Straßennamen

Auf vielfachen Wunsch nun endlich das Alfelder Straßennamenverzeichnis. Nachfolgend die Straßennamen und ihre Bedeutung, wie die einzelnen Straßen & Plätze zu ihrem Namen gekommen sind. Dieses Verzeichnis erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Agnes-Miegel-Weg: Die Schriftstellerin Agnes Miegel (1879-1964) schuf stimmungsvolle Balladen und Erzählungen.

Albert-Schweitzer-Straße: Albert Schweitzer (1875-1965) war Theologe, Mediziner und Philosoph. Er diente seit 1913 als Missionsarzt in Lambarene (Gabun) und trat auch als Musikforscher und Organist hervor.

Alte Burg: Ort der einstigen landesherrlichen Burg. Als „upwarp“ (Aufwurf) urkundlich genannt. Die im Jahr 1369 erwähnte Anlage hatte die Aufgabe, Leinfurt und Marktort zu schützen. Der Name wurde in „Perkwall“ geändert.

Alter Schlehbergweg: Verbindungsweg von der Föhrster Straße zum Schlehberg. Nach dem Bebauungsplan der Zeit um 1914 sollte hier ein Villenviertel entstehen.

Altes Dorf: Nördlich der Altstadt Alfeld gelegene Siedlung. Sie verfügte über eine Kirche, ein Vorwerk, Kothöfe, Hägerstellen und ein mittelalterliches Landgericht. Seit dem 6. vorchristl. Jahrhundert bis Ende der Eisenzeit besiedelt, dann Neubesiedlung ungefähr im 12. Jahrhundert.

Am Altem Wasserwerk: Nach der Typhusepidemie von 1924 legte die Stadt Alfeld eine neue Wasserversorgung mit Brunnen, Hochbehältern und Punpwerk an.

Am Bahnhof: Am 30. April 1853 wurde die Bahn von Hannover bis Alfeld erstmalig befahren. Der Bahnhof wurde 1855 fertiggestellt.

Am Eiberg: Wegen seiner ehedem guten Eichenbestände so genannt.

Am Güterbahnhof: Teil des Bahnhofgeländes.

Am Heitkamp: Alte Forstbezeichnung – gerodet bzw. urbargemachtes Waldstück.

Am Hörsumer Tor: Eines der 4 Stadttore, die nach und nach zu Beginn des 19. Jh. abgetragen wurden. Nach dem Tor nannte sich eine Bäuerschaft. Die ursprüngliche Namensform lautete: „Vor dem Hörsumer Tor“.

Am Kirchhof: Platz um St. Nicolai, wo ehedem die Toten bestattet wurden. In seiner Nähe befanden sich die Ratsbadestuben, das Musikanten- und Organistenhaus wie die erste Schulue.

Am Klinsberg: Klinse, Klint – steiler Abhang. Hier: höchste Erhebung der Altstadt, die steil zur Leinstraße abfällt.

Am Kuckuck: In der Nähe befand sich ein mittelalterlicher Ausguck der Alfelder Sicherungs- und Verteidigungsanlagen.

Am Mönchehof: Der Hauptgeistliche in Alfeld war bis zur Reformation der Archidiakon. Dieser wurde von 1355 an vom Zisterzienserkloster Marienrode bei Hildesheim gestellt. Die Mönche kauften 1467 von Segeband von Stöckheim einen ehemals von Steinbergschen Hof, weswegen der Kirchenbesitz nach wie vor „Mönchehof“ genannt wird. 1612 entstand hier ein neues Superintendaturgebäde.

Am Rettberg: Zwischen dem Gebiet der Steinköpfe und dem Ortsteil Warzen liegen Triasschichten mit dem Muschelkalkhöhenzug des Rettberges. Sein Kamm bildete jahrhundertelang die Grenze des Hildesheimer bzw. Hannoverschen Amtes Winzenburg und der welfischen Ämter Lauenstein bzw. Greene, woran noch zahlreiche Grenzsteine erinnern.

Am Rodenkamp: Flurname für urbar gemachtes Waldstück oder Rodenkamp nach dem Buntsandsteinuntergrund.

