Chronik der Stadt Alfeld

Diese Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig überarbeitet. Allen Angaben ohne Gewähr. Neue Datierungen und/oder Erkenntnisse werden sehr gerne nach Überprüfung hier aufgenommen.

Anmerkung zum Bild der Chronik auf der Startseite von www.alt-alfeld.de:
Es ist selbstverständlich NICHT das Wappen der Stadt Alfeld (Leine), sondern das stilisierte Wappen des alten Landkreises Alfeld.


Frühzeit

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass der Platz, an dem sich der heutige Stadtkern befindet, mindestens seit der Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) besiedelt war.

um 700 v. Chr.
Erste früheisenzeitliche Bodenfunde

um 750

wohl erste Erwähnung des Ortes als „Castellum in campis Alfeld". Wobei die Erwähnung der Urkunde bis heute umstritten ist, es könnte auch 1019-1022 gewesen sein


1000 bis 1200

zwischen 1068-1180
Alfeld wird Sitz eines Archidiakonats (kirchlicher Verwaltungsbezirk)


1200 bis 1300

1205
Archidiakon (Hauptgeistlicher an der St.-Nicolai-Kirche)

1214
Alfeld wird zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt; in dem Dokument wird Johannes von Alvelde, ein Meier des Bischofs zu Hildesheim, genannt, Villikus Johann.

1216-1221
Der Marktort Alfeld besitzt schon besondere Rechte (Marktrechte), aber noch kein Stadtrecht.

1240
Altes Dorf. Erste Erwähnung eines Lehrers

1258
Urkundlich ist bereits von „Civitas" und „Burgenses" die Rede. Alfeld wird in einer Urkunde zum ersten Mal als "Stadt" erwähnt; hat also daher schon Stadtrechte, die Urkunde enthält außerdem das Stadtsiegel mit der Abbildung des Heiligen Nicolaus´, des Stadtpatrons. Dieselben dürften ihm wohl vom Bischof von Hildesheim verliehen worden sein. Altes Dorf.

1297
In einer Urkunde vom 23. April 1297 heißt es: ,,nos consules et universitas civium in Alvelde".
Alfeld hat also bereits Stadtrechte, die wahrscheinlich vom Bischof von Hildesheim verliehen worden waren.


1300 bis 1400

um 1300
Beginn des Baus einer Stadtbefestigung

1308
Erste Erwähnung der Leinemühle (Getreidemühle). An dieser Stelle steht heute das Turbinenhaus der Hannoverschen Papierfabriken, bzw. SAPPI. Ritter Baldwin von Steinberg, Vogt zu Winzenburg, erwirbt vom Bischof elf Höfe in Alfeld, darunter den Hof am Klinseberg

1315
Die Alfelder „Privilegien" werden der Stadt Dassel verliehen.

1317
Die Alfelder Bürger leiten die Warne in die Stadt; mit dem Wasser wird die Obere und die Untere Warnemühle betrieben, außerdem können die Stadtgräben im Verteidigungsfall geflutet werden.

1333
Erste urkundliche Erwähnung einer Gilde (Bäckergilde).

1348
Curia des Archidiakons, Kapelle St. Katharina, Leinefischer Henning

1358
Erste urkundliche Erwähnung des „Schlosses" (bzw. bischöflichen Burg) des Bischofs in Alfeld. Bischof Heinrich III. von Hildesheim entlässt alle Alfelder Einwohner aus seiner Grundherrschaft.

1360
In einer Urkunde aus dem Jahr 1465 wird erwähnt, dass die Obere und die Untere Warnemühle (beides Getreidemühlen) bereits 1360 bestanden haben.

1365
Alfelder Silberwährung (Brakteat), erste Hinweise auf eine Münzstätte

1369
In der Nacht Allerheiligen (8. November) wird Alfeld eingenommen und schwer geplündert, und zwar anlässlich einer Fehde zwischen den Braunschweiger Herzögen Albert von Braunschweig und Otto dem Quaden von Göttingen mit dem Bischof von Hildesheim. Daher rührt der alte Spruch in Anlehnung an die in lateinischen Buchstaben geschriebene Jahreszahl „MCCCLXIX": Ein M, drey Wörste (CCC), Ein L, twei XX, Otto Forste Eins Myn (1 weniger), eck melde Allerhilligen wynt (weint) Alvelde.

1384
Erste Erwähnung von Stadttoren

1387
Erste Erwähnung der Knochenhauer und Leinewebergilde

1388
Erste Erwähnung einer Wollenwebergilde. Erste Erwähnung von Jahrmärkten


1400 bis 1500

1406
Die Brüder Hermann und Ernst von Wrisbergholzen werden vom Bischof Johann von Hildesheim mit einem adligen Hof in Alfeld beliehen. (Wrisbergscher Freihof). Der Bischof verpfändet die Burg an Heinrich von Steinberg. (Diese steht noch 1488).

1413
Erste Erwähnung der Walkemühle (zum Walken von Tuch), der Lohmühle (zur Herstellung von Gerbstoff) und der Bokemühle (zum Brechen von Flachs).

1423
Anbau der Steinbergschen Kapelle an die Nicolaikirche

1426
Alfeld wird Mitglied im Sächsischen Städtebund, der in enger Verbindung zur Hanse steht, bzw. ihr angehört. Alfeld ist damit Hansestadt. Das Bündnis dient vor allem dem Schutz des Handels. Alfelder Kaufleute handeln u. a. mit Flachs, Garn, Leinwand und Hopfen. Der wirtschaftliche Wohlstand der Stadt dauert bis zum Beginn des 30jährigen Krieges (1618 - 48) an.

1434
Am Tage vor Lichtmesse wurde eine Fehde zwischen der Stadt Alfeld und der Stadt Hildesheim „friedlich beigelegt". Alfeld musste 500 rheinische Gulden Buße bezahlen und sonstige Auflagen erfüllen.

1440
Älteste aufgezeichnete „Säte" der Stadt; Statuten, die in weiteren Jahren laufend ergänzt werden.

