Sack

Die Geschichte Sacks in Kurzform

Sack

Sack liegt heute an der Straße von Alfeld nach Adenstedt. Bis zum Bau der Straße über Wernershöhe nach Hildesheim verlief die alte Straße über Wrisbergholzen dicht an dem Ort vorbei, was auch als Anlass für die Gründung angenommen wird. Der Name Sack bedeutet vermutlich „enge Schlucht ohne rechten Ausgang“.. Die einzige Quelle lag im Solbrink. Auch der Verfall der Schulenburger Kapelle und einer dazu gehörigen Siedlung wird mit Wassermangel zu erklären sein. 1205 wird die Kapelle des Hl. Georg zur eigenen Pfarrkirche erhoben, das erste Datum aus der Geschichte des Ortes. 1694 ließ der Patron v. Steinberg die heutige größere Kirche erbauen. Sie steht am Hopfenberg, ein Hinweis auf eine Einnahmequelle für den sonst recht armen Ort.
Die Feldmark ist mit rund 800 ha verhältnismäßig groß. Die wichtigsten Flurnamen sind Hopfenberg, Lausebrink und Sillienbusch.
Im 30jährigen und im 7jährigen Krieg erlitt der Ort Plünderung und Einquartierung. 1823 hatte Sack nur 246 Einwohner, 1925 aber 362. Das erklärt sich aus der wachsenden Alfelder Industrie, in der um 1900 22% der Einwohner arbeiteten. Die Neuordnung des Grundbesitzes, die Verkuppelung, fand in den Jahren 1886/88 statt. Dadurch verschwanden auch die Hohlwege, die so tief geworden waren, dass bei Unwetter die Wassermassen aus dem Sackwald durch sie strömten. Bei einem dieser Unwetter wurden am 4. Juni 1858 zwei Männer überrascht, von denen einer ertrank. Der Gedenkstein in der Feldmark auf dem Wege zum Steinbruch erinnert daran.
Das Ortsbild wird von den meist mit dem Giebel zur Straße zeigenden Höfen an der Hauptstraße, der Sackwaldstraße, geprägt. An einigen Höfen kann man noch eine Besonderheit sehen: Der vordere Teil des Wohnhauses springt etwas vor, so dass der Eingang geschützt liegt. Der alte Ortskern liegt aber am südlichen Abhang mit Kirche und Schulhaus. Die Erweiterung des Ortes folgt der Straße nach Alfeld, so dass der Ort immer näher an Langenholzen heranrückt.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wird 1974 Sack ein Ortsteil der Stadt Alfeld (Leine). In den 90er Jahren entsteht das Neubaugebiet zwischen dem Ortskern und der Straße nach Hildesheim. Eine im Jahr 2002 begonnene, umfassende Dorferneuerung wird 2004 vollendet.

Einwohnerzahlen:

1809: 249 1951: 604
1919: 367 1995: 537
1925: 362 2002: 518
1938: 343 2004: 527

nach: Paul Graff, Geschichte des Kreises Alfeld, August Lax (1978)

Dieser Text stammt aus der Broschüre „Ortschronik Sack“, herausgegeben von der BAL-Ratsfraktion Alfeld. Vielen Dank.
Mit freundlicher Genehmigung der BAL-Ratsfraktion Alfeld.

Das Ortswappen von Sack

Auf goldenem Schild in Grün zwei Eichenblätter mit reifender Eichel.

Das Dorf Sack ist eine Hägersiedlung des frühen Mittelalters, deren Gemarkung durch Rodung gewonnen ward. Da der Wald, der noch heute stellenweise reiche Eichenbestände zeigt, der Siedlung Raum gab, ward von der Gemeinde Sack das Eichenreis als Symbol im Wappen erkoren.

Sack hat einen neugestalteten Internetauftritt. Bitte unbedingt mal besuchen. Hier geht’s nach Sack.

Vorwort

Sack liegt 165 Meter hoch an der Strasse von Alfeld nach Hildesheim, 3,8 km von Alfeld entfernt.

Der Name Sack bedeutet nach Paul Graff „enges Tal“ oder „enge Schlucht ohne rechten Ausgang“. Danach hätte Sack seinen Namen nach der Lage des Ortes.

Überliefert ist aber auch jene Deutung des Ortsnamens, der sich auf die Köhlerei in Sack bezieht. Nach der Überlieferung gingen die Angehörigen der Köhler nach Sack um die Kohlen zu holen und einzusacken.
Sie sagten „Wöi wüllt noa’n Sacken goan.“

Sack ist aber mehr als nur ein Ort, ist mehr als Geschichte.
Sack ist Leben in einem Ort – mit Geschichte – mit vielen Geschichten.

„Wenn wir jetzt nicht die alten Geschichten aufschreiben, ist bald keiner mehr da, den wir fragen können und dann wird irgendwann Alles vergessen sein.“

Alles vielleicht nicht, aber viele schöne Geschichten, die Teil unseres Lebens hier geworden sind. Geschichten, die etwas aussagen über die Lebensart der Säcker und die auch ein Stück Lebensqualität in Sack ausmachen.

Nur Zahlen und Fakten könnten schnell langweilig werden, so dass den Fakten schwarz auf weiß, Anekdoten und Geschichten hinzugefügt sind.

Die Idee zu diesem Werk entstand durch Gespräche zwischen Jürgen Gerke und mir, in dessen Verlauf irgendwann der obige Satz fiel.

Ein Buch, so es denn mal eines werden wird, muss einen Namen haben.

Dieses Buch, obwohl es eben noch lange nicht fertig ist, hat aber jetzt schon drei Titel: Geschichten aus der Ortschaft Sack, Die Geschichte der Ortschaft Sack und nun auch noch den, den vielleicht endgültigen

„Woi wüllt noa’n Sacken goan.“

Eigentlich ein Zitat aus dem Buch von Paul Graff „Geschichte des Kreises Alfeld“.

Beim Lesen der ersten Seiten klingt aber auch eine Liebeserklärung an die Ortschaft Sack mit, die fast so klingt wie Willi Ostermann‘s „Ich möch so jän noh Kölle jon“, ein Schlagertitel, den in Köln jedes Kind singt.

Wir gehen nicht nach Sack um die Kohlen zu holen, sondern weil wir hier leben.

Wir leben hier, weil es uns hier gefällt, weil es schön ist und weil wir unseren Ort lieben.

„Woi wüllt noa’n Sacken goan“, jetzt und hier zu der Geschichte und den Geschichten von Sack.

Stephanus Fischer, im August 1999

Entweder das Sackbuch jetzt nachfolgend lesen…. oder …
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Chronologie

1205

Die „Hägersiedlung“ Sack wird erstmals urkundlich erwähnt. Sack wird gegründet von Hägersleuten, die ihre Felder in Koppeln zusammenlegen und mit Hecken einhägen (Hägerland, Hägersleute).

13 – 14 Siedler, die aus der Siedlung Schulenberg abwanderten, waren die ersten Säcker. Andere Siedler aus Schulenberg sollen nach Grafelde gezogen sein und dabei das Waldrecht mitgenommen haben.

Die Volkssage erzählt:
Zu einem gerichtlichen Lokaltermin hat sich der Dorfälteste der Gemeinde Grafelde Erde aus der Feldmark Grafelde in seine Schuhe getan und dann unter Eid bekundet: „Der Boden worauf ich stehe, ist Grafelder Erde.“ Daraufhin soll der Wald bei Sack Grafelde zugesprochen worden sein.

Die neu gegründete Säcker Kirche wird von der Langenholzer Kirche getrennt. Der Barockbau ist St. Jürgen gewidmet.
Der Bischof und das Domkapitel aus Hildesheim haben den Vogt Walther von Gandersheim damit belehnt. Dieser gründet die Kirche in Sack.

1281

In alten Dokumenten wird die Ministerialfamilie von Sack „Gisico de Sacko“ erwähnt.

1333

Erste Erwähnung der Schulenberger Kapelle im Lehnsgüterverzeichnis des Michaelisklosters, worin es heißt, dass Arnold von Holthusen 2 Lehnshufen in „Schulenberche“ besaß.

Die Schulenberger Kapelle

Die Schulenberger Kapelle stand einst dort, wo jetzt das Dorf Schulenburg / Leine liegt. Zwei Riesen haben sie auf einer goldenen Bahre fortgetragen. Als sie mit der Kapelle an die Leine gekommen sind, sagt der Vordermann zu seinem Hintermann: „ Schriehe’n betten wieher, hier is sau‘ne lütje Rihe“ (Schreite ein bißchen weiter, hier ist so ein kleiner Bach). So schreiten sie hinüber bis nach Langenholzen. Dort, auf dem Burghof, verspürt der eine Hüne in seinem Schuh ein Sandkörnlein, und als er es ausschüttet ist es ein Kieselstein von etwa fünf Fuss Länge, 3 – 4 Fuss Breite und 1
Fuss Dicke. Nachdem der Hüne sich des Sandkorns entledigt hat,trägt er mit seinem Kameraden die Kapelle weiter, ungefähr bis zur Mitte des Holzer Berges. Von der schweren Last ermüdet, wollen die Hünen ausruhen.

Aber kaum haben sie die Bahre niedergesetzt, sinkt sie in die Tiefe. Den Riesen ist es nicht möglich, die Last wieder zu bergen und so bleibt ihnen nichts übrig, als die Kapelle stehen zu lassen, die fortan auch „Hünenkirche“ genannt wird.

Als gesichert muß heute wohl die Erkenntnis gelten, dass im 13. Und 14. Jahrhundert eine kleine Siedlung unterhalb der Schulenberger Kapelle bestanden hat. Als Beweis dienen Bodenproben auf Phosphate und Ausgrabungen von Scherben.

1348

Die Grundherrschaft und das Patronat über Sack wird von derer von Bock an die von Steinberg verkauft.

1357

In alten Dokumenten wird der Ratsherr in Alfeld „Bertoldus de Sacco“ genannt.

1480

Vermutete Einweihung der Schulenberger Kapelle „Kirche unserer lieben Frau zum Schulenberg und von Steinberg“

In fast jedem Haus stand früher ein Webstuhl. Von Mai bis Juni wurde der Flachs gesäet. Wenn er reif war, wurde er gerauft und gebündelt. Die Arbeitskräfte wurden mit Kuchen auf dem Feld entlohnt. Nach dem Einfahren der Ernte wurden die Samenknoten abgestreift. Hierfür wurden junge Mädchen und Männer bestellt, die der Hausherr mit Essen und Trinken versorgen musste. Die trockenen Samenhülsen wurden gedroschen und der Samen für die nächste Saat aufbewahrt. Der Flachs wurde in die Wambeeke in Alfeld gelegt und dort im Wasser 5 bis 7 Tage liegen gelassen. Nachdem er gut gewaschen war, wurde er auf den Säcker Stoppelfeldern ausgebreitet, getrocknet und später auf den Hof gebracht. Nach weiterer Bearbeitung konnte der Flachs versponnen werden. Überall surrten die Spinnräder der Frauen und Mädchen. Das war damals die wohl schönste Zeit im Dorf. Reihum wurde immer woanders gesponnen. Beim Spinnen wurde viel erzählt und gelacht. Die Männer und Burschen spielten derweil. Wenn das letzte Spinnrad beiseite gestellt wurde, begann der gemütliche Teil des Abends. Es gab Kaffee aus Zichorien und Kuchen. Es wurden Gesellschaftsspiele gemacht, erzählt und viel gelacht.

1503

Als Einwohner von Sack werden in alten Dokumenten Bernd Borchades und Stolle genannt, die an dem Holting des Meineberges teilnahmen.

1522

Im Alfelder Stadtbuch wird Borchardt tom Sacke als Einwohner genannt.

1540

Herzog Heinrich d.J. schenkt der Stadt Alfeld den Meineberg.

1542

Vermutete Entwidmung der Schulenberger Kapelle.

Härrest diu nich dat swarte Muisecken, wo wollt eck deck tuisecken

Ein junges Mädchen machte eine Wette. Sie wollte ganz allein bei stockfinsterer Nacht und mit einer schwarzen Katze auf dem Arm dreimal um die Schulenberger Kapelle gehen und nach jeder Runde laut an die Tür klopfen.
Deutlich hörte man die drei Schläge. Das Mädchen kehrte nicht wieder zurück. Man fand es vor der Kapelle ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kam, erzählte es, dass ihm nach dem dritten Klopfen eine furchtbare
Stimme zugerufen habe: „Härrest diu nich dat swarte Muisecken, wo wollt eck deck tuisecken (zausen)!“
Das Mädchen starb drei Tage später.

In Gegenwart sämtlicher Pfarrer, Küster, Bauermeister und Juraten aus den Dörfern und im Beisein von Martin Luthers engstem Mitstreiter Johann Bugenhagen wird beschlossen, auch hier die Reformation einzuführen.

Pastor in Sack ist zu dieser Zeit Siffridus Ludecken (oder Sivart Luder)

1548

Wegen des Meineberges entsteht ein Streit zwischen denen „von Rheden und Wrisberg“, zu denen die Dörfer Sack, Eimsen und Langenholzen gehörten, wegen des Viehhütens und Treibens. Dieser Prozess dauert 200 Jahre bis der Meineberg aufgeteilt wird auf Sack, Eimsen, Langenholzen und Alfeld.

1557

Im Alfelder Stadtbuch werden als Einwohner genannt: Hans Engelken vom Sacke und Henning Warnecken thom Sacke.

1568

Pastor in Sack ist Heinrich Henne

1578

Nach dem Winzenburger Erbregister hat das Dorf Sack folgenden Bestand:
Henning Dies (Diese), Borchert Borchers, Urban Stole, Curd Ossenkop, Hans Bode, Hans Wilerdes, Joachim Hardes, Hans Borchers, Hans Ziegeler, Dietrich Brandes, Joachim Brandes, Henning Warnecke, Heinrich Hövel, Claus Ulrichs, Henning Dies, Heinrich Ossenkop, Hans Engelke, Hans Warnecke, Hans Ziegeler, Baltzer Wollburg, Harm Grove, Harm Arend, Hans Brandes, Tiele Stoffregen, Dietrich Behre, Heinrich Stoffregen, Henno Bischer, Henno Warnecke, Hans Weber, Harm Haustede, Heinrich Heinemann, Berward Stolle, Jobst Rolle, Hans Nickel

1586

Rund um Sack wird das Land vermessen.

1611

Die Aufzeichnungen im Kirchenbuch von Sack werden begonnen.