Am Sandbrink: Ehedem Sand- und Kiesgruben.

Am Schlehberg: Ehemals Schaftrift mit Schlehdornhecken bestanden.

Amselstieg: Genannt nach der Vogelart.

Am Sindelberg: Uralter Flurname, ist nicht zu deuten. Es gibt ihn auch in anderen Städten, z. B. Hameln. Der nördliche Teil wurde früher „Auf dem Vossäckern“ genannt.

Am Steinberg: Muschelkalkrücken mit ehemaligen Steinbrüchen, hieß ursprünglich „Egge“.

Am Wahrberg: Gehörte zur mittelalterlichen Landwehr der Stadt und trug einen Wachturm (im Mittelalter „Wahrtorn“ genannt) zur Kontrolle der Straßen des Leinetals.

Am Weidenknick: Knick ist hier Wallhecke, die ein Teil der städtischen Landwehr war. Um die Hecke dicht zu halten, wurden im Juni jeden Jahres die Jungtriebe geknickt und miteinander verflochten.

An den Steinköpfen: Aus der Bodenbeschaffenheit zu erklären. (Steinköpfe ragen in den Ackergrund)

An der Dohnser Schule: Genannt nach der 1948 gegründeten Schule im Stadtteil Dohnsen.

An der Leinemühle: Nach der bereits im Jahre 1308 erwähnten Ratsleinemühle genannt. Ohne Hausbezeichnungen.

An der Vormasch: Masch ist flußnahes Weideland. Hier ist die vordere Masch gekennzeichnet.

Antonianger: Ehedem Schweineweide. Der Heilige Antonius war Schutzpatron der Schweinehirten (Sween genannt, s. Planstraße) und der Schweinzucht.

Antoniplatz: Er liegt vor dem Antonianger (s. dort).

Auf dem Dannhofe: Bezeichnung für einen mittelalterlichen Großhof, eine gleichnamige Hofstelle bestand unterhalb der Winzenburg. Haupthof wahrscheinlich von der Wüstung Groß-Warzen.

Auf der Hackelmasch: Alter Flurname für Viehweide. Das Bestimmungswort „Hackel“ ist nicht zu deuten.

Auf der Mühlenmasch: Viehweide am Mühlengraben.

Bahnhofstraße: Verbindet vom Leintor aus die Altstadt mit dem Bahnhof. Teilweise um 1885 neu negelegt.

Benscheidtstraße: Benannt nach dem Gründer des Faguswerkes, Carl Benscheidt d.Ä. Er ist wegen seiner Verdienste um die Stadt zum Ehrenbürger ernannt worden (1858-1947).

Bergstraße: Die Bergstraße führt bergan zu den Vossäckern und zum Kuckuck.

Berliner Straße: Zur Erinnerung an die Heimat vieler Neubürger benannt.

Bismarckstraße:Benannt nach dem Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, 1815-1898.

Blücherstraße: Benannt nach Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt. Preußischer Marschall der Freiheitskriege (1742-1829).

Bodelschwinghstraße: Benannt nach Friedrich von Bodelschwingh, Gründer der Wohlfahrts- und Missionsanstalten Bethel (1831-1910).

Bornstraße: Benannt nach einer der zahlreichen Quellen des Klinsberggebietes, diente früher der Wasserversorgung der Anwohner.

Brandmüllerstraße: Benannt nach Alois Brandmüller, dem Gründer des Alfelder Heimat- und Tiermuseums und Ehrenbürhger der Stadt (1867-1939).

Breslauer Straße: Zur Erinnerung an die Heimat von Neubürgern benannt. Breslau ist die Hauptstadt von Schlesien.

Brunnenweg: Dieser führt von der Ziegelmasch zu einem mittlerweile verrohrten Graben, der aus dem Ochsenbrunnen gespeist wird. Die Besitzer der angrenzenden Gärten bedienten sich ursprünglich aus ihm mit Wasser.

Burgfreiheit: Platz zwischen Burg und Leintor. Hier hielt der bischöfliche Vogt seine Gerichtstage ab.

