Alfelder Milchbar

Wieviel „Freistunden“ haben wir hier verbracht… Ohhhhh Mann. Der Beginn einer langen „Kneipenkarriere“, Spötter würden sagen „Säuferkarriere“ ….
Die Milchbar. Der Besitzer: Horst Angerstein. Der Name klingt heute noch wie Musik in unseren Ohren. Danach hieß der Laden „Merlin“, wenn man durch die die Tür kam, stand dort der legendäre Flipper „Haunted House“… Mein Gott, was haben wir in das Ding Kohle gesteckt.
Übergangsweise hieß der Laden auch mal „Bullerklas“ bevor daraus das „Bistro“ (der wahre Beginn der Kneipenkarriere von „Q“) wurde. Danach der Italiener bei Salvatore bzw. „La Galleria“.
Leider gibt’s die „Leckerpizza“ zwischenzeitlich nicht mehr. Der Laden ist nun auch dicht… Schade.

Auszug aus meinem Lebensroman

Kürzlich erreichte uns von einem Leser eine nette kleine Geschichte zur Milchbar, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Der Name des Verfassers ist der Redaktion bekannt…

„…An einem Wochenende im Juni 1970 war es soweit. Der Umzug nach Alfeld fand statt. Mein Vater wohnte schon seit 3 Wochen im Hotel „zur Krone“ – bis die Familie nachkam.
Wir bezogen das obere Stockwerk in der Kaiser-Wilhelm-Str. 43, bei Irmgard Gott. Mein Vater war ab sofort der neue Geschäftsführer der Firma Georg Gott KG, Coppengrave.

Für mich jedoch begann ein neues Leben. Ich habe mit meinen 16 Jahren alles hinter mir lassen müssen. Freundin, Freunde, Kontakte. Noch waren Sommerferien, und ich hatte nicht die Chance, irgendwen kennenzulernen, noch zu erfahren, wo man sich trifft – oder auch nicht.
Ich schlendere also von der Kaiser-Wilhelmstraße aufs geratewohl in Richtung „vermuteter Innenstadt“.
In der Holzer Straße traf ich auf eine „Milchbar“ und traute mich hinein. Dazu muß man wissen, dass in meiner Heimatstadt Lauenburg/Elbe ein Teil der Gesundheit von der Wahl der richtigen Gastwirtschaft abhing.
Durch den ständigen Krieg zwischen italienischen Gastarbeitern und gutdeutschen Trinkern kam es dort immer wieder zu gesundheitsschädlichen Zusammenstößen.
Nun gut, ich habe mich bei Angerstein reingewagt. Ein ums andere mal.
Trotz meines 5. Herrengedecks, bestehend aus einem „Einbecker“ und einem „Hardenberger“ habe ich dort am Thresen viel gelernt.
Etwa was „Ovomaltine“ ist, oder dass mehr als 3 Kirschen im Fruchtquark leicht eine Inflation hätten auslösen können.
Immerhin war der Song „Let the Sunshine“ von Julie Driscoll & the Trinities in der Dukebox. Ich habe ihn solange gedrückt, D3, bis man die Rillen als Spirale aus der Box ziehen konnte….“