1624

Pastor Andreas Rüdemann (1622 – 1628) schreibt dem Patron von Steinberg-Bodenburg, dass die Orte Sack und Schulenberg wohl nebeneinander bestanden haben, und das Schulenberg wegen der misslichen Wasserverhältnisse aufgegeben worden sei.

Er schreibt im Weiteren, „dass in der Schulenberger Kapelle neben den (katholischen) Wallfahrten auch viel teuflisches, abergläubisches und Gott missfälliges getrieben worden sei“.

Schulenberger Kapelle

Die Ruine der Schulenberger Kapelle liegt etwa 800 Meter nördlich von Sack am Holzer Berge unterhalb des Grafelder Waldes. Vielleicht hat hier eine kleine Siedlung gelegen, die wegen schlechter Wasserverhältnisse aufgegeben wurde, wie auch Pastor Rüdemann 1624 vermutete.

Von der 9,75 x 7,55 Meter großen Kapelle sind heute nur noch die über 50 cm starken Umfasungsmauern aus Kalkbruchstein vorhanden.

In einer Beschreibung aus dem Jahre 1928 wird von einer niedrigen Spitzbogentürme mit Schleifrillen und einer neueren rechteckigen Lichtöffnung sowie von einem vermauerten Rundbogenfenster berichtet.

Nach ihrer Bauart stammt die Kapelle wohl aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Spuren alter Bemalung wurden festgestellt.

„Da in alten Nachrichten über die Örtlichkeit niemals von einer Kapelle zum Schulenberg geredet wird, ihrer weder im Visitationsprotokoll bei Einführung der Reformation (1542) noch
im Erbregister gedacht wird, so wird sie wohl nur kurze Zeit, vielleicht von 1480 bis ca. 1542 als Kapelle für eine Siedlung gedient haben.“(Geschichte des Kreises Alfeld, Paul Graff, 1928)

Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Kapelle von Katholiken aufgesucht.

Von Everode seien viele Katholiken hierher gewallfahrt.

Daher heißt der Fußweg hierher auch heute noch „Marienstieg“.

Die Einrichtung der Kapelle bestand aus einer Kanzel, Altar, 10 Bänken und einer 32 Fuss langen Empore.

Das Dach war mit Ziegeln gedeckt und hatte einen Dachreiter als Turm.

In der Kapelle befand sich ein Marienbild mit dem getöteten Jesus auf dem Schoß.

Das Marienbild aus der Schulenberger Kapelle soll zweimal gestohlen worden sein. Die Mutter Gottes hat sich jedoch als die Stärkere erwiesen und stand nach beiden Missetaten wieder in der Kapelle.

1625

Während des Dreißigjährigen Krieges muss Sack viel leiden.
Aus diesem Grund konnte kein Kirchenzins bezahlt werden.

Die Pfarr – Registratur ist verbrannt.

1628

Bis 1932 ist Justus Süßeschlaf Pastor in Sack.

1653

Als Pastor ist bis 1656 Melchior Wilhelm Weinrich tätig.

1694

Beginn der Bauarbeiten an der neuen St. Georgs Kirche in Sack.

1686

Bis 1695 ist Burchard Johann Panzerbieter (oder Pantzenbieten) Pastor in Sack.

1695

Fertigstellung der Säcker Kirche.

St. Georgs Kirche

Erbaut im Barock Stil, 1205 vom Vogt Walther von Gandersheim und seiner Frau Judith.

Die damalige sehr kleine Kirche wurde im 17. Jahrhundert baufällig und durch die heutige Kirche ersetzt.

Auf einer Steinplatte über dem Nordportal befindet sich das Doppelwappen von Steinberg und von Münchhausen in Flacharbeit, gehalten von zwei Putten.

Darunter steht im Schriftband geschrieben: „H.I.A.V.S“ und „Sophie Catharina von Münchhausen nebst ihren einigen Sohne Herr S.C.V.M.“. In deutscher Schrift: „Diese eingefallene Kirche hat Herr Henning Adolph von Steinberg nachgelassen Witwe Witwe Johann Adolph von Steinberg zu Gottes Ehre undt dehnen diese in Wort halten Neu erbauen lassen. Anno 1694. Selig sindt die Gottes Wort hören und bewahren.“

In der Wetterfahne ist ein Steinbock zu sehen, die Buchstaben I.A.V.S. und die Zahl 1695.

Das Innere ist glatt verputzt.

In etwa 7 Meter Höhe befindet sich eine gebogene Holzdecke.

Aus der Erbauerzeit stammt der schön geschnitzte Altar, der mit der Kanzel verbunden ist.

Blumen und Ranken aus der Zeit um 1700 verzieren die Altarwand.

Die Schnitzereien stammen wohl von Jobst Heinrich Lessens.

Der Taufengel stammt aus der Barockzeit. Das Spruchband in der linken Hand trägt den Taufspruch aus Marcus 10.

Im Dachreiter sind zwei Glocken aufgehängt.

Die 1. Glocke stammt aus dem Jahr 1597, hat einen Durchmesser von 62 cm und trägt die Inschrift:
„HANS*BODEN*HENNI*OMDERLUDE*CORDT*BARGEN*ME*FECIT*1597*

Die 2. Glocke stammte aus dem Jahr 1727, hatte einen Durchmesser von 79 cm mit der Inschrift:
„H.F.V. STEINBERG PATRON E.S.//J.M.RASCH.PAST.E.S.//H.VOSHAGEN.C.OSSENKOP.ALARISTEN“ und
„VOX EGO SUM VITAE.VOCO VOS.ORATE.VENITE.//ICH RUF EUCH ZUM GEBETH UND BIN DIE STIMM ZUM LEBEN//SO BETET NUN MIT FLEISS UND KOMMT OHN WIDERSTREBEN“

In der Kirche befindet sich der Grabstein des 1686 verstorbenen Pastors Ulrici. Die Kirche hat die Maße 22 x 11 x 7 Meter.

Gerichtsverwalter derer von Steinberg in Sack ist Johann Heinrich von Uslar.

Franziskus Carwehl übernimmt das Pastorenamt, welches er bis 1698 ausübt.

1699

Der Pastor in Sack von 1699 bis 1702 heißt Caspar Heinrich Ulrici.

1702

Michael Rasch wird Pastor in Sack und bleibt dies bis 1734.

1713

Bau eines Schulhauses aus Lehmfachwerk

1726

Die Orgel in der St. Georgs Kirche wird von Johann Wilhelm Gloger gebaut
(bis 1728)

1728

Einweihung der Orgel in der St. Georgs Kirche. Pastor in Sack ist Johann Friedrich Hahne.

1729

Die Schulenberger Kapelle wird am 1. Advent, Karfreitag und am 2. Pfingsttag zu Gottesdiensten benutzt wird, berichtet Pastor Rasch dem Patron von Steinberg-Bodenburg.

Die Schatzhebung

Beinahe hätten zwei junge Männer aus Sack und Langenholzen die an der Schulenberger Kapelle versenkten Schätze gehoben. Als sie in mondheller
Nacht schweigend den Erdboden aufgehauen haben, kommt ein Kessel mit Wertstücken zum Vorschein. Der Eine will laut aufjubeln, ein Wink des Gefährten bringt ihn zum Schweigen. Unter größter Anstrengung heben sie den Kessel langsam an. Da kommt ein Fuder Heu mit einem Gespann junger Gänse. Der Fuhrmann ruft: „Nähmt jöck in acht, dat jöck dt Föer Heu nich upp’n Kopp fällt!“ Unbeirrt arbeiten sie weiter.

Langsam kommt der Kessel höher. Da rutscht auf einer Bachmulde ein altes Mütterchen vorbei und fragt, ob sie das Fuder Heu mit den Gößeln (Gänsen) nicht gesehen hätten. Keiner antwortet. Der Kessel ist fast oben. „Da kümmt de Oellerste mit’n Bäresaut sülwest“ und ruft dem einem mit dem roten Kamisol zu „ „Deck Rotkaputt will ick woll fregen!“ Da antwortet dieser: „Deck sall de Hund wat sch…!“ und damit sinkt der Schatz mit lautem Gekrache in die Tiefe. Auch die versenkte goldene Bahre kann niemand heben.

Der damals neue Pastor Justus Ulrici wird ausdrücklich als „Pastor zum Sack und für die Fillial Capell zum Schulenberg“ ernannt.

1735

P. Bütemeier kommt als Pastor nach Sack und bleibt bis 1738.

1740

Verkauf der Grund- und Gerichtsherrschaft und des Patronats über Sack von derer von Steinberg an die Familie von Riep (Riepen).

1746

Johann Albrecht Doerien ist bis 1775 Pastor in Sack.

1756

Der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) brachte Sack die Einquartierung des Hessen-Kasselschen Leibregimentes.

Bis 1794 ist Gottfried A. H. Steding Pastor in Sack.

1761

Als Bauermeister in Sack wird „Herrnkindt“ genannt.

1772

Verkauf der Grundherrschaft und des Patronats über Sack von der Familie von Riep an die von Ompteda.

1779

Die Grundherrschaft über Sack fällt an die Familie von Bocholz (Bocholt) zu Heneckenrode.

Gerichtsverwalter in Sack ist zu dieser Zeit Tilo Steuerwald.
Gleichzeitig wird als Gerichtsbeamter Vogt Friedrich Rössing genannt.

1790

Der Sackwald wird in den Jahren 1790 bis 1794 auf die umliegenden Gemeinden aufgeteilt.

1794

Johann C. Friedrich Willerding wird Pastor in Sack und bleibt dies bis 1825.

1799

Das Pfarrhaus wird gebaut.

1800

Bei ihren Arbeiten trugen die Männer damals lange blaue Leinenkittel.
Der Sonntagskittel war besonders schön gearbeitet und mit schwarzen Litzen verziert.

1809

Sack hat 246 Einwohner.

Ortsvorsteher zu dieser Zeit ist „Bleckmann“

1812

Am Zug Napoleons nach Russland nehmen die Säcker Heinrich Bleckmann, Carl Bleckmann und Friedrich Schünemann teil.

1814

Am 24.07.1814 geht ein Festumzug von der Säcker Kirche zur Schulenberger Kapelle anläßlich des Friedensfestes.

Eine Friedensfahne wird gefertigt, diese verschwindet jedoch später.

1823

Sack hat 43 Hausstellen.

1824

Bis 1842 heißt der Säcker Pastor „Brackmann“

1827

Die Säcker Schule unterrichtet in drei Klassen 39 Kinder.

1831

Sack wird von der Cholera heimgesucht.

1833

Nach dem Ableben des Bischof Osthaus entfällt der geplante Abriss der Schulenberger Kapelle.

Uhde heißt der Vorsteher in Sack. Zugleich wird in anderen Quellen als Ortsvorsteher „Voßhage“ genannt.

„Hartwig“ heißt der Gerichtsvogt in Sack.

1836

Zu dieser Zeit wird als Ortsvorsteher „Bleckmann“ genannt.

1838

Heinrich Th. Wolpers wird Pastor in Sack von 1838 bis 1850
1840

In Sack befindet sich eine Ölmühle

1842

Anläßlich der Reformationsfeier findet ein Festumzug von der Säcker Kirche zur Schulenberger Kapelle statt.

1850

Die Grundherrschaft fällt an die Familie des Landrentmeisters Blum, später an die Blum’sche Waisenstiftung in Henneckenrode.

Friedrich Heinrich Karl Petri bleibt bis 1873 Pastor in Sack.

1852

Als Dorfbrunnen entsteht ein Fachwerkbau. Es ist der einzige Brunnen im Ort. Zunächst wurde der Brunnen mit einem Tretrad, später mit zwei Pumpen und diese zuletzt mit elektrischem Antrieb betrieben.

1853

Bis 1859 ist August Stoffregen Ortsvorsteher in Sack.

1854

Es finden Verhandlungen über die Bildung eines Gemeindeausschuss statt.

1858

In der Säcker Feldmark verunglücken H. Stoffregen und Ch. Koch durch einen Wolkenbruch.

1859

Zwischen 1859 und 1870 wird „Herrnkindt“ als Ortsvorstehr von Sack genannt.

1860

Als Bauermeister von Sack wird „Jördens“ genannt.

1861

Der Pfingstanger wird in Einzelstücken verkauft.

Pfingstanger

Diese Weide wurde früher von der Jugend als Spiel- und Tanzplatz benutzt. Jeden 1. Pfingstnachmittag versammelte sich hier das Dorf zu Spiel und Tanz. Die Männer spielten Schlagball, die Frauen vergnügten sich bei Volkstänzen.
Am 2. Pfingstnachmittag wurde das Pfingstbier in der „Gräwinnen Scheune“ gefeiert. Mit der Gräwin (Gräfin) hatte es folgende Bewandtnis: Beim Osterfeuer wurde Gräwe und Gräwin (Graf und Gräfin) ausgesucht. Die Gräwe der beiden letzten Jahre machten sich heimlich an die von ihnen vorher ausgesuchten neuen heran, legten ihn oder sie auf die an den Händen zusammengehakten Arme und schwenkten ihn / sie dreimal mit dem Ruf „Gräwe“ oder „Gräwin“ hin und her.
An dem Pfingstbier beteiligten sich alle Einwohner. Nach dem Umzug durch das Dorf wurde in der Gräwinnenscheune getanzt. Dabei losten sich die jungen Männer ihre Mädchen aus.
Zum gemeinsamen Frühstück am 3. Pfingsttag wurde eine Biersuppe gekocht, wieder gespielt, getanzt und getrunken. Trinken konnte jeder soviel er wollte. Bezahlt wurde gemeinsam zu gleichen Teilen.
Heute wird der Pfingstanger für unregelmäßig stattfindende Zeltfeste benutzt.

1862

Die Gemeinde hat Einnahmen von 355 Talern und Ausgaben in Höhe von 362 Talern.

1863

Das Denkmal zur Erinnerung an die Verunglückten Stoffregen und Koch wird aufgestellt. Auf dem Gedenkstein steht:
„Hier wurden die Köthner H. Stoffregen und Ch. Koch aus Langenholzen von einem Wolkenbruche betroffen und beide mit ihrer Gespann vom Wasser fortgerissen.
Stoffregen fand darin seinen Tod, Koch wurde gerettet. Psalm 102, V. 18-21.
Zur Erinnerung an den 4. Juni 1858 errichteten Sack und Langenholzen dieses Denkmal 1863.“

1866

Sack bekommt eine Anbindung zur Landstraße Alfeld / Bodenburg

1867

In Sack finden Verhandlungen über die Bildung eines Gemeindeausschuss statt.

