Antonianger

Ehedem Schweineweide. Der Heilige Antonius war Schutzpatron der Schweinehirten (Sween genannt) und der Schweinzucht.

Nachfolgend eine Ansicht aus der Rubrik der Bilder, die heute nicht mehr exakt nachstellbar sind. Die Aufnahme aus den 1910er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zeigt im Vordergrund die ersten Häuser am östlichen Antonianger, aufgenommen ungefähr auf Höhe der heutigen Gabelsberger Straße. Von einer Bebauung des sich im Hintergrund befindlichen Eiberges noch keine Spur, heute haben hier das Krankenhaus, das Schwesternwohnheim und das Altenheim St. Elisabeth ihren Platz im Landschaftsbild gefunden.
Die spätere Hildesheimer Straße zeichnet sich bereits durch ihren Baumbewuchs ab. Der Schuppen von „Meyer am Markt“ befindet sich ebenso schon an der „Weißen Erde“ wie einzelne Stallungen der Tierhandelsfirma Ruhe.
Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken auf dieser Aufnahme, da es nicht sehr viele Bilder aus dieser Zeit und diesem Bereich gibt.
Wer ist wohl die Frau im Vordergrund?

Der Antonianger in einer seltenen und äußert interessanten Ansicht um 1910. Die Aufnahme entstand ungefähr dort wo heute das Haus auf der Gabelsbergerstraße 33 (Bj. 1927) steht. Damals noch gänzlich unbebaut. Hinter den drei Häusern auf dem Antonianger verläuft die Warne in ihrem natürlichen Bett. Die Warne nutzt auf diesem Bild die angrenzenden Flächen als natürliche Überschwemmungsfläche.

Heute, 100 Jahre später, ist es gänzlich unmöglich diese Perspektive nachzustellen, obgleich wir es versucht haben und gerne getan hätten. So müssen wir uns doch heute mit dieser perspektivisch nicht korrekten Darstellung begnügen. 

2010

 


Die am Antonianger ansässige und gleichermaßen alteingesessene Gärtnerei Binnewies um 1909 mit einem Teil seiner Gewächshäuser, rechts davon das alte Wohnhaus.
Im Vordergrund die Straße „Am Antonianger“ wie es eigentlich richtig heißt, im Hintergrund Häuser an der „Winzenburger Straße“. Wer genau hinsieht, kann noch die Turnhalle der Pädagogischen Hochschule erkennen.

1909

Bis zum Bau der Residenz befanden sich auf dem Grundstück die weitläufigen Anlagen und Gewächshäuser der seinerzeit weltberühmten Gärtnerei Binnewies, aber auch einer der bis dahin schönsten Spielplätze für uns Kinder befand sich eben auf diesem späteren Baugrund: der Abenteuerspielplatz mit dem Lanz-Bulldog Trecker als Spielobjekt.

2013


Die heutige SVA-Turnhalle am Antonianger in Alfeld

Mehr als 125 Jahre liegen zwischen dem ersten und dem letzten Bild seit den 1890er Jahren hier ansässigen Turnhalle der heutigen SVA. Diese Stätte unserer frühen sportlichen „Erfolge“ 🙂 hat sich in Ihren Grundzügen bis heute kaum verändert.

18.09.1890

1950er

1980er

1990

2007


1930er Jahre

Blick auf den Antonianger und Gabelsberger Straße in den 1930er Jahren

50er bis 70er Jahre

Rechts im Bild die weltbekannte Gärtnerei Binnewies. Alfeld ist auch durch die Alpenveilchenzucht bekannt und weltberühmt geworden. Die Gärtnerei wurde so bekannt, dass sogar der Generalfeldmarschall und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg am 13. Januar 1925 die Firma am Antonianger besuchte und besichtigte.

Antonianger Ecke Gabelsbergerstraße 1969

1969

Antonianger Ecke Wiegandstraße

1970

1970: 1. Abriss

1971

2008

2012

2015


Antonianger Haus Nr. 4

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war das Gebiet um die so genannte „Weiße Erde“ für die Alfelder das Neubaugebiet. So entstanden in diesem Bereich an den Straßen der Kalandstraße, Bismarckstraße, Antonianger, Marienstraße viele Bürgerhäuser sowie das Amtsgericht, das Real-Reformprogymnasium und der Bau der ersten Marienkirche. Unser heutiges Bild aus der Leserschaft der Alfelder Zeitung zeigt eines dieser massiven Bürgerhäuser, das im Jahr 1897 erbaute Haus am Antonianger Nr. 4. Gegenüber befindet sich heute die Park-Residenz.

Wer dieses herrschaftliche und eindrucksvolle Haus seinerzeit erbaut hat, ist uns heute leider nicht mehr bekannt. Jedoch wissen wir aus alten Adressbüchern, dass dieses Haus im Jahre 1925 einem Provinzialwegemeister Schaper gehörte. 10 Jahre später war ein pensionierter Amtsgerichtsrat Harlisse Eigentümer dieses aus massiven Ziegeln gebauten Anwesens.
Im Jahr 1938 gehörte es einer Familie Wilhelm Köhring, von denen es an die Familie Otto Busch weiterverkauft wurde. Von der Familie Busch kaufte ein Alfelder Handwerksmeister das Grundstück als seinen Altersruhesitz.


Abenteuerspielplatz Antonianger

Hier nachfolgend Ansichten aus dem Jahr 1974 die eher den jüngeren Lesern unserer Serie noch in lebhafter Erinnerung sein müsste. Der Abenteuerspielplatz am Antonianger. Dieser Spielplatz suchte bis Anfang der 1980er Jahre im gesamten Altkreis seinesgleichen. Das war noch ein richtiger Abenteuerspielplatz. Man konnte sich an den groben Spielhäusern verletzten, man konnte klettern ohne Seile und Netze, die Aufgänge zu den Häusern hatten keine nennenswerten Geländer, aber, wir haben es überlebt und uns ist nichts passiert.