Carl-Heise-Straße: Carl Heise entwickelte die Alfelder Eisenwerke zu einem Maschinenbauunternehmen von hohem Rang (1891-1960).

Danziger Straße: Nach der Heimat von Neubürgern benannt.

Dohnser Weg: Diese ältere Flurbezeichnung kennzeichnet die Lage des ehemaligen Dorfes Dohnsen, das im 13. Jh. in Alfeld aufging.

Dr.-Jansen-Straße: Direktor Dr. Gustav Jansen war seit 1934 Vorsitzender des Vorstandes der Hannoverschen Papierfabriken in Alfeld. Er erwarb sich große Verdienste um Werk und Belegschaft (1898-1955).

Eckstraße: KurvenreicherWeg, der den Hang zum Kuckuck hinaufführt.

Eichenkamp: Hier, am Fuße des Eiberges, wurde ein alter Waldflurname als Straßenbezecihnung übernommen.

Eimser Weg: Der auch bei der Verkopplung ungefähr erhalten gebliebene Kommunikationsweg führt nach Eimsen.

Elsa-Brändström-Straße: Elsa Brändström (1888-1948) arbeitete als Abgeordnete des schwedischen Roten Kreuzes von 1914 – 1920 für die deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien, Moskau und St. Petersburg und gründete Erholungsheime.

Eulenhorst: Alte Flurbezeichnung (ehedem Feldgehölz mit zahlreichen Eulennistplätzen).

Finkenweg: Von den angrenzenden Gartenbesitzern einst so benannt.

Föhrster Straße Alter, heute ausgebauter Kommunikationsweg zum benachbarten Dorf Föhrste.

Friedrich-Ebert-Straße Erster deutscher Reichspräsident von 1919 bis 1925 (1871-1925).

Fritz-Kunke-Straße: Direktor Kunke von der Fa. C. Behrens AG hat sich um das Turnen und den Sport in Alfeld beachtliche Verdienste erworben (1877-1955).

Fritz-Reuter-Wall: Benannt nach dem niederdeutschen Dichter und Schriftsteller, 1810-1874. Ursprünglicher Name: Nordwall.

Gabelsbergerstraße: Benannt nach Franz Xaver Gabelsberger, Erfinder der deutschen Kurzschrift, 1789-1849.

Gartenstraße: Hier befanden sich früher die Gärten der Bürger am Hörsumer Tor.

Gebr.-Woge-Straße: Carl Heinrich, 1821-1902, und Karl August Ludwig Woge, 1825-1903, erbten 1846 die Alfelder Papiermühle, die sich unter ihrer Leitung zu den „Hannoverschen Papierfabriken Alfeld-Gronau vorm. Gebr. Woge AG“ entwickelte.

Gerhart-Hauptmann-Straße: Deutscher Dichter, 1862-1946.

Glogauer Straße: Zur Erinnerung an die Heimat von Neubürgern benannt.

Gneisenaustraße: August Neidhardt von Gneisenau war preußischer Feldmarschall, 1760-1831.

Goethestraße: Johann Wolfgang von Goethe war der bedeutendste deutsche Dichter, 1749-1832.

Göttinger Straße: Früher „Heerstrate“ geheißen, im Mittelalter „Königsweg“. Jetzt Verbindungsstraße zu B3.

Gudewillstraße: Nach der Alfelder Kaufmannsfamilie Gudewill genannt. Sie stellte mit Friedrich Wilhelm, 1783-1803, und Ernst Wilhelm Gudewill, 1848-1859, zwei Alfelder Bürgermeister.

Gustav-Stoltze-Straße: Gustav Stoltze, Obersteuersekretär, war von 1946 bis 1947 Landrat des Kreises Alfeld, 1880-1954.

Hackelmasch: Flußnahes Gebiet, hier mündet der Dohnser Bach in die Leine.

Hannoversche Straße: Im Mittelalter „Königsweg“, später „Heerstraße“ genannt. Jetzt Verbindungsstraße zur B3.

Hasenwinkel: Alte, auch in anderen Orten vorkommende Flurbezeichnung.

Heinrich-Künkel-Straße: Benannt nach dem ehemaligen Inhaber der Maschinen- und Modellfabrik, die er zu großer Blüte entwickelt hat, 1878-1959.