1870

Anlässlich der Siegesfeier wurde eine Ortsfahne angeschafft und eine Siegeseiche beim ehemaligen Spritzenhaus gepflanzt.
Als Ortsvorsteher wird Ludwig Voshage genannt.

1871

Es wird beschlossen, dass alle Briefe beim Ortsvorsteher gesammelt werden. Die Beschaffung eines Briefkastens wird abgelehnt.

1872

Die Gemeindeversammlung beschließt am 19.10.1872, dass für die Erlaubnis öffentlicher Tanzmusik eine Abgabe von 20 Mark zu Gunsten der Ortsarmenkasse erhoben werden soll.

1874

Der Gemeinderat beschließt am 27.06.1874, dass Sack ein selbständiger Standesamtbezirk sein soll, und dass der Vorsteher Vosshage als Standesbeamter angenommen werden könne.

Arnold Günter Peters ist bis 1882 Pastor in Sack.

Auf fast allen Bauernhöfen standen kleine Backhäuser. In und vor diesen Backhäusern trafen sich die jungen Leute in der Zeit der Zwetschenernte. Bei diesen Treffen wurde viel erzählt und gesungen.

1875

Gründung des Männergesangverein Sack, nachdem es in den Umliegenden Dörfern schon Gesangvereine gab. Am 01.10.1875 trafen sich in Julius Heises altem Backhaus Karl Bleckmann(Schneider), Willi Heise, Heinrich Fennekold, August Stoffregen, Heinrich Heise, August Hartwig, Ludwig Bleckmann (Schumacher), August Nickel, Karl Jördens, Fritz Fischer, August Vosshage (Bäcker), Karl Hahne (Schlachter) und Julius Heise und gründeten mit ihrer
Unterschrift den Männergesangverein Sack. Außerdem gehörten die Wehrpflichtigen Karl Vosshage und Ludwig Vosshage zu den Gründern.

Mit 27 Sängern wurde der erste Singabend am 16.10.1(75 absolviert. Damaliger Dirigent war der Musikus August Schnelle aus Alfeld, der pro Übungsabend 1,50 Mark erhielt. Erster Vorsitzender des MGV war August Stoffregen. Zu dieser Zeit wurde alljährlich ein neuer Vorsitzender gewählt. Mitglied des Gesangverein kann werden, wer 75 Pfennig Eintrittsgeld und einen Monatsbeitrag von 30 Pfennig bezahlt. Außerdem müssen alle Mitglieder über die Neuaufnahme abstimmen. Hierzu werden weiße und schwarze Bohnen in einer Mütze gesammelt. Als erstes Lied übt der Männergesangverein „Hinaus in die Ferne“ ein.

Julius Heise wurde „der alte Putzer“ genannt. Er ging zu den Männern ins Haus um diese zu rasieren oder die Haare zu schneiden.

1876

Zu Ständchen zieht der Gesangverein mit brennenden Papierfackeln durch den Ort. Dies macht einen imposanten Eindruck.

1880

Letzte Rodung in der Kohli, wodurch 20 Hektar guten Ackerbodens gewonnen werden.

Neuer Dirigent des Männergesangverein wird Heinrich Rodemann, Musiker aus Adenstedt. Neuer 1. Vorsitzender des Gesangvereins wird Julius Heise.

1881

Die erste Fahne des Männergesangverein Sack wird angeschafft. Diese wurde geschaffen von dem Malermeister August Suhren aus Wrisbergholzen. Die Kosten für die Fahne betragen 35,00 Mark.

Der Vorstand im Gesangverein wechselt erneut. Nunmehr hat August Stoffregen wieder das Ruder in der Hand bis 1889.

1882

Der Männergesangverein schafft den ersten Notenschrank an und feiert in diesem Jahr sein erstes Sängerfest. Besondere Attraktion ist ein Hammelreiten. Die beiden besten Reiter erhalten als Preis einen Hammel zum Stückpreis von 15,– Mark. Sieger sind August Hahne und Wilhelm Funke.

1884

Am 10.02.1884 beschließt der Gemeinderat, einen Teil des Sackwaldes zu roden um daraus Ackerland zu machen.
Der Männergesangverein beschafft einen Vereinsstempel, nachdem im Vorjahr die ersten Vereinsabzeichen angeschafft wurden.

1885

Christian Ernst Eduard Wever ist Pastor in Sack und bleibt dies bis 1888.

1889

Der Orstvorsteher zu dieser Zeit heißt Uhde.
Pastor ist bis 1915 Karl August Koch.
Karl Hahne wird Vorsitzender des Männergesangverein und bleibt bis 1908 im Amt.

1890

Die Gemeindeversammlung beschließt am 11.04.1889, dass der Solbrink als Bauland in vier Teilen verkauft wird. Erwerber dieser Bauplätze sind Häusling August Hahne, Anbauer August Meyer, Häusling Carl Warnebold, Anbauer Heinrich Meyer.

1891

Die Gemeindeversammlung beschließt, dass die Gemeindebrunnen der Gemeinde gehören, und dass alle entstehenden Kosten von der Gemeinde bezahlt werden.
Seit einem Jahr finden die Gemeindeversammlungen jährlich wechselnd in beiden Gasthäusern statt.
Das jährliche Wechseln der Gasthäuser hat sich bis in die heutige Zeit erhalten und betrifft auch die örtlichen Vereine. Sportverein und Feuerwehr wechseln zum Jahresanfang gegensätzlich, der eine Verein zieht von „oben“ nach „unten“, der andere Verein umgekehrt. Gesangverein und Rotes Kreuz ziehen zum 01. Oktober gleichfalls gegensätzlich von dem einen in das andere Vereinslokal. So wird kein Gastwirt übervorteilt.

Bis 1901 und von 1904 bis 1921 ist August Stoffregen Vorsitzender der Forstgenossenschaft.

1892

Am Schiefer-Holzerberg wird mit der Anpflanzung von Obstbäumen begonnen.
Seit 1892 liefert die Säcker Forstgenossenschaft Holz für die C. Behrens Schuhleistenfabrik.

1895

Der Kriegerverein Sack wird gegründet.

1900

In Sack wohnen etwa 350 Menschen. Sie gehören der evangelischen Konfession an. 22 Prozent der Einwohner von Sack sind Fabrikarbeiter in Alfeld. Die Umgangssprache ist plattdeutsch.
Anläßlich seines 25 jährigen Bestehens feiert der Männergesangverein ein großes Fest bei dem eine ganze Anzahl Vereine kommt. Der Eintritt zu diesem Fest kostet 20 Pfennig.
Otto Schneider wird als Lehrer in Sack eingeführt. Er bleibt dies bis 1946.
Er ist nicht unumstritten, insbesondere wegen seiner politischen Haltung.
Der Adenstedter Musiker Karl Rodemann wird neuer Dirigent des Männergesangverein und bleibt dies bis 1905.

1901

Der Gemeindevorsteher erhält für seine Tätigkeit 150 Mark. 50 Mark bekommt der Gemeinderechnungsführer.
Gemeindevorsteher ist zur Zeit „Voßhage“.

1902

Die Pflichtfeuerwehr wird eingeführt. Jeder Mann ab 16 (später 17 Jahren) soll zur Bedienung an der Spritze herangezogen werden. Männer zwischen 51 und 60 Jahren sollen im Brandfall für die Herbeischaffung des Wassers, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Bewachung
der geretteten Sachen herangezogen werden. Zur Gespannleistung ist jeder Pferdebesitzer gegen 3 Mark verpflichtet.
Die Forstgenossenschaft Sackwald und die Forstgenossenschaft Meineberg wird gegründet. Das forstwirtschaftliche Areal ist 163 Hektar groß. Hiervon sind 20 Hektar wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit (z.B. Steilhänge) nicht nutzbar.
Vorsitzender der Genossenschaft ist Karl Voshage (bis 1903).

1903

In der Posthilfsstelle in der Gastwirtschaft Vogelsang (heute Greve) wird
ein öffentlicher Fernsprecher installiert. Die Gemeinde beteiligt sich daran mit einem Baukostenzuschuss von 75 Mark.

1904

Der Versuch, in 41 Meter Tiefe unter dem Pfingstanger einen Brunnenschacht und eine Wasserleitung zu bauen misslingt.
Bei dem alljährlich stattfindenden Sängerball findet zunächst eine Theatervorführung statt. In diesem Jahr wird hierzu erstmalig eine Bühne zusammen gezimmert.

1905

Der Lehrer Robert Otto Schneider wird Chorleiter des Männergesangsvereins und bleibt dies 21 Jahre lang.

1908

August Schaper leitet für die nächsten 4 Jahre als Vorsitzender die Geschicke des Männergesangsverein.

1910

Der Harzziegenzuchtverein Sack wird gegründet.
Die Gemeinde hat Einnahmen von 11.239 Mark und Ausgaben in Höhe von 10.866 Mark. Davon wurden 3.996 Mark für Schulzwecke ausgegeben.
Die Säcker Schule unterrichtet 56 Kinder.

1911

Der Männergesangverein veranstaltet ein Jubiläumsfest mit vier Festtagen. Hier wird auch die neue Fahne geweiht, die für 300,– Mark von der Firma Stahlmann aus Greene gefertigt wird.
Der Aufnahmebeitrag im Gesangverein beträgt 2 Mark, der Monatsbeitrag 0,40 Mark.

1912

Unter dem Viehbestand der Landwirte Ludwig Uhde, Friedrich Bleckmann und August Jördens herrscht die Maul- und Klauenseuche.
Bis 1920 ist nun August Voßhage Vorsitzender des Männergesangverein.

1913

Zu einer allgemeinen Ortsfeier gestaltet sich die Erinnerungsfeier am 18.10. an die Schlacht bei Leipzig. Schulkinder, Krieger – und Gesangsverein und die übrigen Ortsbewohner vereinen sich zu einem imposanten Zuge. Unter Trommel- und Pfeifenklang der Schülerkapelle und den flotten Märschen der Rodemannschen Musikkapelle Adenstedt geht es auf den Holzerberg, wo ein eindrucksvoller Festakt abgehalten wird. Während des Aufflackerns eines gewaltigen Freudenfeuers hält Lehrer Otto Schneider die Festrede, die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das Vaterland schliesst. Mit dem ergreifenden Männerchor „Die Leipziger

Völkerschlacht“ unter der Stabführung des Chormeisters Otto Schneider findet die erhebende Feier auf dem Berge ihren Abschluss. Am Abend vereint sich das Dorf noch einmal auf dem Vogelsangschen Saale, wo Gedichte, Liedvorträge, Reden und ein Festspiel der Schulkinder den Abend verschönen. Eine veranstaltete Geldsammlung erbringt einen namhaften Betrag für die Beschaffung einer Schulfahne. Der Chronist führt aus: „Die erwähnten schönen Verhältnisse erfahren aber leider bald eine arge Trübung. Gewisse junge Elemente versuchen so allmählich manche Unstimmigkeiten und Unzufriedenheiten in unser Dorf zu tragen. Angesteckt durch andere Gemeinden, die sie sich zum Vorbild nehmen, und getrieben dazu durch die fast unbegrenzte Freiheit, die der Nachwuchs infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse genoss. Auch müssen die Bauern jetzt viel orts- und daher auch ortssittenfremde Hilfskräfte von auswärts in Dienst stellen., die viel unserem Dorfleben fremdartiges Wesen und Gebaren hereinbringen. Mögen da die „Alten“ auf der Hut sein, denn „Böse Beispiele verderben gute Sitten!“ Und wie man die Jugend erzieht, eine solche Nation wird nach uns bestehen.“

Es wird erneut ein Versuch, diesmal in der Feldmark, unternommen, eine Wasserleitung zu bauen.
Als Ortsvorsteher wird wiederum „Voßhage“ genannt, vorher soll dieses Amt von „Schaper“ bekleidet worden sein.
Der Gesangverein unternimmt eine Tagesfahrt in den Harz.
Der Vaterländische Frauenverein wird in Sack gegründet.

1915

Christian Heinrich Adolf Grußendorf wird Pastor in Sack und bleibt dies bis 1928.
Die Übungsabende des MGV werden zunehmend schlechter besucht. Es werden mehrheitlich Vaterlands- und Kriegslieder gesungen. Regelmäßig hält der Chorleiter Vorträge zur Kriegslage.
Erneut unternimmt der Gesangverein eine Tagesfahrt in den Harz

1916

Die Gemeindehundesteuer wird mit 3 Mark pro Hund eingeführt.

1919

Sack hat 79 Haushalte und 367 Einwohner.
Ein Gemeindeausschuss wird gebildet. Das Stimmrecht richtet sich nach der Steuerkraft. Der Gemeindeausschuss ersetzt künftig die Gemeindeversammlung.
In Sack wird die Lustbarkeitssteuer eingeführt.
Die Sozialdemokratische Partei Sack wird gegründet.

1920

Als erster Sportverein wird in Sack der Arbeiter Radfahrverein gegründet.
Turnbegeisterte Mitglieder des Arbeiterradsportvereins gründen den Turn- und Sportclub Sack als Arbeiter Turnverein am 27.03.1920. Die erste Turnstunde findet am 31.3.1921 statt.
Gründungsmitglieder waren Friedrich Funke, Hermann Jördens, Ludwig Zenk, Wilhelm Funke. Der Verein war zunächst ein reiner Männerturnverein.
Der Turnbetrieb fand im Saal der Gaststätte Rauschenplatt (heute Reinhard) statt.
Zur Beschaffung der Turngeräte wurden Haussammlungen durchgeführt die 120 Mark erbrachten. Zusätzlich diente ein Preiskegeln zur Finanzierung.
Vorher wurden die Geräte beim Turn-Club Alfeld augeliehen.
Die erste eigene Anschaffung ist eine Kokosmatte für 200,– Mark.
Zunächst beschränkte sich der TSC auf Geräteturnen, Leichtathletik, Freiübungen und Faustball. Alsbald bildete sich außerdem eine Theatergruppe im Sportverein.
Der erste 1.Vorsitzende des Sortvereins ist Friedrich Funke, der bis 1929 im Amt bleibt.
Die Ortsgruppe des Reichsbundes für Kriegsbeschädigte wird gegründet.
Die Landbund – Ortsgruppe – Sack wird gegründet.
Heinrich Zenk wird für 5 Jahre Vorsitzender des Männergesangsverein.
Der Chorleiter des Gesangverein erhält nun 15,– Mark pro Singabend.
Erstmalig gedenkt der Gesangverein am Totensonntag seiner Toten mit einer Kranzniederlegung.