1442
Erste Erwähnung des Hospitals St. Elisabeth

1450
Erste Erwähnung des Leintores. Erste Erwähnung eines Ratsziegelhofes

1456
Alfeld hat vier Jahrmärkte. Bischof Bernhard von Hildesheim erneuert das Stadtrecht, die "Sate" (erstes aufgezeichnetes Stadtrecht in Alfeld). Neben den Kaufleuten erhalten nun auch die Handwerksgilden und die Bäuerschaften ein Mitspracherecht in der Stadtpolitik

1462
Erste Erwähnung einer Lateinschule. Erwähnung der Mühle vor dem Holzer Tor. Erwähnung einer Mühle vor dem Hörser Tor

1467
Erste Erwähnung eines Baders

1471
Erste Erwähnung der Schuhmachergilde

1471 - 1473
Alfeld in allerlei Händel verwickelt, die sich aus einer doppelten Bischofswahl ergaben, wobei Alfeld für den Landgraf Hermann von Hessen Partei nahm und in den Bann getan wurde.

1474
Schulordnung der städtischen Lateinschule.

1483 - 1486
Krieg um die „Bierzise". Alfeld kämpfte auf der Seite der Stadt Hildesheim als bedeutendste Stadt neben
dieser im Bistum.

1488
Die im 15. Jahrhundert nach und nach zu der dreischiffigen Hallenkirche ausgebaute St.-Nicolai-Kirche erhält den Doppelturm, der noch heute das Wahrzeichen der Stadt bildet.

1492
Der "Blaue Stein" erscheint zum ersten Mal im Stadtwappen


1500 bis 1600

1519-1523
Hildesheimer Stiftsfehde. Die Krieger der Stadt Alfeld standen auf der Seite des Bischofs von Hildesheim. Am Mittwoch vor Pfingsten des Jahres 1522 ergab sich Alfeld kampflos den Herzögen Heinrich d. J. und Erich, die zur Belagerung heranzogen. Die Stadt musste eine Kontribution von 6000 Tl- bezahlen. Beim Friedensschluss (Quedlinburger Vertrag am 13. Mai 1523) ging Alfeld in den Besitz des Herzogs Erich d- J. über. Es blieb bis 1643 braunschweigische Stadt.

1522
Wurde die niedergelegte Kapelle vom Stift zum heiligen Geist beim Hospital St. Pauli an der Paulistraße wieder errichtet.

1540
S
chenkt Herzog Heinrich d. J. der Stadt den großen Meinebergsforst (südliche Siebenberge)

1542
Einführung der Reformation durch Johannes Bugenhagen in Alfeld. Am 30. Oktober trafen die protestantischen Visitatoren hier ein, um das Kirchen- und Schulwesen neu zu ordnen.

1543
Einrichtung einer Mädchenschule

1547
Beginn der Gegenreformation. Der von Truppen des Schmalkaldischen Bundes aus seinem Lande vertriebene Herzog Heinrich von Braunschweig kehrt in sein Land zurück und nimmt sofort den Kampf gegen die Reformation wieder auf. Die lutherischen Geistlichen wurden aus Alfeld ausgewiesen.

1552
Am 24. November rückt der protestantische Graf Volrad von Mansfeld vor Alfeld, um es zu belagern und einzunehmen. Die Alfelder und die braunschweigische Besatzung leisten tapferen Widerstand, so dass die Belagerung am 16. Dezember aufgehoben werden muss.

um 1556
Bau der "Bürgerschänke"

1568
Endgültige Einführung der Reformation.

1578
Erwähnung einer Schleifmühle

1581
Das Kalandhaus wird erbaut (abgebrannt 1906). Erste Erwähnung einer Apotheke

1584-86
Das ursprünglich im gotischen Stil erbaute Rathaus wird im Stil der Weserrenaissance umgestaltet.

1598
Große Pestepidemie in Alfeld.

1599
steht noch die „alte Kirche von Warzen" vor dem Hasenwinkel


1600 bis 1700

1608
Bau des Planetenhauses

1610-12
Erbauung der Lateinschule, später „Altes Seminar" genannt. Haus der Heimat. Heute Stadtmuseum.

1612
Bau der Superintendentur

1614
Erste Erwähnung eines Arztes

1615
Bau des Erkers am Kalandhaus (abgebrannt im Jahr 1906).

1616
Am 17. April wird „der Newe Kirchhof für dem Holzertor" eingeweiht und eingesegnet (zwischen Hildesheimer Straße und Straße "Altes Dorf"). Am 17. April wird „der Newe Kirchhof für dem Holzertor" eingeweiht und eingesegnet. Jedoch blieb dieser Friedhof bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts eine Art Armenfriedhof, da es die besser gestellten Bürger als Vorrecht beanspruchten, auf dem alten Friedhof an der St. Nicolaikirche bestattet zu werden. Außerdem gab es noch zwei Spitalfriedhöfe, und zwar den von St. Elisabeth und den von St. Pauli.

1618-1648
Der Dreißigjährige Krieg. Auch Alfeld hatte in diesem viel zu leiden.

1619
Beginn des Prozesses um den Meineberg zwischen Alfeld einerseits und den Dörfern Langenholzen, Sack und Eimsen , anderseits. Der Prozess dauerte über 200 Jahre; Alfeld verlor schließlich endgültig.

1623
Der Bruder des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig, der Administrator des Bistums Halberstadt, genannt der tolle Christian, auf Seiten der evangelischen Fürsten stehend, war bestrebt, das Land seines Bruders vor dem heranziehenden ligistischen Feldherrn Tilly zu schützen und betrieb zu diesem Zweck eine eifrige Werbetätigkeit. Seine Reiterei lag in Alfeld und Umgegend. Die Bevölkerung litt darunter schwer. In einer Schlacht bei Stadtlohn wurde Christian besiegt und floh nach Holland.

1625
Der protestantische König Christian IV. von Dänemark rückte im Frühjahr in Niedersachsen ein. Tilly marschierte ihm von Hessen her entgegen. Seine Kriegsvölker kamen auch in die Gegend von Alfeld, plünderten und verübten allerlei Schandtaten. Später rückte auch der kaiserliche General Wallenstein in Niedersachsen ein. Er kam über Göttingen-Einbeck nach Alfeld, nahm Quartier im Rathause und siedelte dann wegen der hier herrschenden Pest nach dem Gute in Limmer über. Von der verarmten Bürgerschaft Alfelds erpresste er eine schwere Kontribution. Am 13. Oktober fand in Limmer eine für den weiteren Verlauf des Krieges bedeutsame Besprechung zwischen Wallenstein und Tilly statt. Auf Grund dieser Besprechung blieb Tilly mit seinen Truppen vorläufig in unserer Gegend, die Bedrückung der Bevölkerung dauerte fort. Wallenstein zog in das Stift Halberstadt.

