Die frühen Jahre

Die Geschichte von Matthias Quintel

Wie fing das alles mal an. Ich glaube, wenn ich erstmal ein wenig was aus meinem Leben erzähle, kommt man vielleicht dahinter.

Interessiert habe ich mich eigentlich schon immer für unser schönes Städtchen. Nur wußte ich das jahrelang selber nicht bzw. wußte nicht was in mir eigentlich heimlich schlummert. Irgendwann ertappte ich mich mal dabei wie ich beim bummeln durch die Fußgängerzone so dachte, mein Gott, wie sich die Innenstadt verändert hat. Was war das früher schön, wenn du mit Mama durch die Stadt gegangen bist. Links war der alte Bäcker, rechts gab T & G (also ich meine natürlich „Tammel & Gammel), morgens schlichen die letzten Übriggebliebenen aus dem Whiskey, aus dem Old Town kam manchmal morgens noch leise Musik und so weiter und so weiter. Es gab noch Dettmer, Körner-Pape, Elektro-Fischer und aus meiner damaligen Sicht völlig geil: Eggers auf der Volksbank-Etage. Klasse.
Irgendwann fing ich an Fotos aus dieser Zeit zu sammeln und auch selber zu machen, ohne genau zu wissen wo das mal hinführt…
Das war mehr oder weniger unbewußt, ich fand die Fotos halt nur klasse, am Besten gefielen mir die vorher / nachher Ansichten.

Gut, ich mußte dann mal was lernen, die Bundeswehr wollte mich nicht, Hannover Papier wollte ich nicht, also schulte ich nochmal um in einem Gebäude, welches ursprünglich als Küchen-Studio geplant und gebaut wurde. Dort blieb ich auch eine ganze Zeit und fühlte mich dann zu höherem berufen und ging nach Hildesheim. Ich war ganz schön blöd…
Nach dieser, nennen wir es mal „Lebenserfahrung“, kam ich wieder arbeitstechnisch nach Alfeld zurück. Ich arbeitete als Mädchen für Alles in einem Telekommunikationsbetrieb und von da an nahm das Schicksal seinen, aus heutiger Sicht, unvermeidbaren Lauf.
Der Senior dieses Unternehmens war ein alter Kriegsveteran aus dem II. Weltkrieg. Nicht irgendein Soldat, nein das wäre zu einfach gewesen, er war Pilot eines Aufklärers. Er merkte schnell das ich mir seine Geschichten nicht nur zwangsweise anhörte, sondern das ich förmlich an seinen Lippen klebte. Später trafen wir uns dann auch schon mal am Wochenende und er zeigt mir diverse Fotoalben. Da muß es wohl passiert sein:

In einem Album waren fast nur Bilder aus Alfeld aus den 30er / 40er Jahren. Es hat Klick gemacht. Da wars passiert.

Ich durfte mir das Album mit nach Hause nehmen. Dummerweise gab es damals noch keine Scanner, dann hätte ich die Fotos wohl heute auch schon auf dieser Seite. Jetzt fing ich an mehr und mehr zu sammeln.
Blöderweise gab die Technik damals noch nicht das meiste her, so das ich mit meinem Hobby so ziemlich allein war. Das zog sich die nächsten Jahre dann so hin. Meine Sammelleidenschaft war im Gange, mal mehr mal weniger.
Das Internet lernte in der Zwischenzeit das Laufen und ich lernte mit ihm. So entstand irgendwann auch mal meine erste Internetseite oder auch Homepage. Nix halbes und nix ganzes, getreu dem Motto: „Versuch macht kluch“ oder so ähnlich. Die Seite war aus heutiger Sicht totaler Mist und eine komplette Beleidigung fürs Auge. Nun gut. Ich lernte dazu und bastelte an meiner www.alfeld.tv. Die ersten Ansätze waren da, das ganze war aber noch zu verspielt. Die allgemeine Resonanz war aber schon so gut und spornte an weiter zu machen.

