Röllinghausen

Die Geschichte Röllinghausens in Kurzform

Der Name Röllinghausen, früher (1387) “Rollingehusen“ und 1459 „Roiigehusen, auf den Karten des 18ten Jahrhunderts „Rellihusen“, 1819 „Rölliehausen“ geschrieben, wird etwa „Haus des Rollo“ bedeuten, also eine sehr alte Siedlung. Aber diese Deutung ist durchaus unsicher.
Zur Zeit des Winzenburger Erbregisters von 1578 gehört das Dorf den v. Wrisberg. Älteste Nachrichten sind einige Urkunden des 15ten Jahrhunderts wie von 1413, nach der Ernst v. Wrisberg vom Bischof Magnus mit Röllinghausen und dem Kirchlehen daselbst belehnt wird. Zur Zeit des 30jährigen Krieges musste auch Röllinghausen schwere Kontributionen aufbringen. Im 7jährigen Kriege hatte es ebenfalls starke Einquartierung.

Eine alte Linde steht am Ende des Tales in der Dorfstraße, eine andere von 1870 bei Aues Gastwirtschaft auf dem „Tie“. Die Linde auf dem Platz vor der Kirche ist eine Friedenslinde von 1875, gleichsam als Kriegerdenkmal von einem Steingehäuse umgeben. Der Kirche gegenüber steht das alte quadratische Hirtenhaus (Schäferhaus) mit dem v. Wrisbergschen Fasan über der Tür.
1894 ist die gesamte Feldmark mit Wald und Wiesen 326 ha groß. Erwähnt wurde der einstige starke Hopfenanbau Die bekanntesten Flurnamen sind von Norden her Kleikamp, Wein- und Himmelberg, Steinkuhle. Bekannt sind die Steinbrüche (roter Sandstein).

Eine in den erwähnten Urkunden schon genannte, dem Hi Petrus geweihte Kirche hat Röllinghausen schon im Mittelalter besessen. Diese alte Kirche stand unten im Dorf, (wo der Pfarrgarten ist). Sie brannte am 4. Mai 1806 infolge Blitzschlages nieder. Die neue Kirche wurde ab 1807 nicht wieder an der ursprünglichen Stelle des abgebrannten Gotteshauses aufgebaut, sondern erhielt ihren neuen Platz inmitten des Dorfes, am „Hopfenberg“, dem heutigen Standort oberhalb des Schäferhauses.

Der alte Ortskern erstreckt sich vom Thie aus nach Nordosten im Bachtal zwischen Steinberg und Brucht. Die meisten alten Häuser sind in den Jahren nach 1700 entstanden, das älteste stammt aus dem Jahr 1697.

Eine wesentliche Erwerbsgrundlage neben der Landwirtschaft bildeten über Jahrhunderte die beiden Steinbrüche (Steinkuhle), die schon 1486 von Alfeld erworben und zum Bau des Rathauses und der St.-Nikolai-Kirche genutzt wurden.
Später wurde u a. auch der Bahnhof in Hameln aus dem Röllinghäuser Stein gebaut. 1870 wurde der Steinbruch am Katthagen, 1932 auch der im Oberdorf stillgelegt.
Heute ist der bedeutendste Industriebetrieb die Firma Funke, die mit mehr als 200 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Modelle und Formen für Firmen in aller Welt fertigt
1912 wird die Landstraße von Alfeld nach Freden auf der aufgeschütteten Ziegelmasch gebaut, so dass die alte Straße nach Alfeld am Hang des Steinbergs ihre Bedeutung verliert. Dort entstehen nach 1945 aber die Neubaugebiete „Am Weinberg“ und „In der Steinkuhle“.

Im Zuge der Gebietsreform wird Röllinghausen 1974 ein Ortsteil der Stadt Alfeld (Leine).

Einwohnerzahlen:

1809: 170
1810: 158
1919: 288
1925: 289
1938: 269
1951: 414
1995: 767
2002: 722

nach Paul Graff, Geschichte des Kreises Alfeld August Lax (1978)

Dieser Text stammt aus der Broschüre „Ortschronik Röllinghausen“, herausgegeben von der BAL-Ratsfraktion Alfeld. Vielen Dank.
Mit freundlicher Genehmigung der BAL-Ratsfraktion Alfeld.

 

Das Ortswappen von Röllinghausen

Auf Silber ein auf schräglinks verlaufendem, grünem Eichenzweig sitzender Eichelhäher in den natürlichen Farben.

Von alters her bezeichnet der Volksmund die Röllinghäuser als „die Äxter“ (=Häher); die Veranlassung hierzu ist nicht mehr zu ergründen. Wie die Einwohner des Dorfes ihren „Terneidsnamen“ auffassen, beweist die Hereinnahme des Eichelhähers in das Dorfwappen. Der Gedanke kam aus der Dorfgemeinschaft und ist vom Bürgermeister im Einvernehmen mit den Gemeinderäten durch Beschlussfassung bestätigt.

„Neu-Röllinghausen“ in den 1960er Jahren

Das Hirtenhaus in den 1970er Jahren