1921

Der Gesangverein unternimmt seine 3. Harzfahrt.
Der Gastwirt Rauschenplatt kündigt dem TSC, so dass der Turnbetrieb, die Theatergruppe und auch der Radsportclub nach Langenholzen in das Gasthaus Reinhard umziehen müssen. Noch im gleichen Jahr kann jedoch erneut in Sack trainiert werden, diesmal im Gasthaus Vogelsang.

1922

In Sack wird ein evangelischer Jugendverein gegründet.
Außerdem wird der Radfahrverein A.R.V. Wanderlust Sack, Frisch Auf 1921 gegründet. Der Ursprung könnte möglicherweise der 1920 gegründete Arbeiterradfahrverein Sack (A.R.V.) gewesen sein.
Sack wird an das Überlandwerk Gronau angeschlossen und erhält elektrisches Licht.
Bis 1949 ist Landwirt August Schaper Vorsitzender der Genossenschaft.
Der Sportclub hat 34 Mitglieder über 21 Jahre und 16 Mitglieder unter 21 Jahren.
Eine erste Jugendriege wird gegründet.
Wegen der Geldentwertung wird der Chorleiter mit Naturalien entlohnt.
Für 6 Monate erhält er 4 Zentner Weizen.

1923

Der Turnbetrieb im Sportclub muß wegen einer Typhusepidemie vorübergehend eingestellt werden.
In Sack wird etwa zu dieser Zeit ein Mandolinenclub gegründet.

1925

Sack hat 362 Einwohner, darunter 7 Erwerbslose.
Das Tauwetter am Jahresende bringt erhebliche Regenmengen, so dass lang anhaltendes Hochwasser unseren Ort prägt. Besonders aus dem Pfingstanger kommen gewaltige Wasserströme, die sich beim Mädge’schen Garten mit dem Wasser des Dorfgrabens vereinen. Das Wasser fließt ins Unterdorf und überschwemmt dabei die Landstrasse. Die
Anwohner bauen Notbrücken. Der Fußweg zwischen Straße und Graben wird fortgerissen. Keller, Scheunen und Ställe stehen unter Wasser.
Der Ort wird an die neu eröffnete Postautolinie angeschlossen. Es verkehren zunächst zwei Wagen hin und zurück. Der Fahrpreis beträgt 10 Pfennig pro Kilometer.
Der TSC beteiligt sich an einem Sportwettkampf in Frankfurt.
Zu dem Fest anläßlich des 50 jährigen Bestehens des Männergesangverein kommen über 1000 Menschen nach Sack. Der damalige Wahlspruch lautete:
Gesang erfreut das Herz, ihn hat Gott uns gegeben, zu lindern Sorg und Schmerz.“

Auf einer Art Nachfeier nach dem großen Fest kam es zu der folgenden Episode: Bei einem wöchentlichen Singabend im Juli des Jahres sollte zu später Stunde noch gevespert werden. Es war bereits 12 Uhr nachts. Die Tische waren schon gedeckt. Da erschien plötzlich der Landjäger (Polizei) und gebot Feierabend. Alles bitten nützte nichts. Bei nicht sofortiger Räumung des Lokals sollte Anzeige erstattet werden. Was tun? Das schöne Vesper stand da. Guter Rat war teuer. Vor dem Gasthaus wurde nun beratschlagt und man kam auf die Idee „Wöi maket ne eigene Wirtschaft up.“ Wurst, Brot und Getränke wurden genommen und man ging nach „Brinker Gust“, wo dann bis zum nächsten Morgen tüchtig gefeiert wurde.

August Ackermann heißt der neue Vorsitzende des Männergesangverein. Er bleibt bis 1937 im Amt.
Während des Festes erleidet der Sangesbruder August Suhren auf dem Heimweg nach Wrisbergholzen einen tödlichen Herzanfall.
Anna Bleckmann überreicht dem Gesangverein stellvertretend für alle Frauen im Dorf eine Fahnenschleife.

1926

Wer beim Turntraining fehlt, wird mit 25 Pfennig Strafe belegt, wer 2 mal fehlt bezahlt 50 Pfennig Strafe, wer dreimal fehlt 75 Pfennig.
Im Gesangsverein bricht ein großer Streit aus, in dessen Verlauf Chorleiter Schneider zurücktritt.
In Rhüden nimmt der Gesangsverein an einem Wettsingen teil. Abfahrt ist um 4.oo Uhr morgens mit dem Postauto.
Der Mandolinenclub Sack wird in den Turnverein integriert. Da der Dirigent aus Vereinsmitteln bezahlt wird, müssen die Mandolinenspieler den doppelten Beitrag bezahlen.
Fritz Göke ist für die nächsten 7 Jahre Chormeister des Gesangsverein.

1928

Grundbesitzer in Sack sind: Klages, Voßhage, Voßhage, Stoffregen, Voßhage, Bleckmann, Jördens, Knust, Schaper, Voßhage, Voßhage, Fischer, Uhde, Heise, Voßhage, Knust, Dörrie, Voßhage, Funke, Hahne, Warnebold, Vogelsang, Nickel, Rauschenplat.
Sack hat nun 69 Hausnummern.
Die Säcker Schule unterrichtet nur noch eine Klasse.
Die Dorfstraße erhält Kleinpflaster und der Graben im Dorf wird zugelegt.
In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni vernichtet ein Frost wie er seit 130 Jahren nie gewesen ist eine großen Teil der Ernte. Es werden Temperaturen bis minus 28 Grad gemessen. Der Sommer bringt Temperaturen bis plus 52 Grad.
Die Fahne des Sportvereins wird geweiht.
Wiederum heißt der Ortsvorstehr zu dieser Zeit Uhde.

1929

Im TSC Sack wir eine Damenabteilung gebildet.
Der TSC beteiligt sich an einem Sportwettkampf in Nürnberg.
Ludwig Zenk wird Vorsitzender des Sportvereins und bleibt dies bis zum Krieg. Nach dem Krieg gehört er zu jenen, die den Sportverein wiederbeleben.

1930

Der TSC bereitet die Finanzierung des Baus einer eigenen Turnhalle vor.

1931

Seit März bietet der Turn- und Sportclub Turnen für Kinder an.
Da der Turnverein Sack ein Arbeiterverein ist, schicken die Säcker Landwirte ihre Kinder zum Turnen in andere Vereine.
Das Training des Sportvereins wird in das Gasthaus Reinhard verlegt.

1932

Auf Erlass der Regierung wird der Sportverein aufgelöst.

1933

Zur Feier der nationalen Arbeit am 1. Mai hält Otto Schneider eine Rede die er später dem Tag und der Zeit für angemessen hält, aber auch seiner Unwissenheit über nationalsozialistisches Gedankengut zuschreibt.
Am 03.11.1933 wird die Freiwillige Feuerwehr Sack gegründet. In einer von Ortsvorsteher August Schaper im Gasthaus Rauschenplatt einberufenen Versammlung treten 33 Männer der Wehr bei.
Der Regierungspräsident zieht das Vermögen des Arbeiter Turn- und Sportklub Sack ein, weil es sich um Sachen handele, die als zur Förderung kommunistischer Bestrebungen bestimmt, anzusehen sind.
Es handelt sich um ein Sparguthaben in Höhe von 514,13 Mark, 1 Bühne, 1 Reck, 1 Barren, 1 Sprunggerät, 1 Matte, 4 Wurfkugeln, 1 Diskus, 1 Einnahmebuch, 1 Ausgabebuch und Mitgliedsbeitragsmarken.
Robert Otto Schneider wird erneut Dirigent des Männergesangsverein und bleibt die bis 1938.

1934

Die alte Pfarrscheune wird abgerissen und von Wilhelm Voshage gekauft, der sie auf dem Schmachtfelde wieder aufbaut.
Zur 1. Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sack erscheinen 62 Mitglieder in der Gaststätte Rauschenplatt.
Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltet zum erstenmal den seitdem jährlich stattfindenden Feuerwehrball.
Ortsbrandmeister ist bis 1954 Hermann Bleckmann.
Laut behördlicher Verfügung werden jetzt Dorfälteste berufen. Der Gemeindevorsteher heißt nunmehr Dorfschulze.
Der Ort hat jetzt 367 Einwohner, 176 männlichen, 191 weiblichen Geschlechts. Zu den 66 Wohnhäusern und 80 Haushaltungen gehören 55
Pferde, 210 Kühe, 264 Schweine, 173 Schafe, 122 Ziegen, 727 Hühner, 11 Enten und 45 Gänse.
Unter dem Pfingstanger wird erneut versucht, einen Brunnen für eine Wasserleitung zu bauen. Schon in 2 Meter Tiefe trifft man auf einen 35 Zentner schweren Findling, der später für das Niedersachsendenkmal in Verden verwendet wird.
Man glaubt, die neu gefundene Ader wäre mit jener Ader verbunden, die den Dorfbrunnen speist. Da sie nicht ergiebig genug ist, wird der neue Brunnen zugeschüttet.
Viele Jahre später sackt ein Traktor beim pflügen an dieser Stelle ein.
In Sack wird erstmals die goldene Konfirmation gefeiert. Der damalige Chorleiter des Männergesangsvereins, R.O. Schneider, stellt hierzu extra einen gemischten Chor zusammen, der mit dem Lied „Der Herr ist mein Hirte“ aufwartet.

1935

Ab jetzt gibt es den Bürgermeister. Er hat zwei Beigeordnete. Die Dorfältesten heißen jetzt Gemeinderäte.
1935 wird in Sack erstmals das Theaterstück „Die Säcker Spinnstube“ aufgeführt.
In späteren Jahren hat das Deutsche Rote Kreuz anlässlich des 80. Geburtstages von Olga Schier dieses Stück „ausgegraben“ und erneut aufgeführt.
Der Gesangsverein unternimmt eine Tagesfahrt an die Weser.
Am 20. April wird die historische Anlage am Schiefen Holzerberg eingeweiht.
Der Gesangsverein singt in der „Deutschlandgrotte“.
Das alljährliche Kartoffelbraten des Gesangsverein findet wieder mitten im Wald statt. An 4 Feuern (für jede Stimme eins) werden Kartoffeln gekocht und gebraten.

1936

Der Gesangsverein veranstaltet an der Saccusbaude ein Abendsingen.

1937

Für 1 Jahr übernimmt Friedrich Funke den Vorsitz des Gesangsverein.

1938

In Sack arbeiten einige Fremdarbeiter aus Polen und aus der Ukraine.
Der Schneider Karl Schünemann aus Adenstedt wird Dirigent des Männergesangsverein.
Bis 1947 ist Karl Schünemann der Vorsitzende des Gesangsverein.

1939

Zum Dorfgemeinschaftsabend am 19.02.1939 wird das Säcker
Heimatlied gedichtet.
Lehrer Schneider schimpft mit den Kindern, wenn er diese dabei erwischt, Erwachsene auf der Straße nicht mit dem Hitlergruß zu grüßen. Für sich selbst beansprucht er ebenfalls mit „Heil Hitler“ gegrüßt zu werden.
Pastor in Sack zur Zeit des 2. Weltkrieges ist Röbbelen.

1940

Der Winter ist außergewöhnlich lang und hart. Wochenlang herrschen
Temperaturen von minus 24 Grad. Die Kinder können nicht zur Schule.
Das Brauchwasser muss aus Langenholzen geholt werden, da der hiesige Brunnen verdreckt ist. Es besteht eine Knappheit an Brennmaterial. Brikett werden in Alfeld nur bis zu 25 Pfund abgegeben.

1942

Am 1. Mai wird die evangelische Volksschule eine Gemeinschaftsschule und erhält einen Fernsprechanschluss.
Die große Kirchenglocke wird am 12.04.1942 nach 215 Jahren abgenommen, zwecks Anlieferung für Wehrmachtsbelange. Gleiches gilt für die Kupferdrähte der elektrischen Lichtleitungen.
Es sind 54 Rundfunkteilnehmer registriert.
Die Gemeinde erhält eine Motorfeuerspritze.
Bei Gastwirt Hermann Vogelsang bricht ein Schadenfeuer in Stall und Scheune aus.

1943

In der Kriegszeit treten immer mehr Gemeindemitglieder aus der Kirche aus. Der Besuch der Gottesdienste nimmt ab und aus Freunden werden politische Gegner.

1945

Im Alfelder Hindenburgstadion werden die Jugendlichen aus der Umgebung, insgesamt etwa 4000, zusammengezogen. Ca. 2000 von Ihnen werden Richtung Elze den amerikanischen Truppen entgegen geschickt. Die Anderen, darunter auch die Säcker Jugendlichen werden von einem armamputierten Oberleutnant Richtung Harz geführt. Der Bürgermeister von Everode stellt sich dem Oberleutnant entgegen und drängt darauf, die Kinder nach Hause zu schicken. Der Oberleutnant erschießt den Bürgermeister. Auch einige Säcker Väter stellen sich dem Oberleutnant entgegen und führen die Kinder durch den Sackwald nach Sack und in die umliegenden Ortschaften.
Die Amerikanischen Truppen treffen im April in Sack ein und bleiben 8 Tage. Auf der Maate und im Garten des Hauses Sackwaldstr. 14 bauen sie Granatwerfer und Flakstellungen auf. Die Flakstellung auf der Maate nimmt einen deutschen M109 Tiefflieger unter Beschuss.
Auf dem Feldflugplatz Wernershöhe landet als letztes Flugzeug eine JU 88. Schon beim Ausrollen des Flugzeuges flüchtet die Besatzung in das Unterholz und wird nicht erwischt – die Besatzung stammt aus dieser Gegend.
Die Säcker Bauern demontieren die Räder der Flugzeuge auf Wernershöhe und rüsten damit ihre Schubkarren und Leiterwagen aus.
Ein paar Jugendliche finden nach Kriegsende auf der Strasse nach Adenstedt im Graben Waffen und Munition. Günter Funke hantiert mit einer Flügelgranate die dann in seiner unmittelbaren Nähe explodiert. Hierbei dringt ein Splitter in seine Wange.
Auf Befehl der amerikanischen Besatzungstruppen muss das Schulhaus geräumt werden.
Am 8. April wird der Strom bis auf weiteres abgeschaltet.
Einige Männer und Frauen aus Sack treffen sich mit dem damaligen Bürgermeister August Ackermann und der Rot Kreuz Helferin Erika Hahne zur Gründung eines Ortsvereines des Deutschen Roten Kreuz.

