SIEBEN

Die SIEBEN: berichtet in Ihrer Ausgabe aus Dezember 2006 über unsere Projekt:

SIEBEN:-Regional ist ein Magazin für den Großraum Alfeld, den Südwesten des Landkreises Hildesheim. Seit Anfang 1996 zeigen wir mit hintergründigen Reportagen die Vielseitigkeit der Region. Ein Schwerpunkt liegt auf dem aktuellen Veranstaltungskalender, in dem alle Termine des laufenden Monats zu finden sind – egal ob für Kinder oder Senioren, Jugendliche oder Erwachsene, Paare oder Singles. Mit der SIEBEN: identifizieren sich alle Alters- und Gesellschaftsgruppen. Als Themenschwerpunkte präsentieren wir die örtliche Kunst und Kultur, bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten, faszinierende, neue Entwicklungen aus der Geschäftswelt und Interessantes aus der Stadtgeschichte – kurz: Das Beste aus der Region.

Thorsten Schütz und Matthias Quintel (v. l.) mit einem seltenen historischen Reiseführer über Alfeld

Das Hotel Gödecke am Bahnhof mit Blick auf die Diskothek Number One

Eine Aufnahmen der Alt-Alfeld-Homepage. Eine Szene vom Alfelder Marktplatz mit Blick in die Holzer Straße

Zeitreise durch die Stadtgeschichte

Auf ihrer Internetseite www.Alt-Alfeld.de präsentieren Matthias Quintel und Thorsten Schütz Alfelds bebilderte Historie

Irgendwer muss es ja machen?– Fotografien oder Postkarten sammeln, auf denen die Stadt Alfeld als Hauptmotiv verewigt ist. Aber auch diese eigentlich bleibenden Eindrücke verblassen, spätestens dann, wenn sie bei Umzügen ins Altpapier wandern oder nach Trauerfällen „entsorgt“ werden. Die Bilder würden dem Vergessen anheim fallen, wären da nicht zwei Enthusiasten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, quasi alles an historischem Bildmaterial einzuscannen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Thorsten Schütz und Matthias Quintel sind das visuelle Gedächtnis der Stadt. Wer www.Alt-Alfeld.de in das Adressfenster seines Internet-Zugangs eingibt, begibt sich auf eine Zeitreise. Dabei braucht man sich im World wide web nicht weit weg zu bewegen: Es geht nur um Alfeld, die Heimatstadt der beiden.

Beim Stöbern stößt man auf bebilderte Besonderheiten: Da wäre das „Gasthaus zur Linde“ von August Rasche am Marktplatz. Oder das „Central Theater“, so hieß die Kinowelt früher. Oder auch das „Hotel Gödecke“, wo heute der Busbahnhof weite Perspektiven bietet. Dort trafen sich Generationen von Alfeldern, zu Kaffee und Kuchen und zum Bier.

„150 bis 200 Menschen besuchen jeden Tag unsere Homepage und sehen sich dort um“, weiß Thorsten Schütz aus der Statistik. Die beiden Hobbyhistoriker haben ein beliebtes Angebot geschaffen. „Uns geht es ums Bewahren und Dokumentieren“, erzählt Matthias Quintel. „Und uns überkommt dabei selbst oft ein Gefühl der Nostalgie. Wie schön damals alles war – und schon schwelgen wir beide beim Betrachten alter Aufnahmen in Erinnerungen.“

Thorsten Schütz ist 41, Matthias Quintel 38 Jahre alt – deshalb gehören die zwei auch nicht zur Gattung der Archivare, die in dunklen Stuben Fotos in staubige Bildbände kleben. Die Dokumentaristen haben Computer und Programme zu Werkzeugen ihrer Leidenschaft gemacht. Ihr nicht an Gewinnmaximierung orientiertes Projekt ist dabei auf die Zuarbeit anderer angewiesen: „Wir brauchen Menschen, die uns ihre Bilder zur Verfügung stellen“, so Matthias Quintel und Thorsten Schütz ergänzt: „Wir leihen uns die Fotoalben nur für ein, zwei Tage aus, zum Einscannen, dann geben wir die Aufnahmen natürlich unbeschadet zurück.“

Dabei interessiert sich das Duo zwar für private Fotografien, die sollten dann aber nach Möglichkeit Szenen aus dem Leben der Stadt zeigen. Ihre Faszination entzündet sich an Gebäuden und Straßenzügen, sie spüren den Veränderungen im Stadtbild hinterher. Ergänzt wird die Darstellung im Internet durch Abbildungen aus Broschüren und Büchern, soweit das von den Inhabern genehmigt wurde.

Über 500 Bilder sind bereits abrufbar. Insgesamt befinden sich 1200 Aufnahmen im Archiv, das ständig wächst. Und Thorsten Schütz und Matthias Quintel suchen weiter, freuen sich über jedes neue Bild, das Alfeld vielleicht aus einer neuen – oder besser alten – Perspektive zeigt. Nebenbei wird aber auch die Gegenwart dokumentiert. „Wir machen heute die Bilder, die wir in 20 Jahren brauchen“, meint Thorsten Schütz. Dafür, dass beide erst seit einem Jahr aktiv sind, haben sie schon ein beeindruckendes Werk geschaffen. Das findet auch immer mehr Anerkennung. So hat zum Beispiel der Apotheker Dr. Winfried Wiederholt sein eigenes Archiv zur Verfügung gestellt und auch das Stadtarchiv steht den beiden Hobbyforschern offen – dorthin spenden sie wiederum ihre überschüssigen Materialien.

Auch die Stadt Alfeld und der Kreisheimatpfleger Gerhard Kraus unterstützen das Projekt. „Bei all denen bedanken wir uns, aber wir suchen auch noch nach Förderern, die uns bei den materiellen Anschaffungen unterstützen“, so Matthias Quintel. Ein neuer Scanner wird bald benötigt. Und an Kleinigkeiten darf so ein Mammutprojekt nicht scheitern. (hst)

Wir bedanken uns bei der SIEBEN: für diesen Artikel. Unser besonderer Dank geht an Heiko Stumpe für seinen einzigartigen Bericht über unsere Arbeit. Dank seiner Hilfe können wir den Alfeldern die Geschichte Ihrer Stadt wieder ein Stückchen näher bringen.

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