Mittlerweile ging ich mit anderen Augen durch unser Städtchen, immer auf der Suche nach etwas „Altem“. Dabei blieb ich immer öfter vor einer Apotheke in der Leinstrasse stehen und drückte mir die Nase an der Schaufensterscheibe platt. Denn dort hatte der Besitzer der historischen Apotheke mittlerweile einen Fernseher aufgestellt in der eine Art Dia-Schau mit alten Alfelder Motiven lief. Ich wußte vom Erzählen anderer Leute, das dieser eine Menge alter Fotos, Bilder usw. besitzt und auch schon sehr lange sammelt. Ich wußte leider aber auch, das Herr Dr. Wiederholt diese aber hütet wie seinen Augapfel…
Irgendwann ergab es sich, so ganz genau weiß ich das nicht mehr, kamen wir ins Gespräch. Dann passierte das für mich aus damaliger Sicht unfassbare:
ER PRÄSENTIERTE MIR TEILE SEINER UMFANGREICHEN SAMMLUNG.
Zu diesem Zeitpunkt war es komplett um mich geschehen. Es kam noch besser: Ich durfte mir ein wenig Material zum kopieren mitnehmen, allerdings mit dem Hinweis, das ich es nicht in irgendeiner Form veröffentlichen darf. Da habe ich mich bis heute auch dran gehalten… Uuuups, mit einer kleiner Ausnahme, die besagte Postkarte. Die ist mir wohl versehentlich im Eifer des Gefechts durchgeflutscht. (Ich hoffe Ihr Sohn beruhigt sich wieder… :-))) )
An dieser Stelle bedanke ich ich auf das herzlichste bei Herrn Dr. Wiederholt und seinem Team der Alfelder Ratsapotheke für die mittlerweile komplett zur Verfügung gestellte Sammlung, aus der sich mittlerweile eine Art Zusammenarbeit ergeben hat. Die Geschichte der Alfelder Ratsapotheke ist sehr lesenswert, aber dazu an andere Stelle mehr.

Wie ging es eigentlich weiter ??? Ach ja, chronologisch:

Nebenbei hatte ich einen neuen Job gefunden in dem ich mich ausnahmslos mit historischen Nutzfahrzeugen aus besagter Zeit beschäftige. Nein, so ein Zufall… Das war im Jahre 2003.

Zwischenzeitlich wurde das Dresdner-Bank Gebäude abgerissen um Platz für den jetzigen Kreisel zu schaffen. Den Abriss begleitete ich mich Spiegelreflex und Videokamera (beides schon digital) und von da an ging es richtig los, jetzt paßte alles zusammen, es machte Klick, ich wußte was ich wollte.

Dann traf ich irgendwann zufällig wieder auf den Sohn des bekannten Alfelder Postkartensammlers Hans-Herbert Schütz, dem ich an dieser Stelle für seine Unterstüzung ebenfalls mal danken möchte.

Der Bengel vom Schütz hatte mir zum wiederholten Male bei Ebay was vor der Nase weggeschnappt. Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen, also wurde recherchiert wer das wohl ist und es kam zum unvermeidlichen Showdown. Ich wollte ihn zur Rede stellen.
Was war das Ende vom Lied ??? Ne leere Kiste grüne Männchen, Kopfschmerzen und ne volle Festplatte und das gegenseitige Versprechen, das es jetzt wohl erst richtig losgeht. Es ging los. Das Ergebnis kann sich doch wohl sehen lassen.
Thorsten Schütz ist was Alt-Alfeld anbelangt genauso durchgeballert wie ich, vielleicht so gar noch einen Zacken schlimmer. Er hat sich mittlerweile zum Top-Bildbearbeiter und 1A Meckerkopp hochgearbeitet. Gut ab und zu muss man ihn mal bremsen, aber im großen und ganzen war er das Beste was mir hier passieren konnte (Schleim). Und das Bier kriegt er schneller weg als ich. :-)))
Aber daran arbeiten wir noch…

In der Zwischenzeit hat sich ne ganze Menge getan.

www.alt-alfeld.de ist mittlerweile eine offizielle Seite der Stadt Alfeld (Leine) geworden (aber immer noch in privater Hand), der Umzug auf die stadteigenen Server bzw. der des DNA sind mittlerweile abgeschlossen, die Zusammenarbeit mit dem DNA und der Stadt klappt hervorragend und könnte besser nicht sein.
Wir arbeiten zwischenzeitlich mit dem Alfelder Stadtarchiv sehr gut zusammen und ergänzen uns prima. Danke Frau Gravenkamp für Ihre bisherige Geduld.

Unser Kreisheimatpfleger Gerhard Kraus hat sich zwischenzeitlich auch geäußert und war sichtlich beeindruckt. Das könnte man mit einem Ritterschlag gleichsetzen…

Im Februar 2007 haben wir uns mit Herrn Kraus getroffen, die Chemie stimmt, hier wird sich im Laufe der Zeit wirklich was entwickeln.