1626
Großes Sterben infolge schwerer Epidemie.

1627
Tilly siegt am 27. August bei Lutter am Barenberge über den König von Dänemark und seinen braunschweigisch-wolfenbüttelschen Verbündeten und erlangt dadurch fast unbeschränkte Verfügung über die niedersächsischen Lande. Einen großen Teil der bei Lutter a. B. gemachten Gefangenen ließ Tilly nach Alfeld bringen; die Unteroffiziere und Gemeinen mussten in sein Heer eintreten.

1629
Kaiser Ferdinand erlässt das Restitutionsedikt vom 16. Dezember, wonach alle seit dem Passauer Vertrage von Protestanten eingezogenen oder säkularisierten katholischen Stifte wieder herausgegeben werden sollten. Auch das sog. Große Stift, dass seit dem Ende der Stiftsfehde im Besitze der Familie Braunschweig-Wolfenbüttel war, sollte wieder an den Bischof von Hildesheim zurückgegeben werden. Eine Kommission wurde beauftragt, die Herausgabe der in Betracht kommenden Städte, Schlösser und Burgen durchzuführen. Auch Alfeld gehörte zu den Städten, die zu übergeben waren. Im Januar 1630 traf die Restitutionskommission hier ein, um die Huldigung für den Bischof entgegen zu nehmen. Die Bürgerschaft wurde auf den Bischof vereidigt, doch erhielt sie Freiheit des religiösen Bekenntnisses zugesichert. Trotzdem traten bald gegenreformatorische Bestrebungen in Erscheinung.

1631
König Gustav Adolf von Schweden eilt den bedrängten Protestanten zu Hilfe, und erringt am 17. September einen großen Sieg über Tilly und die kaiserlichen Truppen. Verschiedene evangelische Fürsten schlössen sich ihm an, darunter auch Georg von Lüneburg und Friedrich Ulrich von Wolfenbüttel.

1632
rückten dann Schweden in Niedersachsen ein und vertrieben die Kaiserlichen. Bei Wallensen fand ein Gefecht statt. Der Schwedengeneral Baner bezog für einige Zeit in Alfeld Quartier. Er verhandelte hier mit Abgesandten von Braunschweig und Hildesheim über zu leistende Kontributionen. Am 20. September wurde Alfeld wieder von Kaiserlichen besetzt, auch sie erpressten wieder schwere Kontributionen, verwüsteten die Gegend und bedrückten die Bevölkerung schwer. In den folgenden Kämpfen um Stadt und Stift Hildesheim geriet Alfeld bald in den Besitz der einen, bald in den der anderen Partei und wurde von beiden schwer bedrückt und gebrandschatzt.

1641
Die Tage vom 5. bis 10. August waren für die Stadt Alfeld wohl die schwersten während des ganzen dreißigjährigen Krieges. Von kaiserlichen Truppen wurde die Stadt vollständig ausgeplündert, die Bewohner wurden schwer bedrückt, verschiedene getötet und viele misshandelt. Die meisten Einwohner flohen und versteckten sich in den Wäldern der Umgegend. Am 10. August wurde die Bürgerschaft wieder auf den Bischof verpflichtet, erhielt eine Sicherheitswache und zugleich ein Regiment Kroaten in Garnison, die von der Bürgerschaft erhalten werden mussten.

1642
Am 24. Februar wurde die Stadt wieder von Truppen des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg eingenommen-

1643
Am 9. April wurde von den Herzögen von Braunschweig, die inzwischen mit dem Kaiser den Sonderfrieden von Goslar geschlossen hatten, mit dem Bischof von Hildesheim ein Übereinkommen getroffen, nach welchem das Große Stift, und damit auch Alfeld, an das Bistum Hildesheim zurückgegeben wurde, in dessen Besitz es bis zum Jahre 1802 verblieb. — Am 17. April wurde der Dichter Heinrich Arnold Stockfleth in Alfeld geboren. Er war Mitglied des Ordens der Pegnitzschäfer. Von ihm ist u. a. das Lied „Wunderanfang, herrliches Ende".

1648
Am 10. November erhält die Stadt die amtliche Mitteilung von dem Abschluss des Friedens zu Münster und Osnabrück. Alfeld muss einen entsprechenden Anteil von den dem Stift Hildesheim auferlegten Kriegskosten tragen. Am 19. November findet in der St.-Nicolai-Kirche die Friedensfeier statt.

1650 - 1654
Sägemühle am Südwall, Oel- und Grützemühle an der Warne angelegt, ferner wurde der silberne Ratswillkomm hergestellt.

1654
Bau einer städtischen Ölmühle auf dem Gelände der Sägemühle

1696
Erste Erwähnung des Freischießens

1672
In den Kämpfen gegen Frankreich unter Ludwig XIV marschieren brandenburgische Truppen mit dem Großen Kurfürsten durch Alfeld und müssen verpflegt werden. Die Auferlegung starker Lasten wiederholt sich im Jahre 1675. Der silberne Zwölf-Männer-Willkomm hergestellt.

1675
wurden der Einwohnerschaft wieder starke Lasten auferlegt durch Verpflegung der gegen Frankreich marschierenden kaiserlichen Truppen.


1700 bis 1800

1706
Bau einer städtischen Papiermühle (Vorläuferin einer Papierfabrik).

1712
Der Janully-Prozeß. Die Haushälterin des hier lebenden Griechen Janully, Katharine Engel Stechnot, wurde des dreifachen Kindesmordes beschuldigt, verurteilt und am 5. August hingerichtet.

