenstadt, ein Spielplatz wurde seinerzeit angelegt und von den Kindern der angrenzenden Straße dankbar genutzt.
Wie an vielen Stellen der Stadt verteilt befand sich auch im Eckhaus Antonianger 13 ein Rewe Lebensmittelgeschäft, das ab den 1950er Jahren unter dem Namen „Ach“ eingetragen war. Danach erscheinen im Zusammenhang mit dem Geschäft Namen wie Spengler und Suhr. Neben dem Ladeneingang das allgegenwärtige Underberg-Blechschild mit obligatorischem Außenthermometer. An der Straße warten noch die Blechmülltonnen der Alfelder Müllabfuhr auf ihre Abholung. Die Dame ganz rechts im Bild schreitet augenscheinlich sehr entschlossen in Richtung des Ladens um die letzten Dinge für das bevorstehende warme und vor allem selbstgekochte Mittagessen einzuholen, das zu dieser Zeit durchaus noch üblich war. Diese Zeiten haben sich geändert, das Haus ist aber geblieben.