Heinrich-Rinne-Straße: Heinrich Rinne, Angestellter, 1882-1953, war Landrat des Kreises Alfeld von 1947 bis 1952.

Heinzestraße: Benannt nach dem Seminarlehrer Wilhelm Heinze, 1850-1901, Verfasser der „Geschichte der Stadt Alfeld “ (1894).

Hermann-Ruhe-Straße: Hermann Ruhe, 30.11.1861-20.11.1923, vereinigte 1910 die beiden Alfelder Tierhandelsfirmen Ruhe und Reiche und begründete ihren Weltruhm.

Hildesheimer Straße: Alte Straßenverbindung von Alfeld in Richtung Langenholzen, Wernershöhe (Holzer Weg) und Hildesheim.

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße: Nach dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich-Wilhelm-Kopf, 06.05.1893-21.12.1961.

Hinsiekweg: Bei der Verkopplung leicht geänderter Weg im Hinteren Siekgebiet. Siek = sumpfiges, wasserreiches Gelände, mit erstem Warnebett.

Hinter der Schule: Hier befand sich neben der Lateinschule für Knaben von 1610 auch deren Vorläuferin. Gegenüber war di
Schule für Mädchen (das Gebäude aus dem 16. Jh. steht noch). Vor 1872 „Stobenstrate“ genannt. In den Badestuben wirkte der Stadtbader (Medikus).

Hirschberger Straße: Diese Bezeichnung ist für eine Neubürgerstraße gewählt. Alfeld hat die Patenschaft für Hirschberg übernommen und ist Treffpunkt der Vertriebenen aus diesem schlesischen Kreis.

Hohle Schlei: Tiefes Ausspülungstal, das zwischen dem Himmel- und Rehberg beginnt und im Warnetal endet. Es führt bei extrem starken Regenfällen Wasser. Die Bezeichnung „Schlei“ kommt sonst noch bei Wettensen und Brüggen bzw. im Küstenbereich vor und geht wahrscheinlich auf eine aus dem Norden ins Leinetal eingewanderte Menschengruppe zurück.

Holzer Straße: Verbindung zwischen Marktplatz und dem ehemaligen Holzertor (Richtung Langenholzen). Namensgebend für die Holzer Bäuerschaft.

Im Hindenburg-Stadion: Benannt nach dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg (1847-1934).

Im Katthagen: Katt = Steilhang, Hagen = Buschwerk. Also mit Buschwerk bewachsener Hang.

Im Perk: Ehemalige Viehweiden (s. Perkstraße).

Im Schwarzen Siek: Zwischen dem Buntsandsteinbereich des Wahrberges und dem Muschelkalkzug des Rettberges befindet sich ein Ausspülungstal. Sein Name deutet auf einen ursprünglich größeren Waldbestand bei relativ hoher Grundfeuchtigkeit hin. Das Gebiet ist erst vergleichsweise spät landwirtschaftlich genutzt worden.

Ina-Seidel-Weg Die Dichterin Ina Seidel (1885-1974) verfaßte lyrische Werke und Romane, in denen oft Fragen des Glaubens angesprochenen wurden.

Im Wambeck: Wam = schlängeln, Beke = Bach. Also: schlängelnder Bach.

Jahnstraße: Benannt nach dem Turnvater Jahn, 1778-1852.

Käthe-Kollwitz-Weg: Die Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) wurde durch Radierungen, Lithographien und Bildwerke mit starkem sozialen Engagement bekannt.

Kaiser-Wilhelm-Straße: Nach Kaiser Wilhelm I., 1797-1888, benannt. Die Straße entstand erst durch die Verkopplung und löste den sogenannten Langen Weg ab. An ihrem nördlichen Teil wurde ein laténezeitlicher Friedhof gefunden. Die spätere Siedlung Aldendorpe lag beiderseits der jetzigen Straße und bezog ihr Wasser aus der die Kaiser-Wilhelm-Straße ursprünglich querenden Warne und aus Brunnen.