1726
Neue Wahlordnung für die Wahl des Stadtrates und der Zwölf Männer.

1749
Lebenslängliche Wahl des Rats.

1756-1763
Der Siebenjährige Krieg. In der weiteren Umgebung von Alfeld spielten sich verschiedene kleinere Kämpfe ab. So 1758 bei Eldagsen, 1759 bei Aerzen, Bodenwerder, Hameln, 1761 auf dem Odfeld bei Eschershausen und auf der Hube bei Einbeck. Alfeld hatte unter Einquartierungen, Kontributionen und anderen Kriegslasten schwer zu leiden. Besonders im Jahre 1758, wo Prinz Heinrich einen Vorstoß in das Stift Hildesheim unternahm und von diesem schwere Kontributionen erpresste, zu denen auch unsere Stadt beitragen musste. Schweres Leid wurde auch in die Familien getragen durch gewaltsame Rekrutierungen. „Am 27. März (1759) wurden im Hochstift Hildesheim mit höchstem Heulen und Weinen das erste Mal den Eltern ihre Kinder und den Ehefrauen ihre Männer entrissen, um die geforderten Rekruten abzuliefern." (Handschriftliche Mitteilung eines Hildesheimer Geistlichen.)

1767
Der Mediziner Heinrich Wolf Schrader, Schöpfer des Botanischen Gartens der Universität Göttingen, in Alfeld geboren.

ab 1768
Die Heerstraße Hannover - Einbeck - Kassel wird zur Chaussee ausgebaut

1769
Durch diesen Ausbau erhält Alfeld eine "Postanstalt", die auch Haltestelle für die "fahrende Post" ist. Das Postbüro befand sich in einem Gebäude auf dem heutigen Bahnhofsgelände.

ab 1770
Beginn des Abbruchs der Stadtbefestigung. Man beginnt, den ersten Befestigungsgraben zu Gärten umzugestalten.

1791
Turm am Hörsumer Tor mit dem Gefängnis „der Hecht" wird abgebrochen.

1792
Die städtische Papiermühle wird auf Erbenzins an den Papiermeister Andreas Jordan Woge verkauft

1794
Die Lateinschule wird aufgehoben. Es ergeht eine neue städtische Schulordnung für eine dreiklassige Knaben-Bürgerschule die in diesem Gebäude eingerichtet wurde


1800 bis 1900

1802
Infolge des Luneviller Friedens (1801) kommt die Stadt Alfeld mit dem gesamten Stift Hildesheim in preußischen Besitz. Auf Veranlassung des Generalsuperintendenten und Konsistorialrats Dr. theol. Brackmann in Alfeld gründete Lehrer August Billerbeck in Rheden eine Lehrerbildungsanstalt, die im Jahre 1804 nach Salzdetfurth verlegt wurde und den Anfang des im Jahre 1813 in Alfeld eröffneten Lehrerseminars bildete. Der Wehrturm am Holzer Tor abgebrochen.

1806
Infolge der Niederlage von Jena und Auerstädt am 14. Oktober wird das Stift Hildesheim am 23. Oktober von den Franzosen offiziell in Besitz genommen.

1807
Am 18. August wurde das unter dem Protektorat Napoleons stehende Königreich Westfalen errichtet, das Napoleons jüngster Bruder Jerome' erhielt. Das Stift Hildesheim und damit die Stadt Alfeld wurden diesem neuen Königreich, und zwar dem sog. Okerdepartement zugeteilt. - Das Leintor wird abgebrochen.

1808
Am 6. März mussten die Alfelder auf Anordnung der Regierung ein Huldigungsfest für Jerome feiern. Dasselbe wurde mit großem Pomp begangen. Die Gildemeister und Zwölf Männer in der Stadtverfassung beseitigt; französische Mairie-Verfassung.

1813
Am 21. Juni wird ein Lehrerseminar eröffnet (im Gebäude der ehemaligen Lateinschule). Nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16. - 18. Oktober) marschierte ein Teil der die geschlagenen Franzosen verfolgenden Nordarmee durch Alfeld. Am 3. November passierte unter Glockengeläute der Kronprinz von Schweden, Bernadotte, die Stadt. Alfeld kam nach Auflösung des Königsreichs Westfalen wieder unter welfische Herrschaft. Durch die Schlussakte des Wiener Kongresses (1815) wurde es dem Königreich Hannover zugeteilt.

1815
Neue Stadtverfassung. 5 von der Regierung ernannte Magistratsmitglieder, 4 von der Bürgerschaft gewählte „Repräsentanten". Alfeld hat 2100 Einwohner und 336 Häuser

1829
Eröffnung einer "Legge" (Prüf-Anstalt für gewebtes Leinen)

1830
Gründung einer städtischen Armenkommission

1834
Anfänge der Alfelder Berufsschulen.

1835
Die Stadt verkauft den Ziegelhof

1836
Nachdem Alfeld am 12. Februar freiwillig auf seine eigene Gerichtsbarkeit, auf die Verwaltung der staatlichen Hoheitssachen verzichtet hatte, wurde am 26. September das Amt Alfeld errichtet, dem die gesamte Justiz und Verwaltung im neuen Amtsbezirk oblag. Am 19. September neue Verfassungsurkunde der Stadt. Die Kommunalverwaltung und Polizei oblag einem aus Bürgermeister, 2 Senatoren und l Kämmerer bestehenden Magistrat. Daneben 4 auf 4 Jahre gewählte Bürgervorsteher.

1837
Am 15. September wird die "Liedertafel", der erste Gesangsverein in Alfeld, gegründet.

1838
Der durch Aufhebung der liberalen Staatsgrundgesetze von 1833 durch König Ernst August veranlasste Verfassungsstreit erzeugt auch in Alfeld politische Gärung. Alfeld erhält eine tägliche Postkutschen-Verbindung nach Hildesheim

1839
Die Stadt verkauft die Leinemühle und die Sägemühle

1842
Die evangelische Bevölkerung begeht am 30. Oktober in großzügiger Weise die 300-Jahr-Feier der Einführung der Reformation

1844
Die Stadt verkauft die Obere Warnemühle

1845
Einführung eines Wochenmarktes

1846
Am 10. Januar wird die Kreissparkasse gegründet. Am 2. Juni fällt fast die Hälfte der Stadt einem Brand zum Opfer. Er beginnt an der Ecke Markt- und Leinstraße; fast die ganze südwestliche Stadt mit etwa 104 Wohnhäusern samt Nebengebäuden fällt diesem Brand zum Opfer. Ca. 700 Menschen werden obdachlos. Beim Wiederaufbau werden die Marktstraße verbreitert, die bis dahin offene Warne abgedeckt, die lebhaftesten Verkehrsstraßen der Stadt gepflastert und Bürgersteige angelegt.
Erlass einer Bauordnung

