Versenkte Schätze

Versenkte Schätze

Im Bereich der Schulenberger Kapelle in der Feldmark Sack lagen seit Jahr und Tag versenkte Schätze, von denen man nicht wusste, durch wen und wie sie dort hingekommen waren.
Zwei Männer, einer aus Sack und einer aus Langenholzen, hatten durch geheimnisvolle Zauberbräuche die Stelle ausgemacht, an der der Schatz ruhte. In mondheller Nacht gingen sie schweigend dabei, den Erdboden aufzuhauen, und tatsächlich kam nach mühevoller Arbeit der Kessel, in dem die Kleinodien verwahrt sein mussten, zum Vorschein. Der eine wollte laut aufjubeln. Doch ein Wink des Gefährten brachte ihn zu Schweigen. Nun fingen sie an, das Gefäß hochzuwuchten. Da kam ein Fuder Heu mit einem Gesapnn junger Gösseln. Der Fuhrmann rief: „Nähmt jöck in acht, dat jöck dat Föer Heu nich up´n Kopp fällt!“ Unbeirrt arbeiteten sie weiter. Langsam kam der Kessel höher. Da rutschte auf einer Backmulde ein altes Mütterchen vorbei und fragte, ob sie das Fuder Heu mit den Gösseln nicht gesehen hätten. Keiner antwortete. Nun war der Kessel fast oben. Eben wollten die beiden zufassen, da schrie jemand: „Nu kümmt de Oellerste mit´n pärefaut sülwest“ und rief dem einen mit dem roten Kamisol zu: „Deck sall de Hund wat sch……!“ – Da sank der Schatz mit lautem Krach wieder in die Tiefe.

Auch eine goldene Bahre soll noch unter der Schulenberger Kapelle ruhen. Niemand kann sie heben, da das lösende Zauberwort unbekannt ist.


Entnommen aus Hoike „Sagen und Erzählungen aus dem Land zwischen Hildesheimer Wald und Ith“ von Wilhelm Barner, erschienen in der Schriftenreihe des Heimatmuseums Alfeld, Nr. 7