1946

Wieder wird Sack von einem Hochwasser heimgesucht, welches große Schäden anrichtet.
Lehrer Schneider tritt am 01.04.1946 in den Ruhestand. Nachfolgerin wird Frau Castner. Am 01.12.1946 tritt Herr Hans Brandt die 2. Lehrerstelle an.
Es finden die ersten Gemeinderatswahlen auf der Basis der englischen Richtlinien statt. SPD 167 Stimmen, NLP 11 Stimmen, FDP 6 Stimmen, KPD 5 Stimmen. Außer dem Bürgermeister muss jetzt noch ein Gemeindedirektor im Amt sein.
Der MGV nimmt nach dem Krieg seinen Übungsbetrieb wieder auf. Das dirigieren übernimmt der Lehrer Wilhelm Krukenberg aus Alfeld für die nächsten 3 Jahre.

1947

Friedrich Funke wird 1.Vorsitzender des Männergesangverein und bleibt bis 1950 im Amt.
1948

Der TSC Sack wird nach dem Krieg wiederbelebt, u.a. durch Ewald Bleckmann, Michael Schuster, Walter Uhde, Oswald Zenk und Herbert Schulz.
Vorturner für die Damen und Mädchen waren Leni Jördens, Elsbeth Uhde und Luci Brückner.
Geturnt wurde auf Reinhards Saal am Reck, Barren oder Bock. Da es noch keine Vereinswettkämpfe gab wurde meist gegeneinander geturnt.
Ebensowenig gab es Übungsleiter. 15 – 20 Jungen und Mädchen bestaunten 1 – 2 mal wöchentlich, was die Vorturner zeigten.
Auf dem Pfingstanger findet das erste Vereinssportfest nach dem Krieg statt.
Im Haus von Ludwig Fischer wird eine genossenschaftliche Verkaufsstelle Konsum eröffnet. Mit der Bäckerei Mädge und dem Kaufmann Uhde gibt es nun 3 Verkaufsstellen.

1949

Die Sparte Tischtennis im TSC wird gegründet. Die 1. Tischtennisspieler im TSC Sack sind Günter Funke, Walter Huber, Hans Severit, Siegfried Pallentin und Helmut Knust sen.. Gespielt wird auf den Sälen der verschiedenen Gasthäuser. Das Gastwirtspaar Helene und August Knust stellt zwei Tische zur Verfügung. Es wird von 18.oo Uhr bis 0.15 Uhr mit Korkschlägern gespielt.

In den 50 er Jahren kam alle 4 Wochen ein Spirituosenvertreter in die Gaststätte Knust, fein gekleidet, mit Schlips und Kragen.
Dieser Mann kam dann auch mal in den Saal und fragte den damaligen Spitzenspieler Helmut Knust sen., ob dieser mal mit ihm spielen würde. Helmut Knust bejahte, denn er wollte diesem feinen Pinkel einen „überbraten“. Der Vergleich endete für den Säcker mit einem Fiasko, denn er verlor gegen einen Oberligaspieler aus Hameln…
Zum Trost stellte der Spirituosenvertreter seinen Musterkoffer den Anwesenden zur Verfügung.
Am 1. Adventssonntag wird in einem Festgottesdienst die neue Kirchenglocke eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Pastor Everts aus Alfeld hielt die Festpredigt. Die neue Glocke war in anderer Form schon 1680 vorhanden. Dann zersprang sie und wurde 1727 für 69 Taler
von M. Thomas Ridweg in Hannover neu gegossen. Auf der Glocke stand: „M.Thomas Ridweg me fecit Hannover 1727“.
Nach dem Krieg bemühte sich die Gemeinde um eine Stahlglocke. Als man jedoch die alte Glocke in einem Hamburger Lager fand, kam sie nach Sack zurück. Durch einen feinen Riss war sie unbrauchbar und wurde von der Heidelberger Firma Schilling neu gegossen. Die Kosten hierfür betrugen 1.200,– DM, das Gewicht beträgt 255 kg bei einem Durchmesser von 75 cm. Sie trägt die Inschrift: „M.Thomas Ridweg me fecit Hannover 1727, Neugegossen 1949 durch Friedrich W. Schilling, Heidelberg. E. Röbbelen Pastor. A. Ackermann, A. Voshage, H. Bleckmann, A. Thiesemann, H. Dittmann, Kirchenvorsteher“.
Wegen Verunreinigung des Brunnens herrscht Wasserknappheit. Wasser wird von den Bauern aus Langenholzen geholt. Dann wird es eimerweise für 5 Pfennig verkauft.
Karl Schünemann aus Adenstedt übernimmt erneut die musikalische Leitung des Männergesangverein.
Der Gemeinderat beschließt, den Kartoffelkäfer massiv zu bekämpfen.

1950

Zum 75 jährigen Bestehens des Männergesangvereins findet das erste große Dorffest statt. Trotz widrigstem Wetter wird das Fest ein Riesenerfolg. Der Männergesangverein unter der Leitung von Karl Schünemann trägt mit weiblicher Unterstützung die Chöre „Jubilate“ und „Riesengebirgslied“ vor.
Insgesamt treten 22 Vereine auf und das Fest ist insgesamt das größte Fest, dass bisher in Sack stattgefunden hat.
Ernst Knust wird für die nächsten 4 Jahre zum Vorsitzenden des Männergesangverein gewählt.
Am 25.09.1950 wird die erste Wasserleitung nach Sack in Betrieb genommen. Noch wird das Wasser aus einer provisorischen Zapfstelle entnommen, aber die Bevölkerung ist aufgrund der langen Bedrängnis, Not, Last und Sorge bezüglich der Wasserversorgung glücklich.

1951

Tischtennisspieler im TSC Sack

1952

Im TSC Sack gibt es sogar eine Boxsparte.
Zu den Singabenden des Männergesangvereins kommen nun durchschnittlich 44 Sänger.

1954

Der 1. Bass des Männergesangvereins ist immer für einen Streich oder einen besonderen Einfall gut. Am 27.05.1954 (Himmelfahrt) fährt die Gruppe mit einem von Klöpper erbauten „Riesenmotorrad“. Hierüber erzählt das nachfolgende Lied, welches an Robert Knust´ 70. Geburtstag gesungen wurde. Der Text stammt von Manfred Knust.

Ja, der Kloppinikus rollt
(Original: Hoch auf dem gelben Wagen)

1.
Kloppinikus heißt die Maschine, vom Klöpper erdacht und kreiert,
Doch finster wird seine Miene, wenn man sein Gefährt kritisiert,
die Sangesbrüder lästern, man wettet um flüssiges Gold
Am Himmelfahrtstag will man testen, ob der Kloppinikus rollt.

2.
Im Frühtau geht es zu Berge, Fritz Rabel ist Maschinist
Sänger sind keine Zwerge, mühsam das Ziehen ist,
Klöpper sitzt locker am Steuer, Anerkennung man zollt,
die Wette wird für ihn nicht teuer, denn sein Kloppinikus rollt.

3.
Auch Robert gehört zur Besatzung, er trägt stolz aus Stroh seinen Hut,
Alle in bester Stimmung, wie gut Kameradschaft doch tut.
Spannung und Humor, kreativ sein, heut ist Fortuna uns hold,
Wernershöhe kann gar nicht weit mehr sein, denn der Kloppinikus rollt.

4.
Endlich erreicht man die Schänke, Bläser erwarten den Zug,
schäumendes Gerstengetränke reicht nun der Wirt im Krug.
Klöpper hat nicht übertriebe, Achtung und Lob man ihm zollt,
So mancher wäre länger geblieben, aber Kloppinikus rollt.

5.
Am Nachmittag wählen die Frauen den Adenstedter Berg als Ziel.

Kloppinikus hat ihr Vertrauen, doch diesem wird es nun zuviel
Er beschließt zu streiken, ist den Damen nicht hold
Läßt sich auch nicht erweichen, schade Kloppinikus grollt.

Bei der erwähnten Geburtstagsfeier lebt eine alte Säcker Tradition auf. Der Männergesangverein, der überraschend zu einem Ständchen erscheint, wird mit
Zuckerkuchen und Bier bewirtet. Besonders hartgesottene Gourmets „stippen“ den Zuckerkuchen im Bier.
Am 24. März treffen sich 17 Frauen mit dem Bürgermeister August Ackermann und der Kreisbeauftragten des Deutschen Roten Kreuz um endgültig den DRK Ortsverein Sack zu gründen. Als 1. Vorsitzende wird Anneliese Stoffregen gewählt. Der monatliche Beitrag beträgt 25 Pfennig. Zusammenkünfte finden künftig einmal im Monat statt.
Arnold Meier ist bis 1974 Ortsbrandmeister, Heinrich Marhauer ist bis 1958 Vorsitzender des Gesangverein.

1955

Der Lehrer und zeitweiliger Gemeindedirektor Hans Brandt wird am 31.03.1955 verabschiedet.
Karneval ist nicht nur eine rheinische Tradition. In Sack ziehen die Heranwachsenden mit einem Bollerwagen von Haus zu Haus und sammeln Würste, Speck, Brot und Eier. Gemeinsam wird dann im Gasthaus Weist (Vogelsang) gebraten und gegessen.
Im Turn- und Sportclub Sack wird eine Tischtennis- Jugendmannschaft aufgebaut.
Pastor in Sack ist zur Zeit „Rogowski“.

1956

Bis 1966 heißt der Säcker Pastor „Kramer“.
Bis 1965 ist Mathilde Fischer Vorsitzende des deutschen Roten Kreuz.
Bei einer Wanderung zeigt das Deutsche Rote Kreuz Sack erstmals seine Fahne mit der Aufschrift: „Die lustigen Weiber von Sack“.

1957
28 Einwohner in Sack sind zwischen 70 und 80 Jahre alt, 18 Einwohner sind zwischen 80 und 90 Jahre alt und 1 Einwohner ist über 90 Jahre alt.
Zur Zeit gehen 42 Kinder in Sack zur Schule.
Fritz Göke ist neuer Dirigent des Gesangverein.
Die Scheune des Landwirtes Dörrie brennt.
Das Feuer hat ein Nachspiel. Einem langjährigen Sozialdemokraten wird vorgehalten, dass in der Feuerwehr kein Platz ist für Kommunisten. Der so angesprochene verlässt sogleich die Wehr und zürnt auch über 40 Jahre später noch.

Parteienwerbung in Sack: Walter Uhde malt auf dem Kohliberg mit Dünger ca. 20 m hohe Buchstaben DRP um auf die Deutsche Rechts Partei aufmerksam zu machen.

1958

Am 16.11.1958 wird das Ehrenmal feierlich eingeweiht. Die Bürger haben dies mit ihren Spenden ermöglicht. Den feierlichen Gottesdienst mit Pastor Kramer untermalt der Männergesangsverein mit dem Chor „Wie sind die Helden gefallen im Streit“. Der damalige Oberkreisdirektor gedenkt der Gefallenen und Vermissten.
Für die kommenden 1 ½ Jahre ist Ernst Knust Vorsitzender des MGV Sack.
In Sack gibt es 41 Pferde, 276 Stück Rindvieh, 353 Schweine, 8 Schafe, 32 Ziegen, 820 Hühner, 11 Gänse, 3 Enten und 5 Bienenstöcke.

1959

Der Gemeinderat stimmt dem Gebietsänderungsvertrag zwischen Langenholzen und Sack zu. Die Grenzstrasse und Teile vom Silienbusch kommen nach Langenholzen. Die Grundstücke Behrens bis Karl Nickel und das Gebiet „Auf der Maate“ kommen nach Sack.
Acht Geburten stehen 7 Todesfälle gegenüber. 2 Eheschließungen werden in Sack vorgenommen.
Bis 1960 ist Wilhelm Funke Vorsitzender des Gesangsverein.

1960

Die Sparte Fußball im Turn- und Sportclub Sack wird gegründet.
Da Sack noch keinen eigenen Fußballplatz hat, weicht man nach Adenstedt aus.
Das erste Spiel findet Karfreitag statt. Sack spielt 4 : 4 gegen Adenstedt.
Der TSC wird ein eingetragener Verein.
Den 1. Pokal gewinnen die Säcker Fußballer bei dem Pokalturnier in Limmer.
Ortsbürgermeistrer zu dieser Zeit ist Harry Klages.
Die Einwohnerzahl nimmt weiter ab. Zur Zeit leben 448 Menschen in 183 Haushalten in Sack.
Rudolf Scharf wird Vorsitzender des Männergesangverein.
Die 1. Fussballtrikots der Säcker wurden mit dem Wappen der Tischtennisspieler verschönert. Im Hause Willi Gerke wurden die Wappen „TTC Sack“ von einigen Frauen umgestickt in „TSC Sack“.

1961

Fritz Rabel wird Vorsitzender des Sportvereins, Hans Bartosella wird 2. Vorsitzender.
Die Tischtennisspieler steigen erstmals in die Bezirksklasse auf.

1962

Allwöchentlich treffen sich der Säcker Gastwirt August Knust, Heinrich Eilers aus Adenstedt und Gustav Dörrie aus Wrisbergholzen sowie von Zeit zu Zeit einige Gäste unter dem Namen „Spinnerclub“ im Gasthaus. In der ersten Stunde ihres Treffens dürfen die Mitglieder des Spinnerclubs nicht sprechen, in der 2. Stunde nur lügen und in der 3. Stunde sprechen sie normal.Als Zugehörigkeitszeichen tragen sie eine Spinne am Revers. Der Vorsitzende trägt eine Spinne mit Krawatte.
Die Säcker Schule wird geschlossen.
Nun hält Fritz Möller den Taktstock des MGV Sack in Händen.

1963

Am 4. August wird nach über 2000 von den Mitgliedern geleisteten Arbeitsstunden der Sportplatz eingeweiht. Das Gelände stellen die Landwirte Harry Klages und Werner Voshage der Gemeinde zur Verfügung. Die Teilnehmer der Einweihung treffen sich auf dem Schulplatz und ziehen dann im Festmarsch zum Sportplatz. Nach Liedern des Gesangsverein und
Grußworten und Reden übergibt der Bürgermeister Klages den Sportplatz an Schule und Sportverein. Im Anschluss daran findet ein Jugendfussballspiel und ein Fussballfreunschaftsspiel statt. Außerdem präsentiert sich der Schulsport. Abends wir im Vereinslokal August Knust getanzt.