1847
Am Klinsberg brennen im Oktober 5 Wohnhäuser nieder. Schweres Hungerjahr.

1848
Die revolutionäre Bewegung des „tollen Jahres" schlägt ihre Wellen auch in Alfeld und Umgegend, wenn es auch zu blutigen Zusammenstößen hier nicht kam. — In Alfeld wurde eine Bürgerwehr gegründet. — Am 6- August fand eine Huldigungsfeier für den Reichsverweser Herzog Johann von Österreich, verbunden mit der Fahnenweihe der Bürgerwehr, statt

1850
Cholera-Epidemie

1851
Mit dem Bau der Eisenbahn Hannover-Alfeld wird begonnen. Etwa 20.000 Österreicher marschierten auf dem Wege nach Schleswig-Holstein durch die Stadt Alfeld. Starke Einquartierungen. Haus Winde Nr. 3 wird katholische Kapelle. Die Gebrüder Woge richten auf der Mühlenmasche eine Papierfabrik ein. Einrichtung einer Sonntagsschule zur Weiterbildung von Handwerkern

1852
Nach der hannoverschen Städte-Ordnung tritt Alfeld in die Reihe der „selbständigen Städte", die staatliche Hoheitssachen und Polizei verwalten. Nach dem neuen Ortsstatut besteht der Magistrat aus Bürgermeister und 2 Senatoren. Daneben 8 Bürgervorsteher. Errichtung des Amtsgerichts Alfeld. Die Papierfabrik brennt im Dezember fast vollständig nieder. Feste Fassung des Warnebassins auf dem Markt. Am 23. Dezember gibt der Buchdrucker Friedrich Steegen zum ersten Mal das "Wochen und Anzeigenblatt für die Städte Alfeld, Elze und Gronau" heraus; diese erste Alfelder Lokalzeitung ist die Vorläuferin der Niedersächsischen Volkszeitung bzw. der Alfelder Zeitung. Die katholische Gemeinde bekommt eine eigene Kapelle. Gründung des Frauenvereins.
Anfänge der Straßenbeleuchtung zwischen Bahnhof und Stadt. Gründung des Arbeiter-Bildungs-Vereins

1852-1855
Bau des Bahnhofs

1853
Am 30. April feierliche Eröffnung der Eisenbahnteilstrecke Hannover-Alfeld der Hannoverschen Südbahn, entlang der Bahnstrecke entsteht in den folgenden Jahrzehnten ein neues Stadtviertel. Neubau des Lehrerseminars. Am 1. November Grundsteinlegung für das Lehrerseminar in Gegenwart des Königs Georg II und seiner Gemahlin Marie. (in dem Gebäude war später die Pädagogische Hochschule untergebracht; heute: Seminarparkplatz). Trennung der Justiz von der Verwaltung. Aufhebung des Brücken- und Wegegeldes

1853/54
Die Stadt erhält einen Anschluss an die Bahnlinie Hannover-Kassel. Eröffnung der Teilstrecke Alfeld - Göttingen der Hannoverschen Südbahn. Gleich nach dem Anschluss der Stadt an die Bahnstrecke werden zahlreiche Betriebe gegründet. Etliche existieren nur sehr kurze Zeit, andere legen den Grundstein zum Industriestandort Alfeld. Damit entwickelte sich die Stadt von einer Ackerbürger- zu einer Industriestadt:
(z. B. 1856 Carlshütte / später AMA-Werk, 1857 August Neimke / Eisenwerk, 1857 Friedrich Kappe / Landmaschinen, 1858 C. Behrens / Schuhleisten, 1860 Ernst C. Behrens / Tüten-, Papier- und Cartonage-Fabrik, 1863 Heinrich Brucks / Kupferschmiede- und Metallwaren, 1866 Heinrich und Carl Reiche verlegen ihren Kanarienvogelhandel von Grünenplan nach Alfeld, 1866 Tierhandlung L. Ruhe, 1867 Otto Hollborn / Papierwaren, 1872 Die Carlshütte aus Delligsen übernimmt die von August Neimke gegründete Eisengießerei, 1879 Hermann Meyer / Korkfabrik, 1880 Ludwig Ruhe verlegt seinen Kanarienvogelhandel von Grünenplan nach Alfeld 1887 (1894) Karl Petri / Leineweberei Sack-, Segeltuch- und Waggondeckenfabrik,1890 Otto Wesselmann / Alfelder Eisenwerk, 1891 Gustav Hollborn / Papierwaren, 1895 Deiters / Maschinenfabrik, 1907 Künkel & Wagner / Maschinen- und Modellbaufabrik/Gießerei, 1911 Fagus-Werk Karl Benscheidt / Schuhleisten).

Im Bereich des Bahnhofs entwickelt sich ein Gewerbegebiet. In der Papierfabrik wird die erste Dampfmaschine im Amt Alfeld installiert

1855
Bau des Ravenhauses (es ist ursprünglich Armen- und Arbeitshaus, dient später auch als Krankenhaus und Altersheim; heute sind dort Altenwohnungen eingerichtet). Die Alfelder Postexpedition, die sich bisher im Neuen Krug, jenseits der Leine, befunden hatte, wurde in das Haus des Postmeisters Röhrssen, Unter der Kirche 7, später dem Schlossermeister Karl Wiegand gehörig, verlegt. Die Hospitäler St. Pauli und St. Katharina werden abgebrochen, die Kapelle wird katholische Kirche. Das neue Gebäude des Königlichen Lehrerseminars wird eingeweiht. Heute befindet sich an dieser Stelle der "Seminarparkplatz"

1858
Gründung des Männerturnvereins. Das 10. Bundeskorps wird um Hannover zu einer großen Übung konzentriert. Alfeld erhält starke Einquartierung.

1859
Erlass einer neuen Ortsverfassung, Alfeld wird Verwaltungssitz des Amtes Alfeld (Zusammenschluss aus dem Amt Winzenburg und Lamspringe), dem Vorläufer des Kreises Alfeld. Die Stadt muss, um diesen Sitz zu erhalten, allerdings ihren Status als Stadt aufgeben und dadurch ihre Selbstständigkeit wieder verlor und sich der Landgemeinde-Ordnung unterstellte, um das Amt am Orte zu behalten.

