Café Allermann

Wir schreiben das Jahr 1929 und blicken auf die Schaufensterauslagen des Café Allermann, einem uns bislang unbekannten Cafés in der Bahnhofstraße Nr. 3.

Das Adressbuch der Stadt Alfeld von 1925 kennt keine Bäckerei-Conditorei-Café Allermann. Tatsächlich erst im Jahr 1929 taucht in der Neuauflage des Verzeichnisses der Name Wilhelm Allermann, Bäcker bzw. Bäckermeister erstmals auf. Aus diesem Jahr stammt auch die zeitgenössische Ansichtskarte, von der obiges Motiv stammt.
Das Adressbuch von 1934 gibt diesen Name allerdings schon wieder nicht mehr preis, stattdessen taucht der Name des schon eher geläufigen Bäckermeisters Otto Selle auf. Gehen wir also davon aus das Otto Selle die Bäckerei nebst Café von Allermann übernommen hat, aus welchen Gründen auch immer. Das „Café Selle“ ist eher geläufig, erscheint doch dieser Name in der Alfelder Geschichte immer mal wieder.
Allermann ist damit von der Bildfläche verschwunden, spätere Ausgaben der Adressbücher liefern keinerlei Anhaltspunkte über den Verbleib Wilhelm Allermanns. Das Haus an sich, hat sich mit Ausnahme des Giebels äußerlich eher wenig verändert.


Folgende Zuschrift erreichte uns kurz nach Erscheinen der obigen Folge in der Alfelder Zeitung:

„Dein Artikel über Café Allermann regte meine grauen Zellen an. An einen Bäckermeister Allermann kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern.
Aber ich weiß, dass meine Mutter vom Café Leibweh sprach. Der Herr Allermann muss beim Backen seiner Konditorwaren wohl sehr viel Zucker verwendet haben.
Sehr wohl weiß ich, dass Bäckermeister Ott Selle die Bäckerei auf dem Hofe des Kaufmanns Hermann von Soest in der Hannoverschen Straße gepachtet hatte. Eines Tages Anfang der 30er Jahre hieß es: Bäcker Selle hat jetzt das Café in der Bahnhofstraße gepachtet und in der Hannoverschen Straße ist jetzt Bäcker Bremolt.

Auch erinnere ich mich, dass das Café nach der Übernahme durch Bäcker Selle fortan „Leine Café“ hieß.
Eine Tochter der Familie Selle heiratete den Bäckermeister Friedrich Bartels, der das Cafe und die Bäckerei übernahm und 1950 oder 1951 in der Göttinger Straße das Peeksche Grundstück, dort eine Bäckerei anbaute und seine Backwaren im Peekschen Laden verkaufte.“