Limmerburg

Heute zeigt sich die Siedlung Limmerburg recht modern. Zahlreiche Um- und Anbauten haben das ursprüngliche Gesicht der Häuser verändert

In einer Zeit unbeschreiblicher Armut entschlossen sich zwanzig Männer aus der Wohnungsnot heraus, selber zu bauen. Die Vorstädtische Siedlungsgemeinschaft entstand und mit ihr die erste Alfelder Siedlung, die Limmerburg. Inzwischen sind die Mühen und Nöte von damals fast vergessen, die Siedlungsgemeinschaft besteht nicht mehr, auch die Limmerburg hat ihr ursprüngliches Gesicht verloren, 75 Jahre ist es her, seit die ersten Familien in die zehn Doppelhäuser einzogen.

Betrachtet man heute die schmucken zehn Doppelhäuser, ist es kaum vorstellbar, dass alles aber auch alles in Eigenarbeit erstellt wurde. Mit enormem persönlichen Einsatz entstanden innerhalb von zwei Jahren die Siedlungshäuser. Die Steine dazu wurden eigenhändig im Reuberg gebrochen, die Betonsteine in Form gegossen, der Kies wurde aus den benachbarten Gruben mit der Schubkarre geholt, der Mörtel mit viel Mühe und Geduld selbst gemischt und auch die Straße wurde damals von den Mitgliedern der Siedlungsgemeinschaft erschaffen. Sogar die Richtbäume schlug man in Brunkensen selbst.

Diese große Energieleistung ist nur vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftlichen Situation mit ständig wachsender Arbeitslosenzahl in den dreißiger Jahren zu verstehen. Die Familien der Siedler waren meist sehr kinderreich und litten an Hungers- und Wohnungsnot. Da aber die Männer durchweg Handwerker (Maurer, Maler) waren, schien ein solches Vorhaben durchaus machbar.

Das Land stellte der Fabrikant Karl Benscheidt zu äußerst günstigen Bedingungen zur Verfügung, die Baupläne entwarf Architekt Rödiger. Als Bedingung mussten die Siedler sich jedoch verpflichten, sich selber zu versorgen. So wurden Ställe angegliedert, in denen Schweine und Hühner gehalten wurden, im Kleingarten beackerte jeder Haushalt einen halben Morgen Land.

Richtfest 1933

Beginn des Industriegebietes Limmerburg

Kiesgrube Koch

Kiesgrube Koch

 

Kiesgrube Koch

Kiesgrube Koch

1950er Jahre

1950er Jahre

 

1950er Jahre

1950er Jahre

Wir schreiben das Jahr 1965. Das neu geschaffene kleine Gewerbegebiet entwickelt sich, die ersten Bauten entstehen an der späteren Glogauer Straße, im Gewerbegebiet Limmerburg.

     

dito

         

1967 – Luftbild der Kiesgrube

Auf dem Bild rechts sehr schön zu sehen, dass hier fabrikneue GLAS der Firma WiPra (Pralle) auf ihren Verkauf bzw. neuen stolzen Besitzer warten.

Bild oben: Ein glücklicher Moment für zwanzig Familien. Zusammen mit Fabrikant Karl Benscheidt und Architekt Rödiger feierten sie vor 1933 das Richtfest für zehn neue Häuser.

50 Mark waren der Anteil für die Kleinsiedlungsgenossenschaft, 3,20 Mark mussten in der Woche für den Neubau abgetragen werden. Dazu kamen noch Mieten und Nebenkosten für die alten Wohnungen. Hatte man trotz der wirtschaftlichen Not eine Arbeitsstelle, betrug der Lohn rund 12 Mark.
Insgesamt kostete ein Haus rund 4000 Mark für unsere heutigen Verhältnisse kaum vorstellbar. Ende 1933 konnten die ersten Familien einziehen. Die Entscheidung, wer in welches Haus einzieht, überließ man dem Los. Fast wohlstandsähnliche Zeiten brachen nun für die Siedler an, verglichen mit ihrer bisherigen Situation Doch der Krieg riss viele der Familien wieder auseinander.

Diese erste Siedlung am Rande von Alfeld war quasi richtungweisend. Zahlreiche Siedlungen folgten, darunter Humberg in Gerzen, Reuberg und Schatzkammer in Warzen und der Sandbrink an den heutigen Steinköpfen.

Von den Gründern leben heute nur noch zwei (Stand 1983) Männer und sechs Frauen in der Siedlung Limmerburg. Im Laufe der Jahre veränderte die Limmerburg immer mehr ihr Gesicht, namhafte Alfelder Firmen siedelten sich an und ließen diese Region zum Industriegebiet werden. Über Pfingsten 1983 feierte man nun ein Fest zum 50jährigen Bestehen, wozu eine bekannte Alfelder Baufirma eine Halle zur Verfügung stellte. Am Sonnabend fand ein geselliges Beisammensein aller Anwohner statt, an dem man auch ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Anwohnern bzw. deren Kindern feiern konnte. Am Sonntag setze eine große Kaffeetafel die Festlichkeiten fort. Mit einem Katerfrühstück am Pfingstmontag klang das Jübilaum aus.

Quelle: Alfelder Zeitung vom 20.05.1983

1960er Jahre – Hier die Auffahrt zur heutigen B3

Die Limmerburg in den 1960er Jahren.

Sehr schön zu sehen wieviel damals teilweise an Boden aufgeschüttet bzw. abgefahren werden musste …

… was da damals alles reingeschüttet wurde wollen wir heute nicht wirklich wissen …

       

… was da damals alles reingeschüttet wurde wollen wir heute nicht wirklich wissen …

… da stinkts zum Himmel.

Wie man hier sehr schön sehen kann.

Die Siedlung Limmerburg Mitte der 1960er Jahre

 
     

Neubau der ersten Halle in den 60er jahren

Baubeginn im Gewerbegebiet Limmerburg in den 1960er Jahren.

07.01.1962

07.01.1962

       

1974 – „Rosteck“ im Bau

1976 – Alte Müllkippe

Die Limmerburg 1990