1861
Gründung des Vereins zur Verschönerung des Schlehbergs. Gründung einer Sterbekasse

1862
Der sog. Katechismusstreit verursacht auch in Alfeld große Erregung. Die Schulkinder verbrennen den amtlich eingeführten Katechismus. Massenpetitionen an die Regierung.

1863
Wieder ein großer Brand in der Papierfabrik. Gründung eines Männergesangsvereins. Bau einer Gastwirtschaft auf dem Schlehberg

1866
Preußen annektiert das Königreich Hannover, Alfeld wird erneut preußisch. Am 14. Juni erklärt Preußen an Hannover den Krieg. Am 16. Juni passierte König Georg auf der Fahrt nach Göttingen, der Sammelstelle seiner Truppen, den hiesigen Bahnhof. In diesen Tagen fanden hier starke Truppendurchmärsche statt- Am 19. Juni trafen die ersten Preußen in Alfeld ein. Von den Mitkämpfern dieses Krieges leben z. Zt. in Alfeld noch zwei, Waßmann und Schnelle- Hannover wird preußische Provinz. Verkauf des alten Brauhauses.

1868
Die städtische Gasanstalt geht in Betrieb

1869
Gründung der Bergbrauerei und Gründung der Schanzkellerbrauerei

1870
Krieg gegen Frankreich 1870/1871. Von den Söhnen Alfelds, die ins Feld zogen, starben drei den Heldentod, und zwar- Karl Bösehans, Julius von Hinten und Heinrich Lehnhoff. Bau einer modernen Wasserleitung.

1871
Am 28. August fand eine große Friedens- und Siegesfeier statt.

1872
Das Kriegerdenkmal auf dem Marktplatze wird am 24. November feierlich eingeweiht.

1873
Am 5. Mai brennen an der Paulistraße 5 Häuser ab. Das Feuer brach in dem Hause des Drechslermeisters Schäferlein aus. Drei Menschen kamen in den Flammen um.
Der Brand zog die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Alfeld (Leine) nach sich.
Die Tierhandelsfirma Reiche rüstet ihr erste Tierfang-Expedition nach Afrika aus

1874
Am 30. Mai: Gründung des Zweigvereins des "Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins".

1874/1875
Urkataster - erste Vermessung und Kartierung des Alfelder Stadtgebiets

1876
Bei dem Brand des Hirschbeinschen Hauses an der Winde kommt ein fünfjähriger Knabe in den Flammen um

1877
Einrichtung einer "Präparanden-Anstalt" Vorbereitungsschule für das Lehrerseminar

1883
Gründung des Verkehr- und Verschönerungsvereins

1884
Gründung des Turnvereins "Jahn"

1885
Am Abend des 18. April brennt der südliche Turm der St. Nicolaikirche ab. Der Brand wird ausgelöst durch ein Großfeuer in der Straße Über der Kirche, dem drei Häuser (Küster, Eggers und Willens) zum Opfer fielen. Das Amt Alfeld wird in einen Landkreis umgewandelt, Alfeld wird Kreissitz. Die neue Kreisordnung tritt in Kraft. Erster Landrat des Kreises Alfeld wurde der bisherige Amtshauptmann Schimmelmann. Der Kreis Alfeld entsteht aus dem Amt Alfeld und den Gemeinden Capellenhagen, Duingen, Fölziehausen und Lübbrechtsen.
Gründung eines Katasteramtes

1886
Einweihung der Turnhalle des Männerturnvereins von 1858 am Antonianger. Das letzte Nutzholz-Floß auf der Leine passiert Alfeld

1886/1887
Die Holzbrücke über das Leinewehr wird durch eine Eisenbrücke oberhalb des Wehres ersetzt

1887
Gründung des jetzigen Reform-Realprogymnasiums, zunächst als Höhere Privatschule für Jungen. Das Alfelder Postamt wird nach dem Hause Leinstraße 30 verlegt. Einweihung des neuen Kreisständehauses als Sitz der Kreisverwaltung. Zweimal Großfeuer, und zwar am 3. Februar auf der Winde (Frost und Pfannkuchen) und am 22. September an der Planstraße (Körner, Barsch, Ahrens, Meyer und Schaper).

1888
Einrichtung einer höheren Mädchenschule. Am 11. September brennen an der Holzerstraße vier Wohnhäuser mit Nebengebäuden ab (Lührig, Meyer und Mollenhauer). Die Sparkasse der Stadt Alfeld wird vom Kreis Alfeld übernommen

1889
Gründung der Gärtnerei Binnewies (Alpenveilchenzucht). Gründung eines Ortsverbandes des Deutschen Tischler-Verbandes

1890
Beginn mit Bau der Kanalisation. Paul Dobler gründet eine Druckerei und den Verlag der Alfelder Zeitung. Gründung der Gärtnerei Klapproth (Alpenveilchenzucht). Gründung eines Vereins zur Errichtung eines Krankenhauses. Gründung eines Industrievereins

1891
Gründung eines Ortsverbandes des "Centralvereins der Former und Eisen- und Metallgießer". Gründung des Turnvereins "Sonnabendriege".

1892
Einrichtung einer Badeanstalt in der Leine (im Leinebogen an der Vormasch). Der neue Friedhof an der Hildesheimer Straße wird am 18. Juni eingeweiht. Gründung einer Molkerei. Gründung eines Konsumvereins.

1893
Übernahme der katholischen Volksschule auf den städtischen Etat.

1894
Bau des Bahnhofhotels. Das Forstamt wird von Winzenburg nach Alfeld verlegt

1895
Bau bzw. Einweihung der Roten Schule (heute: Bürgerschule). Einrichtung einer Reichsbank-Nebenstelle.

1899
Einweihung des Gebäudes der Städtischen Oberschule für Knaben und der Höheren Mädchenschule in der Bismarckstraße. Gründung des "Gemeinnützigen Bauvereins für den Kreis Alfeld".


1900 bis 2000

um 1900
Beginn der Wohnbebauung außerhalb der Stadtmauern.

1900
Bau des Amtgerichts mit Gefängnis

1901
Beginn der Bebauung in der Arbeitersiedlung "Kolonie Buchenbrink"

1902/1903
Wiederverleihung des Stadtrechts an Alfeld. Bau der katholischen Marienkirche.