Im ersten Drittel der 1980er Jahre wurden die Häuser entfernt, später kam als weiteres Spielgerät ein echter Lanz Bulldog dazu. Darauf wurde getobt was das Zeug hielt. Heute undenkbar. Etwas später kam eine große Mauer dazu, auf der ein Fußballtor aufgemalt war. Damit war die Attraktivität der Spielplatzes eigentlich dahin.

1981 – Hier ist ER. DER Traum unserer Kindheit.

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1992

1992

1992 wichen nicht nur einige der großen Gewächshäuser der angrenzenden Gärtnerei, sondern auch der Spielplatz mitsamt der „parkähnlichen Anlage“ dahinter musste endgültig von uns Kindern aufgegeben werden, denn die heutige Park-Residenz sollte gebaut werden, was dann auch geschah wie wir heute wissen. Erfreulicherweise wurde dieser Wohnpark konzeptionell  in die bestehende Umgebung perfekt integriert.

Antonianger …

… kurz vor …

… dem Bau …

…der Park-Residenz.

1992

1995

 


Antonianger Ecke Weiße Erde

Hätten Sie diese Ansicht auf Anhieb erkannt? Falls nicht ist das nicht verwerflich, denn die Ecke Weiße Erde, (heute Walter-Gropius-Ring) und dem Antonianger zeigt sich mittlerweile in einem ganz und gar anderen Bild.
Diese, für das Jahr 1960 durchaus übliche Szenerie die reich an zeittypischen Details ist, hat sich mit den auslaufenden 1970er Jahren komplett verändert. Wo hier noch eine Rasenfläche das Ende der Weißen Erde markiert, fahren heute hunderte von Autos links in Richtung Innenstadt, ein Spielplatz wurde seinerzeit angelegt und von den Kindern der angrenzenden Straße dankbar genutzt.
Wie an vielen Stellen der Stadt verteilt befand sich auch im Eckhaus Antonianger 13 ein Rewe Lebensmittelgeschäft, das ab den 1950er Jahren unter dem Namen „Ach“ eingetragen war. Danach erscheinen im Zusammenhang mit dem Geschäft Namen wie Spengler und Suhr. Neben dem Ladeneingang das allgegenwärtige Underberg-Blechschild mit obligatorischem Außenthermometer. An der Straße warten noch die Blechmülltonnen der Alfelder Müllabfuhr auf ihre Abholung. Die Dame ganz rechts im Bild schreitet augenscheinlich sehr entschlossen in Richtung des Ladens um die letzten Dinge für das bevorstehende warme und vor allem selbstgekochte Mittagessen einzuholen, das zu dieser Zeit durchaus noch üblich war. Diese Zeiten haben sich geändert, das Haus ist aber geblieben.


Der Parkplatz des Gymnasiums am Antonianger

Eigentlich eine unspektakuläre Anischt. Eigentlich. Bei genauerem hinsehen erkennen wir aber Gartenanlagen und einen mehr oder weniger befestigten Weg, der kurz darauf die Verlängerung des Antoniangers in Richtung Stiefels Teich darstellen soll. Nur knapp zwei Jahre später, also 1969, begannen die Bauarbeiten für das neue Alfelder Kreisgymnasium das am 5. Oktober 1971 eingeweiht wurde und über ein Raumprogramm von 36 Klassen, 53 Fachräumen und 83 sonstigen Räumen verfügte.

Diese Aufnahme entstand als vorbereitende Maßnahme seitens des Architektenkonsortiums um sich ein Bild des gesamten Areals für die anstehende Bauplanung des Gymnasiums zu verschaffen. Mit an der Planung des neuen Schulbaus beteiligt war der Alfelder Architekt Albert Hasse. Hasse zeichnete für eine Vielzahl von prägnanten Bauten in Alfeld verantwortlich. Zahlreiche öffentliche, gewerbliche, aber auch private Bauten entstammen seiner Zeichenfeder. So wandelte sich eine Gartenanlage in einen Schulparkplatz.


Übergang Antonianger Heiligenhölzchen

Im Übergang des Antonianger zum Heiligenhölzchen beginnt dieser für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer wichtige Verbindungsweg nach Langenholzen.  Davor, also so wie im Bild aus dem Jahr 1957, ist von Wegebefestigung noch keine Spur zu sehen. Der Weg nach Langenholzen ist hier nichts als ein ordentlich ausgetretener Trampelpfad.

Gestern wie heute plätschert links neben diesem Pfad friedlich die Warne stadteinwärts. Welche Kraft das Wasser hat und wie aus einem kleinen unscheinbaren Bach ein reißender Strom werden kann haben wir alle beim Juli-Hochwasser 2017 erlebt. Damit war dieser heutige, in Verlängerung des Antonianger auch der Naherholung dienende Weg unpassierbar geworden. Hierbei wurde das „Heilgenhölzchen“ und die nähere Umgebung arg in Mitleidenschaft gezogen; das Hochwasser hinterließ nicht nur hier eine Spur der Verwüstung.

Das Nachher-Bild entstand vor dem Hochwasser, der Weg ist mit Verbundsteinpflaster versehen, das Gymnasium inklusive Sporthalle ist gebaut, der Weg entsprechend asphaltiert. Der Bewuchs ist zwischenzeitlich nicht nur in die Höhe gewachsen.