Sensation nach 50 Jahren:
Pädagogische Hochschule kehrt nach Alfeld zurück
Landesregierung will jahrzehntelanges Versprechen einlösen
Vor 80 Jahren nahm mitten in Alfeld die Pädagogische Hochschule ihren Betrieb auf – und nun, Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden, steht sie offenbar vor einer überraschenden Rückkehr. Was lange wie eine verblasste Erinnerung wirkte, könnte bald wieder Realität werden.
Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, plant die Universität Hildesheim tatsächlich den Wiederaufbau der traditionsreichen Einrichtung in Alfeld.
Damit würde ein Versprechen eingelöst, das seit dem Wegzug der Hochschule im Jahr 1970 im Raum steht – und das bislang nie umgesetzt wurde.
Versprechen gebrochen
Zur Erinnerung: Die Geschichte der Lehrerbildung in Alfeld reicht weit zurück. Bereits 1802 begann in Rheden die Ausbildung von Landschullehrern, bevor das Seminar 1813 nach Alfeld verlegt wurde. Über Jahrzehnte entwickelte sich der Standort zu einer festen Größe in der Ausbildung angehender Pädagogen. Selbst königlicher Besuch blieb nicht aus, als 1853 der Grundstein für ein neues Seminargebäude gelegt wurde.
Nach einer wechselvollen Geschichte – von der Schließung 1925 über die Nutzung als Aufbauschule bis hin zur Neugründung als Pädagogische Hochschule nach dem Zweiten Weltkrieg – erlebte Alfeld noch einmal eine Blütezeit. Besonders in den Nachkriegsjahren zog die Hochschule zahlreiche Studierende an, darunter viele ehemalige Soldaten und auch ungewöhnlich viele Frauen, die sich eine berufliche Zukunft als Lehrerin aufbauen wollten.
Zukunfts-Seminar
Doch 1970 folgte das abrupte Ende: Die Hochschule zog endgültig nach Hildesheim um. Zurück blieb in Alfeld nicht viel mehr als ein Portalstein und die Erinnerung an eine lebendige akademische Zeit. Bis heute befindet sich auf dem Gelände lediglich ein Parkplatz.
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Genau hier setzt nun die überraschende Wendung an. Nach Angaben aus universitätsnahen Kreisen prüft die Universität Hildesheim ein „dezentrales Campuskonzept“, bei dem historische Standorte reaktiviert werden sollen. Alfeld spielt dabei offenbar eine Schlüsselrolle.
Campus neu gedacht
Besonders brisant: Damit würde auch ein lange kritisierter Punkt aufgegriffen. Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass das Land Niedersachsen beim Wegzug der Hochschule ein Ersatzangebot versprochen hatte – ohne dieses jemals umzusetzen. „Darauf warten wir heute noch“, hatte er betont.
Nun scheint es, als würde genau dieses Versprechen – nach über 50 Jahren – doch noch eingelöst werden.
Lehrer-Schwemme
Geplant ist nach ersten Informationen eine moderne Pädagogische Fakultät mit Fokus auf praxisnahe Lehrerausbildung, Digitalisierung im Bildungswesen und regionale Schulentwicklung. Auch studentisches Leben könnte damit wieder in die Stadt zurückkehren – ein Aspekt, den viele in Alfeld lange vermisst haben.
Offiziell bestätigt ist das Projekt bislang nicht. Doch in der Stadt macht bereits ein Wort die Runde, das lange undenkbar schien: Hochschulstandort Alfeld – reloaded.
Ob es sich dabei tatsächlich um konkrete Planungen handelt oder nur um ein gut gehütetes Geheimprojekt, soll angeblich nach dem 1. April bekannt gegeben werden.