1905
Am 1. Februar Umwandlung der Höheren Stadtschule in ein Realprogymnasium; am 27. März die erste Einjährigen-Freiwilligen-Prüfung an dieser Lehranstalt. — Durch Großfeuer werden am 28. Februar die Häuser Meyer und Orebe zerstört. Am 20. Mai wird Landrat Kirchner nach Münster versetzt; an seine Stelle kommt Dr. Burchard nach Alfeld. In der Pfingstnacht (11. zum 12. Juni) brennt das Hotel zum Deutschen Haus an der Holzerstraße nieder. Im Oktober großes Hochwasser. Das langjährige Verkoppelungsverfahren wird zu Ende geführt.

1906
Am Morgen des 11. Januar warf ein gewaltiger Sturm eine Mauer am Happeschen Fabrikgrundstück um. Mehrere Arbeiter der Behrensschen Schuhleistenfabrik wurden schwer verletzt. Am 7. Mai schweres Explosionsunglück im Kalibergwerk „Desdemona". Vier Bergleute werden getötet. In der Nacht zum 19. Juli brannte während eines Gewitters das Haus Wallstraße 4. Am 16. September brannte das Kalandhaus nieder. Die Kreissparkasse bezog ihr neues Heim an der Ständehausstraße. Bürgermeister Dr. Hottenrott legte sein Amt nieder.

1907
Dr. Fritzsch aus Ruppertsgrün wird Bürgermeister der Stadt Alfeld. Mit dem Bau der Kolonie Rodenkamp wird begonnen. Der Prozess Schnutz wird endgültig zu Gunsten der Realgemeinde entschieden.

1908
Am 4. März wurde Bürgermeister Fritzsch zum Stadtoberhaupt von Finsterwalde gewählt. Er verlässt Alfeld Ende Mai. — An seine Alfelder Stelle wurde Bürgermeister Gerlof aus Bramsche gewählt. — Am 14. Mai starb der um das Kriegervereinswesen hochverdiente Amtsgerichtsrat Fresenius. Beginn der Bebauung in der Arbeitersiedlung "Rodenkamp". Einweihung des "Vereinshauses" (später Gewerkschaftshaus) in der Winzenburger Straße

ab 1909
Ein Teil der ehemaligen Wallanlagen wird zu städtischen Parkanlagen umgestaltet

1909
Anfang Februar gewaltiges Hochwasser; dabei wird die Flußbadeanstalt zerstört. Da der Schlehbergring noch nicht besteht und das Niveau der Bahnhofstraße erheblich niedriger liegt als heute, kann das Hochwasser bis an die Stelle des heutigen Busbahnhofs vordringen. Im Sommer eine schwere Typhusepidemie. Das Hotel zur Post blickte auf sein hundertjähriges Bestehen zurück; früher hieß es „Zum weißen Schwan".

1910
Großes Eisenbahnunglück auf dem hiesigen Bahnhofe. Vom 24. bis 26. Mai fand der Nordwestdeutsche Wirteverbandstag in Alfeld statt. Der Nordwall wird anlässlich des 100. Geburtstages unseres größten plattdeutschen Dichters Fritz-Reuter-Wall genannt.

1911
Errichtung des Städtischen Elektrizitätswerks. Heute steht an dieser Stelle das Verwaltungsgebäude von Hannover-Papier. Walter Gropius beginnt mit dem Bau des Fagus-Werks. Außergewöhnlich
heißer Sommer, durch große Dürre wird schwerer Schaden angerichtet. Der Südwall erhält seine jetzige Gestalt. Renovierung des „Alten Seminars".

1912
Am 20. August Eröffnung der Wanderarbeitsstätte. Umbau des Bahnhofes. Ausbau der Kreisstraße Alfeld - Eimsen. Brand der Leinemühle und der Schanzkellerbrauerei. Am 1. Juni wird Alfeld zum ersten Male von einem Zeppelin-Luftschiff überflogen.

1913
Im März und im Oktober finden glänzende Feiern zur Erinnerung an den Erlass des Aufrufes „An mein Volk!" und an die Völkerschlacht bei Leipzig statt. — Am 28. Oktober brennt die alte Bergbrauerei ab. — Das erste Flugzeug über Alfeld. Gründung eines "Allgemeinen Bau- und Wohnungsvereins"

1913/1914
Bau eines Schulgebäude an der Bismarckstraße ("Wei0e Schule"); nach dem 2. Weltkrieg als Krankenhaus genutzt. Heute: Carl-Benscheidt-Realschule

1914
Am 7. März wurde der Verkehrsverein, in den später der Verschönerungsverein aufging, gegründet. Am Sonntag, den 28. Juni, erregte die Nachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares in Sarajevo auch hier großes Aufsehen. Im Juli steigerte sich die außenpolitische Spannung. Am 30. Juli wurde der Kriegszustand verhängt und am 31. Juli, abends gegen 6 Uhr, die Mobilmachung bekannt gegeben. Erster Weltkrieg, Ende des Kaiserreichs. Am 5. August wurde die Königin von Griechenland auf ihrer Durchreise als vermutliche Spionin festgehalten und für eine Nacht zwangsweise im Hotel Peck untergebracht. Am 7. August Gründung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz. Mitte August wurde mit der Einrichtung von Reservelazaretten in Alfeld begonnen. Insgesamt waren in Alfeld fünf, und zwar im Hotel „Kaiserhof", im Hotel zur Post, in der Weißen Schule, im Gewerkschaftshaus und im Hause Behrens am Bahnhof. Am 3. September traf hier der erste Verwundetentransport ein, zunächst nur Franzosen, am 11. September Engländer. Im Herbst wurden die ersten Notverordnungen erlassen: Amtliche Preisfestsetzungen, Anordnung verstärkten Schweine-Schlachtens, Einschränkung der Straßenbeleuchtung, Verbot des Verschrotens von Getreide usw. Im November wurden aus der Heimat vertriebene Ostpreußen hier untergebracht.

1915
11. Januar Anordnung betr. Streckung der Getreidevorräte. Rationierung von Lebensmitteln, Kleidung und Heizmaterial. 08. August Ausgabe der ersten Brotmarken. Einrichtung der Volksküche. Im Oktober Anordnung fleischloser Tage.

1916
6. April Verbot der Hausschlachtungen. Verstärkte Rationierung der Lebensmittel. Unterbringung von Kriegsgefangenen in Alfeld.