Kalandstraße: Hier stand das Haus der Kalandbrüderschaft von 1615 (1906 abgebrannt – Rest im Museum). Es diente den Zusammenkünften der Kalande (Vereinigung der Vornehmen unserer Stadt), die regelmäßeig am Monatsersten stattfanden.

Karl-Krösche-Straße: Ratsherr der Stadt Alfeld 1952-1960, 1892-1962.

Klasperweg: Klaspern = klettern. Steiler Weg zum Wahrberg.

Kniep (Im Kniepe): Die kleine Verbindungsstraße zwischen der Markt- und Perkstraße.

Königsberger Straße: Zur Erinnerung an die Heimat von Neubürgern benannt.

Kreuzstraße: Bis 1872 Fillerstraße (Filler=Abdecker). Danach umbenannt.

Kuckuckshöhe: Erhöhung vor dem eigentlichen Kuckuck, auf dem sich ein zur Landwehr gehörender Wachturm befand (Kuck-ut).

Kurze Straße: Kurze Verbindung zwischen Leinstraße und Winde.

Landrat-Beushausen-Straße: Wilhelm Beushausen, 1876-1951, war von 1920 bis 1934 Landrat des Kreises Alfeld.

Leinstraße: Hauptstraße der alten Kaufmannssiedlung, die mit vielen Grundstücken an die Leine (Mühlengraben) grenzte.

Lerchenweg: Nach der Vogelart.

Limmerburg: Flurstück oberhalb der Burg gleichen Namens, Befestigung des Bistums Minden.

Lützowstraße: Benannt nach dem Freiheitskämpfer Lützow, 1782-1834.

Marienstraße: Benannt nach der Marienkirche (1902 erbaut, 1969-1971 durch Neubau ersetzt).

Marktplatz: Die Stadt Alfeld (Alevellon um 1020, Alvelde nach 1200) entwickelte sich im Schutze einer landesherrlichen Burg (s. Alte Burg, Burgfreiheit) aus einer Kaufmannssiedlung, zwischen Leinefurt und Dingstatt des Aringo am Klinsberg gelegen (s. Klinsberg, Winde). Der Marktplatz erhielt seine äußere Form um 1200 und diente der Abhaltung der Märkte, von denen der Nikolausmarkt der bedeutenste war. Wegen der Scharren (leichte Verkaufsstände) wurde er auch Scharrenplatz genannt. Hier stand auch der Gerichtspfahl bzw. der Pranger oder Kaak. In seiner Nähe wurde noch im 15. Jh. unter freiem Himmel Gericht gehalten.

Marktstraße: Der westliche Zugang zum Marktplatz hieß bis 1872 Rollberg (Rullebarg). Er nahm seit 1317 einen offenen Warnearm auf, dessen Wasser die innerstädtischen Mühlen trieb. Nach dem Stadtbrand von 1846 deckte man den Bachverlauf ab (1847). Im Zuge der Stadtsanierung wurde der Warnestrang 1989 wieder freigelegt und erheblich verbreitert. Das ursprüngliche Bachbett maß rund 70 cm.

Martha-Scale-Weg: Die Gymnasiallehrerin Martha Scale (1903-1977) verfaßte die „Geschichte der Stadt Alfeld (Leine) in neuer Sicht“.

Mittelstraße: Im Mittelalter „Twischen den Tiunen“ (Zäunen).

Mozartstraße: Nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart benannt, 1756-1791.

Mühlenmasch: Flußaue bei der Loh-, Boke- und Walkemühle, später Papierfabrik.

Nelly-Sachs-Weg: Die Schriftstellerin und Lyrikerin Nelly Sachs (1891-1970) erhielt 1965 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1966 den Literatur-Nobelpreis.

Neue Wiese: Nördlicher Teil der mittelalterlichen Bischofswiese bzw. Hackelmasch, zwischen Schweinebleek und Limmerburg gelegen.

Nordtangente: 1986 fertiggestellte Verbindung zwischen der Bundesstraße 3 und der Gudewill- bzw. Hildesheimer Straße. Sie war die bauliche Voraussetzung für die Stadtsanierung.