Das Taubenessen

Am 10.02.1963 war der Bäcker verstorben, ein Säcker Original. August Voshage war sein bürgerlicher Name. August Voshage gab es aber dreimal in Sack. Von der Gemeinde hat man zur Unterscheidung I, II und III dem Namen zugefügt. Aber diese amtliche Namensgebung war nur wenigen bekannt, dagegen war der Brinker, der Bäcker und Midden August jedem geläufig. Er war mit Johanne Sandvoss aus Segeste verheiratet. Sein Sohn war bei der Typhusepidemie 1923 verstorben und eine Tochter Erna hatte nach Eitzum geheiratet, den Landwirt und langjährigen Bürgermeister Brunotte. Somit lebte er mit seiner Frau Johanne, auch Hannichen genannt, allein auf seinem kleinen Hof, den er mit Kühen beackerte. Im Nebenberuf war er Jagdaufseher bei Gustav Ahlborn, dem damaligen Jagdpächter. Da er, wie schon gesagt mit seiner Frau allein war, brauchte er bei vielen Arbeiten fremde Hilfe. Geholfen wurde bei ihm gerne, denn eines gab es beim Bäcker bestimmt nicht, und das war Hetze. Beim Schlachten war Ludwig Uhde immer der, der helfen musste und wohl auch gerne geholfen hat, denn zu der Zeit hieß es ja noch Schlachtefest. Bei einem Schlachtefest soll es dann geschehen sein, dass der Bäcker dem 1. Bass des Männergesangsverein eine Mettwurst versprochen hat. Karl Schünemann, dem Schlachter war eine Mettwurst, vermutlich „dei Feldkoiker“ reichlich groß geraten, worauf der Bäcker geschimpft hat, „dei is tau graut, dei is tau graut“. Ludwig Uhde hat ihm dann den Vorschlag gemacht, dass diese für den 1.Bass genau richtig sei. Da soll der Bäcker eingewilligt haben: „Wenn eck mal dout gahe, sall se de ieste Bass hebn.“ Nun war der Bäcker verstorben und die versprochene Nettwurst stand dem 1. Bass ja eigentlich rechtlich zu. Außer dieser besagten Mettwurst hatte der 1. Bass aber noch eine weitere Forderung an den Bäcker, nämlich einen Schlachthahn. Diesen hatte der Bäcker bei der Jungfernfahrt von Klöppinikus angelobt. Klöppinikus war der erste selbstgebaute Trecker von August Zenk, unserem Klöpper. Der Klöpper hatte seinen Namen auf die gleiche Weise erhalten wie der Bäcker. August Zenk gab es ja auch mehrere in Sack: es gab den Purten August, den Pastauer August, den Brocken und den Klöpper, weil Augusts Mutter eine geborene Klöpper war. Weil unser Klöpper

sich mit den Ackerpferden nie so richtig anfreunden konnte, war ihm in den fünfziger Jahren die Idee gekommen, sich selber einen Trecker zu bauen für seinen Ackerbau, denn zu der Zeit hatte ja noch jeder kleine Mann einen Morgen Land und ein paar Ziegen im Stalle. August war beim Bau seines Treckers, unterstützt von Fritz Rabel, eifrig bei der Sache. Aber August Reinhardt, “dei Trümpel, dei Skeptiker, wolle ühne den Miut nümen. Dat wert doch nichts hare, hei secht“ das hatte nun unseren Klöpper erst recht gereizt, und so kam es zu einer Wette, einer Wette um ein Fass Bier. Der Klöppinikus war fast fertig.Der Klöpper hatte mit ihm schon einige Probefahrten gemacht, die nicht gerade erfolgreich verlaufen waren. Es war einige vor Himmelfahrt, da kam es zu der besagten Wette. Der Klöpper hatte an einem
Singabend den I. Bass zu einer Jungfernfahrt mit dem Klöppinikus nach Wernershöhe eingeladen. „Wenne dat schaffet, koipe ek en Fat Beier“ harre dei Trümpel e tönt. „Un wenn hei et nich schaffet koipe eck en Fat“, harre dei Klöpper dagiegen ehouln.
Und somit war die Wette perfekt. An dem besagten Himmelfahrtstag mußte also der Klöppinikus den I. Bass mit Karl Hahne seinem kleinen Gummiwagen nach Wernershöhe ziehen, und mit einigen Schwierigkeiten und Keilriemenwechsel hat er es auch geschafft. Auf Wernershöhe hat August Ackermann dann den Taufakt für den
Trecker vollzogen, und von nun an hieß das Fahrzeug amtlich „Klöppinikus“.
In die Runde der Fahrgäste hatte sich auch ein blinder Passagier eingeschlichen und das war der Bäcker, der offiziell nicht zum I. Bass gehörte. Auf Wernershöhe hatte er sich dann klammheimlich abgesetzt und erschien nun nach einer gewissen Zeit wieder in der feuchtfröhlichen Runde mit einem Karton unter dem Arm. Er war inzwischen in Wrisbergholzen gewesen und hatte sich von Lehne Eintagskühen und Hähne geholt. In dieser Runde wurde ihm nun das Versprechen abgenommen, an den I. Bass einen schlachtreifen Hahn zu liefern, weil er als blinder Passagier mitgefahren war. Mit dieser Verpflichtung gegenüber dem I. Bass war nun der Bäcker am 10. Februar verstorben, und 6 Tage später, am Sonnabend dem 16. Februar 1963 auch seine Frau Johanne. Am Montag darauf war der turnusgemäße Singabend. Nach dem dienstlichen Teil des Abends kam immer die Klönrunde, die war zu der Zeit, als Ludwig Uhde noch aktiv dabei war, wirklich jeden Montag ein Höhepunkt der Woche. An diesem Abend, als nun Bäckers Hannichen so wenige Tage nach ihrem Mann verstorben war, war natürlich für Gesprächsstoff über den Bäcker und seine Familie reichlich gesorgt. In diesem Gespräch kamen dann von Ludwig Uhde auch die folgenschweren Worte: „Luie, hüret mal tau, dei Meddewost, dei is ösch all awwereiset na Eitzen, un wenn we jetzt nich uppasset, flücht ösch dei Hahne ouk noch aff na Eitzen.“ Nach diesem Ausspruch herrschte zunächst einmal Schweigen in der Runde. Die nächsten Worte kamen dann wohl wieder von Luidschen:Dscha, odder hebbe eck nich recht, is et nich sau?“ Nun wurde eifrig Kriegsrat gehalten. Mit Harbarnser wurde versucht, die Geister beweglich zu machen, und die, die zur Vorsicht rieten, in den Hintergrund zu drängen. Der Gefechtsstand war inzwischen vom Saal in das Klubzimmer verlegt worden. Die rechtliche Lage war auch soweit geklärt: Der Bäcker war mit Schulden an den I. Bass von hinnen gegangen. Die Mettwurst war nicht mehr da, und der Hahn vermutlich auch nicht.Aber einige zur

Zeit herrenlose Hühner waren noch da. Deckungssumme war also noch ausreichend vorhanden, wie es in der Fachsprache lautet. Es ging jetzt nur darum den Wechsel zum juristischen Nachfolger zu verhindern, und sie dem moralischen Eigentümer zuzuführen. Die strategischen Pläne waren auch soweit durchgesprochen, nur die letzten Vorbereitungen gestalteten sich schwierig, weil von jemanden das unpassenden Wort „klauen“ gebraucht worden war. August Reinhard harre all en paar Säcke uten Stalle holt, dei leigen all vor der Dür in Gange. Hermine harre en Pott Kaffe kuket, weil en scha jetzt nen klaren Kopp behaulen moßte. Der Stoßtrupp für das Unternehmen war aufgestellt, Wache für das Wachlokal war eingeteilt, nur der Stoßtruppführer wollte sich nicht finden lasen. Das soll dann jemand geworden sein, der eigentlich sonst mehr für Zurückhaltung bekannt ist. So zogen 6 wackere Krieger bei klarer, kalter Winternacht in der Mitternachtsstunde, auch Geisterstunde genannt, in Richtung Oberdorf. Das Unternehmen klappte auch ohne Schwierigkeiten. Der Hühnerstall war offen, Einbruch schied also aus. Nur die Hühner verhielten sich nicht ganz lautlos, obwohl Herbert und Werner gekonnt zu Werke gingen. Gerade in diesem Moment ging auf der Straße jemand vorbei, der wohl aus dem Oberdorf von einer Familienfeier kam. Er war ein passionierter Jäger und somit sicherlich auch nicht gerade ängstlich wenn er nachts allein auf dem Ansitz dem Bock oder Keiler gegenüber saß. Aber als er hier die Gestalten und Geräusche zu dieser Stunde sah und hörte, soll er doch seine Schritte gewaltig beschleunigt haben. Der Stoßtrupp leistete also saubere Arbeit und kehrte ohne Verluste und mit reicher Beute in die Ausgangsstellung zurück. 4 Hühner wurden in den von August Reinhardt nicht gebrauchten Kükenkasten gesetzt. Die Mitstreiter wurden in die Nachtquartiere entlassen; oder besser gesagt, sie schlichen nach hause. Am nächsten Morgen mußten alle ihrer Arbeit nachgehen, jeder war mit sich allein und machte sich seine eigenen Gedanken über die Ereignisse des vorangegangenen Abends. Manch einer bekam jetzt wohl doch etwas Muffensausen. Im Flüsterton wurde die Parole ausgegeben: “Abwarten und Ruhe bewahren“. Inzwischen war auch das Fehlen der Hühner bemerkt worden. Nun machte auch das Wort „Diebstahl“ schnell die Runde. Es wurden schon einige Vermutungen über den eventuellen angestellt. Ganz Eilige wollten die Hühnerbeine auch schon bei jemanden unter dem Kochtopfdeckel gesehen haben. Heinrich Marhauer, der derzeitige Dorftischler, hatte von den Hinterbliebenen den Auftrag erhalten, einen Sarg für die Verstorbene zu liefern und mußte Johanne Voshage am nächsten Tag einsargen. Wie es zu dieser Zeit üblich war, bat er einige Nachbarn, ihm hierbei zu helfen. So hate er unter anderem auch Alfred Knust gebeten. Alfred führte ja den Beinamen „Patauer“, was wohl daher rührt, weil er Ungerechtigkeiten nicht leiden konnte und immer versuchte, für Benachteiligte Partei zu ergreifen. „Sag mal, das ist doch nicht richtig“, waren seine oft gebrauchten Worte. Alfred hatte inzwischen auch von dem Verschwinden der Hühner fahren und so hat er auch hier versucht, diese verwerfliche tat zu verdammen und bei den anderen Anwesenden Zustimmung zu finden. Diese waren jedoch alle am Abend vorher mit
dabei gewesen. Genickt haben sollen sie aber doch kräftig und „ja ja et is nich tau gläuben“ hebbet se ouk e secht. Nachdem mehrere Wochen vergangen waren und es

um die verschwundenen Hühner immer ruhiger geworden war, hielt man im I. Bass die Zeit für gekommen, diese zu verspeisen. Es wurde zu einem gemeinsamen Taubenessen mit Ehefrauen und passiven Mitgliedern nach Reinhardt eingeladen. Einige Sangesbrüder hatten noch jeweils ein Huhn gespendet und Hermine hat uns ein köstliches Essen bereitet. Einige Teilnehmer dieses Abends, wozu auch Altsangesbruder Rudolf Schlie gehörte, haben an diesem Abend immer noch nicht gewusst, woher diese wohlfleischigen Taueben stammten.
(nahezu wörtlich von dem ungenannten, aber wohl bekannten Autor übernommen)

1964

Der Winkel wird in den Bebauungsplan aufgenommen.
Im Pfingstanger wird von den Landwirten ein Maschinenschuppen aufgestellt. Hier wird bei schlechtem Wetter auch das Waldfest des Gesangvereins gefeiert.
Landessuperintendent Dr.Heintze weiht die Kirche wieder ein. Der Männergesangverein singt hierzu.

1965

In Sack werden Wasseruhren eingebaut. 20 cbm Wasser kosten 50 Pfennig.
Hans Bartosella wird Vorsitzender des TSC, Karl Heinz Koch sein Vertreter.
Sack erhält die Ortsbeleuchtung.
Der Bebauungsplan „Auf der Maate“ wird beschlossen.
Das alte Sporthaus wird an die Wasserversorgung angeschlossen, die Leitung ist aber nicht frostsicher, so dass alljährlich im Herbst das Wasser abgestellt werden muss.
Angeregt durch Norbert Böhm beginnen die Säcker Fußballer eine Freundschaft mit dem Fußballverein „Dorstfeld 09“ (Dortmund).

1966

Die Fußballer bekommen Besuch aus Sevenoak / England. Mit den dortigen Kickern beginnt eine neue Freundschaft.
Am 15.Oktober bricht der Männergesangverein zu einer 2 tägigen Fahrt nach Berlin auf. Mit dem Gesangsverein Echo 06 wird gemeinsam gesungen.
Karla Dörrie wird Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuz in Sack.
Als Weihnachtsgeschichte führt das DRK Sack in diesem Jahr „Fliegenpilz Tüpfelhut“ auf.

1967

Der Übungsbetrieb der Sparte Turnen im Sportclub findet nun in einem leeren Klassenzimmer der Säcker Schule statt.
Der Pastor in Sack heiß Tober und bleibt bis 1972 im Amt.
Alma Knust wird Vorsitzende des deutschen Roten Kreuz und bleibt dies 30 Jahre lang.

1968

1969

Mit ihren Spenden tragen die Bürger zur Errichtung der Friedhofskapelle im Jahre 1969 in Sack bei.
Der Männergesangverein hat nun 100 Mitglieder.
Rudolf Zorn wird Vorsitzender des TSC Sack und bleibt dies bis 1978. Alfred Schmidt wird als sein Vertreter gewählt.

1970

Die Ortskanalisation wird verlegt. Hierfür nimmt die Gemeinde Sack bei der Kreissparkasse einen Kredit über 250.000,– DM auf.
Die Jugend des Dorfes trifft sich in den 70er Jahren im SMFFC, dem Säcker Moped Fahrer Fan Club. In einer privaten Garage schraubt man an Mofas und Mopeds. Die Alternative ist der Besuch in der Blaulicht Bar, ebenfalls eine private Unterkunft, dekoriert mit 250 leeren Jägermeister Flaschen.
Und dann gibt es aus den 70 er Jahren noch die Geschichte mit der Wandertafel, die der Alfelder Bürgermeister Köbler und Stadtdirektor Dr. Toetzke in Sack einweihen wollen.
Doch in der Nacht zuvor haben einige Jugendliche aus dem Dorf in einer hiesigen Gaststätte aus der Wandertafel eine Futterkrippe gefertigt und rechtzeitig zur Besichtigung noch ein Fuder Stroh hineingelegt.
Das aus dem Jahre 1713 stammende Schulhaus wird verkauft. Auf dem Balken steht geschrieben: „Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit – Anno 1849“.
Das 50 jährige Bestehen des TSC wird mit einem großen Zeltfest gefeiert.
Unterr der Leitung von Frau Bensch startet die Damengymnastik wieder mit 24 Damen.