Es wird sich noch eine ganze Menge tun. Wir haben noch genug Material am Start. Es ist aber immer noch Hobby. Seid gespannt auf weitere Inhalte.

Zwischenzeitlich hat der NDR angerufen… Mal sehen was das für eine Geschichte wird, abwarten. Abwarten ??? Hier klicken.

Das Warten hat sich gelohnt, wir hatten die AZ zu Besuch. Der Herr Chefredakteur persönlich war zugegen. Jaawoll. Es scheint dann am Ende doch noch der Beginn einer konstruktiven Zusammenarbeit zu werden. Die Weichen sind gestellt. Die ersten Ergebnisse hier.

Danke an Herrn Kater von der Alfelder Zeitung für den wirklich schönen Bericht, das Warten hat sich gelohnt. Es hat sich sogar eine Freundschaft entwickelt.

MQ im März 2006, überarbeitet im November 2006 & Februar 2007, ergänzt im September 2007, nachbearbeitet im Juni 2009

So Thorsten, jetzt kommt Dein Teil der Geschichte, wir sind gespannt …


Die Geschichte von Thorsten Schütz

Wie alles begann (Teil 2)

Geboren 1965 in unserem schönen Heimatstädtchen besuchte ich Grund- und Realschule mit „befriedigendem bis ausreichendem“ Erfolg (Gruß an Hr. Kraus).
Nach einjährigem Gastspiel in der damals neu erstellten gläsernen Berufsschule zog es mich zur Berufsausbildung nach Hannover. Hier bin ich noch heute beim „Rosa Riesen“ bzw. einer seiner Konzerngesellschaften tätig.

Mitte der Neunziger Jahre begann mein bereits erwähnter „Alter Herr“ die Leidenschaft am Sammeln von Briefmarken , die ich zumindest ztw. mit ihm teilte, allmählich zu verlieren. Nach und nach begann er alte Ansichtskarten aus Alfeld in seinem Bau zu horten. Anfangs war mein Interesse daran doch sehr dürftig. Warum die schönen, aus sechs Jahrzehnten zusammen getragenen Briefmarken plötzlich links liegen lassen? Das konnte ich nicht nachvollziehen.

So um die Jahrtausendwende verabschiedete sich mein Vater ganz von der Briefmarkenleidenschaft und stieg komplett um auf Alfelder Ansichtskarten. Immer wieder konfrontierte er mich mit seinen neuen Errungenschaften.
Eines Tages legte er mir eine Karte von der „Kurzen Straße“ aus dem Jahre 1911 vor. Da ich in den 70er Jahren einige Zeit in dem abgebildeten Haus gelebt hatte kamen natürlich viele Kindheitserinnerungen hoch.

Das war eigentlich d e r Auslöser.

Da die Technik fortgeschritten war und ich einen Scanner mein Eigen nennen konnte begann ich irgendwann einen Großteil der Vaterschen Sammlung in ein digitales Format zu bringen.
Ebay machte es mir leicht an „neue Ware“ zu kommen. Ich kaufte und scannte und mein Vater freute sich über neue Karten die er sonst nie hätte bekommen können.

Ich fing an im Internet über Alfeld zu recherchieren, wurde eifriger Beobachter (manchmal auch Verfasser) im Forum von alfeld.de und stieß eines Tages auch auf die Seite von „Mr. Quincy“.
Dort war im Jahre 2005 ein Hilferuf eingestellt. Gesucht wurden Fotos aus Alfed aus den Kriegstagen. Gern wollte ich mit meiner Sammlung unterstützen, witterte aber auch neues Material. Schwups Kontakt mit dem Doc aufgenommen, Treffen vereinbart, über Ebay diskutiert (s.Teil 1) und weitere Zusammenarbeit vereinbart.
Hier schienen sich Zwei gesucht und gefunden zu haben.

Tja, und nun, einige Einbecker-Elektrolyd-Getränke-Treffen später haben wir einen Internetauftritt der sich meiner Meinung nach sehen lassen kann. Wie schon erwähnt hat die Seite mittlerweile offiziellen Charakter erhalten und wir sind weiter auf der Suche nach neuem „alten“ Bildmaterial.

Auf dass die Seite nie fertig wird…! T.S. im März 2006