Normann-Platz: Der Kaufmann August Normann war ab 1904 Bürgervorsteher und von 1921 bis 1929 Senator der Stadt Alfeld (Leine). In den 1920er Jahren gehörte er auch dem Kreisausschuß des Kreises Alfeld an.

Obere Mühlenstraße: Nach der ehemaligen Oberen Stadtmühle am innerstädtischen Warnearm benannt (1360 „Molenstrate“).

Oberer Amselstieg: s. Amselstieg.

Oberer Katthagen: s. Katthagen.

Oberer Sindelberg: s. Sindelberg.

Osianderweg: Göttinger Gynäkologe um 1800. Verfasser der „Volksarzneimittel“.

Paulistraße: Benannt nach dem ehemaligen Hospital St. Pauli, dem eine Kapelle gleichen Namens angeschlossen war. (1492 „Pawelstrate“ genannt).

Perkstraße: Bereits 1478 als „Perkstrate“ bezeichnet. Sie führte im Mittelalter durch das Perktor zu den Viehweiden, die durch Hecken begrenzt und geschützt waren, daher „Perk“ (s.a. Pferch), d. i. umzäunter Raum, genannt. Gebiet der Perkbäuerschaft, die sich bis ins 20. Jh. hinein durch besonderes Brauchtum auszeichnete.

Perkwall: Wall am ehemaligen Perktor, nach Verrohrung eines stadtumfließenden Warnearmens zur Umgehungsstraße ausgebaut, nahm bezeichnungsmäßig die „Alte Burg“ in sich auf.

Pestalozzistraße: Benannt nach dem Schweizer Erzieher und Philosophen Johann Heinrich Pestalozzi, 1746-1827.

Pferdemasch: Hier ehemals Pferdewiesen.

Planstraße: Seit 1872, vorher „Swennstrate“, Wohnort der Schweinehirten (s. Antonianger).

Ravenstraße: Nach F. Ludwig Rave, 1761-1851, benannt. Er stiftete das Ravenhaus (Kranken-, Armen- und Arbeitshaus).

Rektor-Falke-Straße: Angesehener Schulmann, nach dessen Planungen die sog. Weiße Schule (Realschule) erbaut ist. 1861-1942.

Rettberg: Weg zum Rettberg vor Warzen.

Robert-Koch-Weg: Nach dem Arzt und Bakterienforscher Robert Koch, 1843-1910, benannt.

Robert-Linnarz-Straße: Benannt nach dem Königlichen Musikdirektor Linnarz am Lehrerseminar in Alfeld, 1851-1931.

Rudolf-Meyer-Straße: Ratsherr der Stadt Alfeld 1946-1964, 1885-1964.

Rudolf-Virchow-Straße: Rudolf Virchow (1821-1902), Anatom, entwickelte die Zellularpathologie. Er übte großen Einfluß auf die soziale Fürsorge und die Hygienegesetzgebung aus und gründete die Fortschrittspartei.

Scharnhorststraße: Nach dem General der Freiheitskriege benannt, 1755-1813.

Schillerstraße: Benannt nach dem deutschen Dichter Friedrich von Schiller, 1759-1805.

Schlesische Straße: Nach den in Alfeld angesiedelten Neubürgern aus Schlesien bezeichent.

Schulgasse: Weg von der Hildesheimer Straße zur Weiße Schule (Realschule).

Sedanstraße: Zunächst „Bukuhle“ genannt. Hier lag früher der Ratsbauhof (Zimmerplatz). Umbenennung wegen der Schlacht bei Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71.

Seminarstraße: 1492 „Der Klinsebarg“ genannt. 1872 wegen des hier stehenden Seminars (1813-1925) umbenannt. 1946-1970 wurde das 1855 erbaute Gebäude als Pädagogische Hochschule genutzt und anschließend abgerissen. Es hatte die Lateinschule, das sog. Alte Seminar, als Stätte der Lehrerbildung abgelöst (1813-1855).

Senator-Behrens-Straße: Benannt nach dem Senator und Fabrikbesitzer Adolf Behrens, 11.12.1866-28.01.1931.

Ständehausstraße: Nach dem ehemaligen Ständehaus bzw. Landratsamt, jetzt Außenstelle der Kreises Hildesheim.