1971

Der Männergesangverein nimmt in Buchhagen am Jubiläumskonzert teil, bei dem über 2000 Sänger anwesend sind.
Es gibt in Sack 11 landwirtschaftliche Betriebe bis 10 ha, 1 Betrieb bis 30 ha, 2 Betriebe bis 40 ha, 2 Betriebe bis 50 ha, 3 Betriebe bis 60 ha, 2 Betriebe bis 70 ha, 1 Betrieb über 70 ha, 8 Pferde, 353 Stück Rindvieh, 236 Schweine, 480 Hühner, 35 Enten und 2 Schafe.

1972

Die Bauarbeiten zur Säcker Sporthalle beginnen.
In Eigenarbeit wird ein Feuerwehrgerätehaus gebaut. Also, um Ihre Felder zu bewirtschaften haben Alma und Robert Knust eigentlich Tiere. Was tun, wenn diese unpässlich sind und das Feld gepflügt werden muß? Da wird dann der legendäre VW Käfer zum landwirtschaftlichen Gerät.

1973

Zum Erhalt der Schulenberger Kapelle werden Sanierungsmaßnahmen eingeleitet.
Die freiwillige Feuerwehr Sack erhält ihr erstes Feuerwehrfahrzeug.
Hans Gerhard Isermeyer ist bis 1982 Pastor in Sack.
Mit einem Zeltfest feiert die Feuerwehr ihr 40 jähriges Bestehen.

1974

Mit seiner Sitzung am 28.02.1974 beendet der Rat der Gemeinde Sack seine Tätigkeit. Sack wird in die Stadt Alfeld eingemeindet nachdem die Niedersächsische Landesregierung per Gesetz hierfür die Voraussetzungen beschlossen hat.
Nach der Eingemeindung 1974 heißt die Straße „Im Winkel“ „Hopfenberg“ .
Der heutige Straßenname verweist auf den in dieser Gegend üblichen Hopfenanbau.
Die Sackwaldstraße hieß bis zur Eingemeindung nach Alfeld „Hauptstraße“. Die ursprüngliche Hausnummerierung wurde entsprechend der Fertigstellung des Hauses vergeben. So hatte das älteste Haus in Sack die Nummer 1 etc. Die Sackwaldstraße ist die Durchgangsstraße in Sack.
Die schon 55 Jahre alte SPD Sack und die neu gegründete SPD Langenholzen verbinden sich zu einem gemeinsamen Ortsverein.
Wolfgang Weise wird Dirigent des Männergesangverein Sack und bleibt dies bis 1999.
Burkhard Stoffregen wird Ortsbrandmeister in Sack.

1975

Der Kunstturner Hartmut Strüber übernimmt die Kinderturngruppe und baut mit Nicole Böhm, Andrea Gerke und Astrid Weist eine Leistungsriege auf.
Die Pfarrstelle in Sack wird aufgegeben und mit der Pfarre Langenholzen verbunden.
Im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gewinnt Sack den 1. Preis.
Nach 15 Jahren tritt Günter Funke als Kassenwart der Feuerwehr zurück.
Anlässlich seines 100 jährigen Bestehens erhält der Männergesangverein die „Zeltlerplakette“.
Zum Katervesper zieht das DRK Sack in einem Hochzeitszug zum Festzelt. So echt, dass der Zeitungsredakteur fragt: „Wie, eine Hochzeit ist hier heute auch?“ Er hat wohl nicht bemerkt, dass Karla Dörrie die Braut und Gerlinde Scheibe der Bräutigam ist. Flugs einen Umhang übergeworfen marschiert Alfred Schmidt als Pastor mit.

1976

Die Knabenmannschaft des TSC Sack wird Kreismeister.
Erstmalig wird in demokratischer Abstimmung der Kirchenvorstand gewählt. Die Wahlbeteiligung liegt hierbei an der Spitze im Kirchenkreis.
Unter der Leitung von Otto Tegtmeyer starten die „Jedermänner“ als neue Sparte des TSC Sack.
Die neue Saccusbaude am Schiefen Holzerberg wird eingeweiht.
In Sack werden zwei neue Buswartehäuschen aufgestellt.
Friedhelm Schier wird Vorsitzender des Männergesangverein Sack.
Der Männergesangverein veranstaltet in der Sporthalle ein Gemeinschaftskonzert mit dem Blasorchester Wrisbergholzen.
Die Freiwillige Feuerwehr Sack veranstaltet einen Tag der offenen Tür. Karl Schaper und Friedrich Bleckmann werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1977

Sack zählt nun 448 Einwohner.
Weißt Du, warum die Männer vom Gesangsverein alle die gleiche blaue Krawatte mit dem Emblem MGV Sack tragen?. Ist doch klar, wenn einer von denen betrunken ist braucht man nur auf die Krawatte zu gucken aus welchem Dorf er kommt um ihn dann mit der Schiebekarre nach Hause zu bringen.

1978

Nach genau fünfzig Jahren wird die Fahne des Sportvereins erneuert.
Hermann Scheibe wird Vorsitzender des TSC, Oswald Zenk sein Vertreter.

1979

Das Deutsche Rote Kreuz feiert ihr 25 jähriges Bestehen in der Gastwirtschaft Knust (jetzt Greve).

1980

Am 01.02.1980 wird die Jugendfeuerwehr Sack mit 12 Jungen und Mädchen gegründet.
Im Stall des Anwesens von Rudi Heise bricht ein Feuer aus.
Das bisherige Kraftfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr wird durch ein Neues ersetzt.
Unter dem Titel: “Klingende Heimatgrüße aus den Sieben Bergen“ nimmt der Männergesangverein an einer Schallplattenaufnahme in den Alfelder Eisenwerken teil.
Alfred Schmidt wird Vorsitzender des Sportclubs. Vertreter ist nach wie vor Oswald Zenk.

1981

Der Säcker Sportplatz wird verbreitert und das alte Sporthaus wird umgestaltet.
Ingrid Bartl wird Übungsleiterin der Sparte Turnen im TSC Sack.

1982

Wann die Geschichte angefangen hat, weiß eigentlich keiner mehr so genau. Und es weiß eigentlich auch keiner mehr so genau, wie die Geschichte angefangen hat. Und das, obwohl die Beteiligten fast alle noch leben. Irgendwann jedenfalls erklärte Günter Menzel, er habe ein Krokodil in seiner Badewanne. Deshalb habe er auch keine Zeit für eine Freundin. Schließlich müsse er sich um das Krokodil kümmern. Diese Geschichte wurde so oft und so lange erzählt, dass irgendwann auch seine Mutter von dem Krokodil in ihrem Hause hörte. Sie suchte das ganze Haus ab, fand es aber nicht. Eines Tages fuhren die Mitglieder des TSC Sack mit dem Reisebus nach Rüdesheim. Kaum unterwegs, brachte der Verkehrsfunk folgende Nachricht: „Herr Günter Menzel aus Alfeld, zur Zeit unterwegs in einem Reisebus nach Rüdesheim wird gebeten, sofort nach Hause zu kommen. Das Krokodil ist entlaufen!“
Über die neuesten Krokodilgeschichten wurde an den Tresen der Säcker Gasthäuser erzählt. Hier schnappte ein ortsfremder Gast auf, dass Günter Menzel ein Krokodil habe. „Wie sieht das denn aus?“ „Wie ein Krokodil eben aussieht. Grün, kurze Beine, zackelig auf dem Rücken, ein langer Schwanz“, antwortete Günter Menzel. „Ganz genauso sieht das Krokodil von meinem Schwiegersohn aus – und das ist gestohlen worden“, behauptete der Gast und konnte nur durch das Eingreifen der Gastwirtin daran gehindert werden, die Polizei zu rufen.

Der TSC führt eine Wohltätigkeitsveranstaltung für Günther Marhauer durch, u.a mit einem Fußballspiel zwischen Sack und dem FC Alfeld.

Mit einem großen Dorffest begeht Sack die 777 Jahr Feier. Anläßlich dieses Jubiläums erscheint eine Dorfchronik, die ganz wesentlich zu der Entstehung dieser Aufzeichnungen beigetragen hat.
Norbert Böhm wird zum Vorsitzenden des Sportvereins gewählt. Sein Vertreter ist weiterhin
Oswald Zenk.
Ortsbürgermeister zu dieser Zeit ist Albert Gerke. Albert Gerke ist auch Mitglied der SPD Fraktion im Rat der Stadt Alfeld.
Pastor in Sack ist bis 1992 Manfred Birtner.

1984

In Sack wird ein Feuerwehrfest mit Umzug gefeiert.

1985

„Fürchtet Euch nicht!“
Im Jahr 1985 wurde in Hörsum die einhundertste Wiederkehr des ersten „Waldfestes“ mit einem Zeltfest begangen. Zu diesem Waldfest treffen sich alljährlich die Sängerinnen und Sänger aus Hörsum, Langenholzen und Sack.

Die Sänger des II. Tenors des MGV Sack versammelten sich bei diesem Zeltfest des öfteren zu einem gemeinsamen Umtrunk vor der „Lüttje Lagen Theke“ und prosteten sich freundlich zu.Nach dem Ende des Festes stellten die Sänger erstaunt fest, dass sie nicht alle der kleinen, zur Lüttjen Lage gehörenden Schnapsgläser auf die Theke zurückgestellt hatten. Insbesondere Fritz hatte viele Gläser aus Versehen in seiner Jackentasche vergessen. Nun war guter Rat teuer. Wohin mit den für den sonstigen Schnapsgenuss zu kleinen Gläsern?

Zu dieser Zeit zählte der II. Tenor 10 aktive Sänger. Waren sie alle beim Singabend anwesend, pflegte Friedhelm „Fiete“ Schier schon seit längerer Zeit eine Runde „Lockstedter“ auszugeben, was natürlich allen II. Tenören mächtig Spass machte. Leider war dies nicht immer der Fall, und dann gingen die Sänger leer aus.

Es dauerte nun nicht lange, da hatten die Sänger ihren Fiete überzeugt, in diesem Fall doch zumindest einen „lüttjen“ Lockstedter auszugeben, zumal die Gläser ja nun durch das Versehen beim Waldfest vorhanden waren.

So ging einige Zeit ins Land, und einigen Tenören kratzte der Lockstedter doch mächtig auf der Zunge. So kam Fiete Anfang der 90 er Jahre auf die Idee, das scharfe Gronauer Getränk durch den seit dieser Zeit auch im Norden immer häufiger anzutreffenden Obstler zu ersetzen. Natürlich auch aus den „lüttjen“ Gläsern. Diese wurden nämlich bei jedem Lokalwechsel zum 1. Oktober zum neuen Vereinslokal mitgenommen. Neider in den anderen Stimmen behaupteten, das extra zum Transport der Gläser die beiden Notenwarte aus den Reihen des II. Tenors gewählt würden.

Der Obstler mundete natürlich allen vortrefflich. Allen? Nein. Nicht allen. Ein Sänger aus dem Saccusweg, nach eigenem Bekunden Herr über das einzige Krokodil im Dorf , schüttelte sich bei jedem „Lüttjen“ so heftig, das der eine oder andere Tropfen danebenging. Sehr zum Missfallen der anderen Tenöre. Was lag also näher, als sich Mut zuzusingen? Man ist ja schließlich Sänger.

Seitdem erklingt vor jeder „Lüttgen“ Runde das wohlklingende „Fürchtet Euch nicht“. Beim Fuchs hat es geholfen.
(niedergeschrieben im November 2000 von Jürgen Gerke)

Alljährlich findet in der Vorweihnachtszeit ein „Singegottesdienst“ statt. Der Gesangsverein studiert vorher einige Weihnachtslieder ein die hier zum Vortrag kommen. Die Gemeinde wünscht sich darüber hinaus weitere Lieder, die dann von Allen gesungen werden. Seit der Zeit der Obstlereinführung in Sack ist das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ der Topfavorit. Schliesslich entstammt diesem Lied die Textzeile „Fürchtet Euch nicht“

Anläßlich des 25 jährigen Jubiläums der Sparte Fußball wird das Fußballspiel Sack gegen Adenstedt mit den gleichen Spielern wie vor 25 Jahren wiederholt. Diesmal trennen sich die Mannschaften 3 : 3.
Astrid Weist übernimmt die Leitung des Kinderturnens.
Alma Zenk und Olga Schier tragen bei einem Klönnachmittag des DRK Sack das Säcker Linsenlied auf Platt vor.

1986

Hinter dem alten Sporthaus wird eine Grillhütte „die Köhlerhütte“ gebaut.
Hans Joachim Ronge ist zur Zeit Ortsbürgermeister.
Der russische Satelit Cosmos überfliegt Westeuropa und macht aus 270 Kilometern Höhe ein Foto, auf dem auch Sack zu erkennen ist.
Nach über 1000 Punktspielen für den TSC Sack beendet Norbert Böhm seine Fußballlaufbahn.
Wiederum mit einem Zeltfest feiert der Männergesangverein sein 111 jähriges Bestehen.
Alma Knust überreicht für das Rote Kreuz jeder Stimme ein Sparschwein mit 111 Pfennigen.

1987

Im Gasthaust Weist findet ein großer Faschingsball statt.

1988

Nach über 600 Spielen in der 1. Fußballherren Mannschaft im TSC Sack wird Alfred Knust verabschiedet.
Hans Joachim Ronge wird 2. Vorsitzender des TSC Sack.
Die sanitären Anlagen in der Säcker Sporthalle werden erweitert.

1989

Der TSC Sack bildet mit dem TSV Adenstedt eine Fußballspielgemeinschaft.

1990

Das 70 jährige Jubiläum des Sportvereins wird mit einem Zeltfest gefeiert.
In Sack findet der diesjährige Fußball Stadtpokal statt.

1991

Alle Säcker Vereine veranstalten gemeinsam ein Dorffest.
Günter Menzel wird 2. Vorsitzender des TSC Sack.

1992

Erstmals erscheint die Vereinszeitung des Turn- und Sportclub, welche nun dreimal im Jahr heraus kommt.
Norbert Böhm tritt als Vorsitzender des Sportvereins ab.
Der Vorstand des Sportvereins besteht nun aus Michael Schorre (1. Vorsitzender), Günter Menzel (2.Vorsitzender), Susanne Barl (Schriftführerin) und Petra Ronge (Kassenwart).
Die A – Schüler Mannschaft des TSC Sack mit Sascha Mettendorf, Patrick Belger, Kevin Sürig und Christian Balbach wird Tischtennis Kreismeister.
Die Volleyball Damenmannschaft des TSC nimmt erstmals am Punktspielbetrieb teil.
Als 400. Mitglied des TSC Sack wird Wolfgang Windecker geehrt.