Steinbergstraße: Weg zum Steinberg, der ursprünglich Egge hieß, mit Ehrenmal für beide Weltkriege.

Steinweg: Bereits im Mittelalter gepflasteter Weg zu den alten Leinebrücken, von denen eine im Hof der Papierfabrik nach erhalten ist.

Stettiner Straße: Zur Erinnerung an die Heimat von Neubürgern benannt.

Stiegkamp: Über die ehemaligen Äcker (Kämpe) führte früher ein schmaler Fußweg (Stieg) zum Eiberg. 1896 bei der Verkoppelung aufgehoben.

Südwall: Die Stadt wurde im Mittelalter durch eine Mauer, einen davor liegenden und noch schwach erhaltenen Graben und den mittlerweile zur Straße ausgebauten Wall geschützt.

Über der Kirche: Straße östlich von St. Nicolai (1872 so genannt).

Unter der Kirche: Dieser Name ist 1872 gewählt. Früher gehörte diese Straße zur Winde.

Untere Mühlenstraße: Schmale Gasse, die zur ehemaligen Unteren Stadtmühle führte.

Vor dem Rettberg: Alte Flur- und Forstbezeichnung, die im Bestimmungswort nicht deutbar erscheint.

Vorderer Siek: Siek = nasses Flurstück, s. Hinsiekweg.

Wahrbergstraße: Weg zum Wahrberg (s. Am Wahrberg).

Wallstraße: Eine 1872 erfolgte Zusammenfassung mehrerer alter Straßennamen „Am Mönchehof“, „Augustiner-Hof“ (jetzt Superintendatur), „Snakenstert“ und „Vehnstrate“.

Walter-Gropius-Ring: Der Architekt Walter Gropius (1883-1969) entwarf das Fagus-Werk von Carl Benscheidt und war an einigen anderen Bauten in Alfeld beteiligt. Er gründete 1919 in Weimar das Brauhaus, Gropius war lange in den USA tätig. Er hatte verwandtschaftliche Beziehungen zu Alfeld.

Warneweg: Verbindung von der Winzenburger Straße zur Warne (Forellenbach).

Warzer Weg: Führt nach dem Dorf Warzen.

Weiße Erde: „Uper witten Iere“ ist eine alte, im Volksmunde noch heute lebende Benennung, die auf die hier anstehenden mergeligen Süßwasserkalke zurückgeht (heute Walter-Gropius-Ring).

Wiegandstraße: Nach der Kaufmannsfamilie Wiegand genannt.

Wilhelm-Barner-Weg: Der Lehrer Wilhelm Barner (1893-1973) kam 1936 nach Alfeld und übernahm die Leitung des Heimatmuseums. Der Kreisheimatpfleger machte sich einen Namen unter den niedersächsischen Ur- und Frühgeschichtlern, führte zahlreiche Grabungen durch und wurde in Alfeld zum Ehrenbürger ernannt.

Winde: Einer der ältesten Straßennamen. Im Mittelalter „Wunne“, „Wünne“, auch „der Slyngh“ (=Quellfassung) genannt. Seit der Laténezeit besiedelt. Hier befand sich im Mittelalter der „Freihof“ und wahrscheinlich auch die ursprüngliche Gerichtsstatt des Aringo, die nach der Stadtrechteverleihung an Alfeld in das Gebiet von Aldendorpe verlegt wurde.

Winzenburger Straße: Landstraße in Richtung Winzenburg. (Diese war die Hauptfestung des Hochstiftes Hildesheim, verfügte bis 1836 über den Sitz der Amtsverwaltung, die dann nach Alfeld verlegt wurde).

Yorckstraße: Nach dem General der Freiheitskriege benannt, 1759 – 1830.

Ziegelmasch: Hier lag früher wegen des anstehenden Tons der 1415 erstmals erwähnte städtische Ziegeleihof.

Zum Tannenkamp: Weg zum Tannenwäldchen auf dem Wahrberg.

Quelle: Kraus, Gerhard: Alfeld – Ein kulturgeschichtlicher Gang durch die Stadt und ihre Ortsteile, Alfeld (Leine), 1995