1993

Erich Wennecker wird Pastor in Sack.
1993 wurde der Liethweg angelegt. Der Name bezieht sich auf den weiter nördlich gelegenen Liethgrund bei Adamishüte und dem neuen Wasserwerk. Lieth bedeutet Abhang.
Im gleichen Jahr wird der Saccusweg angelegt Saccus = lat. der Sack. Der Name weist auf den Ortsnamen Sack hin. Der Saccusweg ist wie der Liethweg eine Sackgasse.
Im Alfelder Heimatmuseum findet eine Ausstellung über Sack statt, die im Wesentlichen von Gerhard Kraus, August Stoffregen und Hermann Rieke vorbereitet wurde. Der Männergesangverein unterhält die Eröffnung musikalisch und die Damen Alma Knust, Alma Zenk, Olga Schier und Hanna Brunotte tragen das Linsenlied auf Platt vor.

1994

Warum wir nach Sack gezogen sind?
Ganz einfach: Keine hundert Häuser aber 1 Kirche und 2 Gasthäuser. In dem Dorf muß was los sein!

In der Sporthalle feiert das DRK sein 40 jähriges Jubiläum. Zum Mittagessen gibt es am Festsonntag „Säcker Linseneintopf“.

1995

537 Personen wohnen nun in Sack und der TSC hat 420 Mitglieder.
Der Männergesangsverein feiert sein 120 jähriges Bestehen und der TSC sein 75 jähriges Bestehen mit einem gemeinsamen Zeltfest am 11. und 12. August auf dem Pfingstanger.
Das DRK Sack unternimmt eine Tagesfahrt in das Erzgebirge.
Die Alte Herren Fußballmannschaft des TSC knüpft freundschaftliche Bande zum Sportverein Grün Weiß Dahlenwarsleben (Nähe von Magdeburg).
Die Volleyballdamen steigen erstmals in die Kreisliga auf.
Der Männergesangverein nimmt zwei Lieder für die CD „Ein musikalisches Porträt der Stadt Alfeld“ auf.

1996

Cordula Kaupa wird neue Kassenführerin des TSC Sack.
Zum erstenmal veranstaltet der Sportverein ein Zeltlager für Kinder von 6 – 14 Jahren auf dem Sportplatz.
Der Männergesangverein tritt im Kurpark von Bad Salzdetfurth auf und singt 25 Lieder.
Das DRK unternimmt eine viertägige Fahrt in das Elbsandsteingebirge.

Ja, ja, diese Neubürger. Gabi Fischer bastelt gerne. Also schlägt sie den Damen des Roten Kreuz vor, Martinslaternen zu basteln. Was soll man nun mit diesen Laternen machen. Der Idee 2. Teil: Die Damen vom Roten Kreuz, teilweise schon recht betagt, ziehen Martinilieder singend durch das Dorf und kehren hier und da ein.

Die Aussenfassade der Säcker Sporthalle wird neu gestaltet durch Bernd Schier und einige Helfer des TSC. Das Bild zeigt eine Ansicht der Ortschaft.
Der Männergesangverein tritt bei einer Robert Stolz Gala in der Aula des Gymnasiums mit 2 weiteren Chören und 2 Gesangsprofis auf.
Der TSC Sack stellt erstmals sein Maskottchen Sacki vor.

1997

Die Geschichte mit dem Krokodil (siehe 1982) findet seine Fortsetzung: Nachdem die Neubürger Fischer und Rittgerott die ganze Wahrheit über das Krokodil gehört haben, meinten sie, die Bevölkerung warnen zu müssen und stellen ein Krokodilwarnschild auf. Die Kinder des Saccusweges taten ein Übriges. Jeder Fremde wurde gewarnt: „Psst, da vorne wohnt ein Krokodil.“
Alsbald erfuhr die Presse davon und berichtete. Kaum hatte die Obrigkeit in Alfeld davon Wind bekommen, wurde der städtische Bauhof in Bewegung gesetzt, das Schild zu entfernen. Doch auf mysteriösen Wegen gelangte das Schild wieder nach Sack und wurde von den Herren Lehmann, Schier und Fischer im Vorgarten des Krokodildompteurs wieder aufgestellt. Dort steht es noch heute und der Ortsrat muß sich irgendwann mit der Frage befassen, ob der Saccusweg nicht umbenannt werden soll in „Schnappmaulgasse“.

Die Fußballer im TSC bilden eine Spielgemeinschaft mit Friesen Langenholzen.
Karl Lehmann wird Vorsitzender des Männergesangverein Sack. Er löst damit nach vielen, vielen Jahren Friedhelm Schier ab.
Nach 30 Jahren wird Alma Knust als 1. Vorsitzende des DRK Sack von Gudrun Adelheid Zenk abgelöst.
Neu im Vorstand des TSC Sack ist Gudrun Adelheid Zenk als Schriftführerin und Stephanus Fischer als 2. Vorsitzender.
Die Kinder des Sportvereins fahren mit der Eisenbahn nach Hamburg um das Fußballbundesligaspiel Hamburger SV gegen Karlsruher SC zu sehen.
In Sack findet ein Fußball G- Jugendturnier (3 bis 6 jährige Kinder) statt, bei dem neben ca. 120 Kindern auch noch 400 Zuschauer kommen. In Sack kommt es zu einem Verkehrschaos. Als besonderer Höhepunkt werden die Fußballschuhe des österreichischen Nationalspielers Toni Polster verlost.
In den achtziger und neunziger Jahren fährt alle Welt zum Urlaub nach Mallorca. Aber nicht nur zum Urlaub. Der 2. Vorsitzende, die Kassenführerin, der Spartenleiter Fußball und die Spartenleiterin Volleyball verlegten eine Vorstandssitzung des Sportvereins an die berühmt berüchtigte Restauration „Ballermann 6“ auf Mallorca.
Die Jugendarbeit des TSC wird nun auch durch den Verkauf von Fanartikeln unterstützt.
Erneut tritt der Männergesangverein beim Kurkonzert in Bad Salzdetfurth auf und singt wieder über 20 Lieder.

1998

Seit vielen Jahren spielt Günter Menzel den Nikolaus bei der Weihnachtsfeier der Damengymnastik. Dabei lässt er sich alljährlich etwas Neues einfallen. Statt mit „Nikolaus komm in unser Haus“ erscheint der diesjährige Nikolaus mit dem Karnevalsschlager „Die Karawane zieht weiter der Sultan hat Durst“.
Am 19.05. veranstaltet die Spielgemeinschaft Sack / Langenholzen ein internationales Fußballturnier an dem die Auswahlmannschaft von Florida / USA und die U 23 Nationalmannschaft von Litauen teilnimmt.
Am 20. Juni 1998 wird die restaurierte Gloger Orgel in Sack eingeweiht. Diese Orgel sei ein Rembrandt unter den Orgeln in Deutschland, sagt die Presse.
Neue Sportgruppe im TSC: Aerobic unter der Leitung von Sandra Kriescher.
Cordula Kaupa überfliegt mit einem Heißluftballon Sack und schießt dieses Foto.
Das alte Sporthaus wird nach Reparatur- und Umbauarbeiten mit einem Dorffest wiedereröffnet. 30 Helfer aus den Reihen des Sportclubs und des Gesangsverein haben unter der Anleitung von Wolfgang Ronge 900 Arbeitsstunden geleistet. Bei dem Dorffest wurde unter anderem das traditionelle Säcker Sackhüpfen ausgetragen. Im 793 Jahr des Bestehens der Ortschaft Sack hüpfte Benjamin Meier die 7,93 Meter Distanz in Rekordzeit und erhält dafür den Ortsbürgermeister Gerke Wanderpokal.
Neu im Vorstand des TSC ist Helga Passgang als 3. Vorsitzende.
Martin Scharf wird Ortsbrandmeister. Er übernimmt dieses Amt von Peter Gärtner.

1999

Der Turn- und Sportclub Sack ehrt Vanessa und Sören Rekel aus Langenholzen als 500. Mitglied.
Nachdem im Vorjahr die Kirchenorgel restauriert wurde, lädt die Kirche nun zum Säcker Orgel Sommer ein. Es finden verschiedene Konzerte statt zu der die Kirche gut gefüllt ist. Einer der Höhepunkte ist das Konzert des Chores des evangelischen Gymnasium Hermannswerder in Potsdam.
Landesweit erscheint in den Tageszeitungen, dass Krähen nun zum 2. Male eine Schafherde in Sack angegriffen haben. Züchter Karl Heinz Jörns muß eine schwerverletzte Heidschnucke töten.
Der Ausbau der Sackwaldstrasse ist beschlossene Sache. Der Baubeginn ist für das Jahr 2001 vorgesehen.

2000

Zum 2. Mal hilft Horst Markgräfe als Dirigent dem Gesangverein aus großer Not. Nachdem der bisherige Dirigent seine Tätigkeit plötzlich eingestellt hat übernimmt er den Taktstock.

„Du kannst doch die Säcker nicht hängen lassen, soll Horst Markrgräfes Gattin auf die Anfrage des Männergesangverein gesagt haben. Er lässt die Säcker nicht hängen und dirigiert nun 4 Chöre.

Stephanus Fischer, Mario Meier, Angelika Pülm, Adelheid Zenk und Cordula Kaupa bilden den neuen Vorstand des Turn- und Sportclub.
In diesem Jahr wird das 115. Waldfest der Gesangvereine Hörsum, Langenholzen und Sack gefeiert.
Anläßlich des 80 jährigen Bestehens des TSC wird ein Faltblatt herausgegeben. Statt einer großen Jubiläumsfeier werden diverse kleinere Veranstaltungen durchgeführt. Im März beginnen die Turner mit einem Tag der offenen Turnhalle, bei dem sich neben einer historischen Sportmodenschau alle Turngruppen vorstellen.
Die Volleyballdamen veranstalten ein Jux – Turnier.
Der Sieger des Volleyballturniers gewinnt eine Ballonfahrt durch Sack. Jeder dachte nun an einen gecharterten Heißluftballon – doch weit gefehlt.
Auf einem mit bunten Luftballons geschmückten offenen Lastwagen wird die Siegermannschaft hupend durch Sack gefahren.
Anläßlich des Jubiläums tritt eine Prominentenmannschaft des Fussballzweitligisten Hannover 96 in Sack an. Die Mannschaft der Spielgemeinschaft Sack / Langenholzen schlägt sich achtbar mit 4 : 3.
Der MGV Sack feiert sein 125 jähriges Bestehen mit einem Freundschaftssingen in der Aula des Gymnasiums und einem 3 tägigen Zeltfest.
Sack ist in das landesweite Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden.
Bis zum Jahre 2006 werden private und kommunale Maßnahmen zur Erneuerung gefördert. Viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an einem Arbeitskreis hierzu.
Drei Rinder verlassen ihre Weide in Sack und halten sich seitdem im Sackwald auf. Alle Bemühungen die Tiere einzufangen schlagen fehl.

Danke

An der Entstehung dieses Buches haben viele Menschen direkt und indirekt mitgewirkt.

Das Buch wäre aber nicht entstanden ohne die Mithilfe von Alma Knust.

Jürgen Gerke gebührt besonderer Dank für seine Ratschläge hinsichtlich der Produktion, aber im Besonderen dafür, dass er in grosser Zahl Unterlagen besorgt und mit eigenen Recherchen helfend zur Seite gestanden hat.

Das Vereinsfotoalbum von Alma Knust ist mit dem Psalm 36,6 überschrieben:

„Der Herr hat grosses an uns getan, des sind wir fröhlich“
Was würde besser an diese Stelle passen und was könnte man treffenderes über unser Leben in Sack sagen.

Quellenverzeichnis

Alfeld – Ein kulturgeschichtlicher Gang durch die Stadt und ihre Ortsteile
Gerhard Kraus, Hrsg. Kreissparkasse Alfeld / L. 1995

Alfelder Zeitung

Archiv des Turn- und Sportclub Sack e.V.

Chronik des 1. Bass des Männergesangverein Sack

Chronik und Pressemappe des Männergesangverein Sack

Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, bearbeitet von Oskar Kiecker und Paul Graff, Selbstverlag der Provinzverwaltung Hannover, 1929

Gemeindebrief der Pfarrgemeinde Sack

Geschichte des Kreises Alfeld, Paul Graff, Verlag August Lar, 1928

Gespräche mit Säcker Bürgerinnen und Bürgern

Hoike, Sagen und Erzählungen aus dem Land zwischen Hildesheimer Wald und Ith, gesammelt und herausgegeben von Wilhelm Barner

Liederzettel zum Festgottesdienst anläßlich der Einweihung der restaurierten Gloger Orgel in Sack

Private Unterlagen Säcker Bürgerinnen und Bürger

Stadtarchiv Alfeld / L.

TSC Sack Vereinszeitung

Wandzeitung zum 80 jährigen Jubiläum des TSC Sack, erstellt von Rita Kühn

Wandzeitung zum 125 jährigen Bestehen des MGV Sack, erstellt von Jürgen Gerke

777 Jahre Sack, Festschrift zum Jubiläum der Ortschaft Sack
Verantwortlich für Text und Inhalt Albert Gerke und Alfred Bock, Alfeld 1982

Nachsatz

Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Weder was die Ereignisse angeht, und erst recht nicht, was die Beschreibung einzelner Personen im Ort angeht.

Irgendwann muss ich einen, wenn auch vorläufigen, Schlussstrich ziehen, denn sonst würde eine solche Beschreibung nie fertig werden.

Ich bin mir sicher, dass in den Erinnerungen der Säckerinnen und Säcker noch mancher historischer Schatz schlummert – und es gibt sicherlich noch viele Menschen, die sich um unser Sack verdient gemacht haben oder die mit einer besonderen Geschichte für unser Leben hier stehen.

Ich bin für jeden Hinweis dankbar, denn so wie Sack nicht einfach aufhört, wird auch dieses Buch vielleicht eine Fortsetzung finden. Vielleicht in einer Ergänzung, vielleicht aber auch in einer 2. Version, die dann aus technischen Gründen zwar auf Dokumente verzichtet, hinsichtlich des Textes jedoch umfangreicher werden kann.

Stephanus Fischer im Dezember 2000

Die komplette Chronik mit Fotos und Bildern bekommen Sie hier:

Stephanus Fischer

Saccusweg 6
31061 Alfeld / L.
Tel. / Fax 05181 / 280478
Mobil: 0174 / 7465727
e-mail: stephanus.fischer@12move.de