1918
Das Jahr des Umsturzes/ Die verhängnisvollen Ereignisse in der ersten Novemberhälfte, Zusammenbruch der Fronten, Umsturz im Innern (Ende des Kaiserreichs, der Königreiche, Herzogtümer usw.), wirkten sich auch hier in Alfeld aus. Es bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat, die städtische Verwaltung wurde einer Umwandlung unterzogen; der Arbeiter- und Soldatenrat entsandte zwei Mitglieder in den Magistrat. — Infolge starken Mangels an Zahlungsmitteln wurde Notgeld eingeführt. — Das Bürgertum setzte sich zu einem Bürger- und Bauernrat zusammen, der später in die Deutsche Demokratische Partei aufging. Im Dezember setzte eine starke Wahlbewegung für die Deutsche Nationalversammlung ein.
Ende des 1. Weltkrieges. 284 gefallene Alfelder.

1919
Die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung fand am 19. Januar statt. Nahrungsmittelknappheit und Wohnungsnot machten sich in immer steigendem Maße bemerkbar. Bürgermeister Gerlof starb am 2. Februar. Mit der Aufhebung der Lazarette wurde begonnen. Entstehung der Republik Deutschland (Verfassung vom 11. August 1919).

1920
Der anstelle des verstorbenen Bürgermeisters Gerlof zum Bürgermeister der Stadt Alfeld gewählte Dr. Boße aus Lütjeburg wird am 7. Januar in sein Amt eingeführt. Im März erregt der Kapp-Putsch auch in Alfeld starke politische Erregung. Durch den damit verbundenen Generalstreik wird das gesamte Wirtschaftsleben lahm gelegt. Nach Aufhebung der Lazarette wird die im Jahre 1914 vollendete Weiße Schule eingeweiht. Der Abbau der alten Lehrerbildung beginnt, indem für die Präparandenanstalt keine Schüler neu aufgenommen werden. Landrat Dr. Burchard scheidet aus seinem hiesigen Amte. Seine Stelle erhält der Senator Beushausen aus Alfeld. Beginn der Siedlung am Sindelberg. Gründung der Pächter-Vereinigung Alfeld (Vorläufer des Kleingartenvereins).

1921
Zunehmende Inflation und noch immer herrschender Mangel an Lebensmitteln führen wiederholt zu Unruhen. Am 28. August wird anlässlich einer solchen Unruhe Schupo nach Alfeld entsandt. Gleichzeitig Brand im Thiesemannschen Haus.

1922
Auch dieses Jahr steht noch im Zeichen der Inflation und der Nahrungsmittelknappheit. Am 31. August Großfeuer in der Zellstoff-Fabrik. Die Aufbauschule wird zu Ostern gegründet. Errichtung des Totenmals auf dem Ehrenfriedhof.

1923
Die Inflation erreicht ihren Höhepunkt. Im November erfolgt die Stabilisierung.
Eine Billion in Papier- = 1 Rentenmark. Im Laufe des Jahres noch wachsende Lebensmittelnot. Aus dem rheinisch - westfälischen Industriegebiet werden anlässlich der Besetzung des Ruhrgebiets hier sog. Ruhrkinder aufgenommen. Wieder mehrfach Unruhen, die im August und Oktober Entsendung von Schupo nach Alfeld veranlassen. Im Herbst wird die 4. Hundertschaft der Düsseldorfer Schupo nach hier verlegt. Im Sommer Beginn einer schweren Typhusepidemie, die im Herbst abflaut und später gewaltigen Umfang annimmt. Das 50. Jähriges Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Alfeld wird auf dem Alfelder Marktplatz u.a. mit einer Löschübung gefeiert

1924
Der Anfang des Jahres steht im Zeichen der schweren Typhusepidemie, die viele Todesopfer fordert. Die Rote Schule wird Typhus-Lazarett. Am 21. Mai große Verheerungen durch ein Unwetter. Die Wambeck glich einem reißenden Strom. Der Sommer bringt infolge anhaltender nasser Witterung Mißwachs.

1925
Im September machen die letzten Schüler des Alfelder Lehrerseminars ihre Abschlussprüfung, danach wird das Lehrerseminar geschlossen. Am 30. September fand unter starker Beteiligung eine Schlußfeier statt. Die Kirchtürme von St. Nicolai werden mit Moselschiefer neu gedeckt.

1926
Der Bau des neuen Postamtes an der Bahnhofstraße (vorher im heutigen Haus Rossbach, Leinstraße).
wird im Herbst begonnen; die neue Wasserleitung wird gebaut. Einrichtung der Kraftpostlinien Alfeld - Hildesheim und Alfeld - Einbeck. Verlängerung der Anlagen am Brauereiwall bis ans Warnewehr, an die alte Schanzkellerbrauerei, an den Stadtmauerrest. Ausbau und Kanalisierung verschiedener Außenstraßen, insbesondere der Kaland- und Gudewillstraße. Die Stadt stellt einen Krankenkraftwagen in Betrieb und schafft eine elektrische Pumpe für die Freibadeanstalt an. Erwerb des Vermögens der Realgemeinde durch die politische Gemeinde.

1927
Die Einrichtung des Heimatmuseums im Alten Seminar wird in Angriff genommen. Weiterer Ausbau von Straßen.

1928
Eröffnung des Heimatmuseums. Der Markt und die Straßen „Unter der Kirche" u. „Winde" neu gepflastert. Das Grundstück des „Neuen Krugs" und ein Teil des Fabrikgrundstücks von Kappe & Co. werden zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse vor dem Bahnhof stadtseitig erworben. Gründung der Bäckereimaschinen-Fabrik Karl Schmidt.

1929
Der Beginn der großen Wirtschaftskrise macht sich bemerkbar. Einrichtung der Kraftpostlinie Duingen - Alfeld. Verbreiterung der Bahnhofstraße. Anlegung einer Rodelbahn am Kuckuck. Die Stadt beschafft wieder die dritte Läuteglocke für St. Nicolai. Der Stiegkamp wird bebaut.

1930
27. / 28. V.: Tagung des Gemeindewaldbesitzerverbandes in Alfeld. Ersetzung der alten durch 2 neue Leinebrücken. 6. / 7. IX.: Tagung des Verkehrsverbandes „Weserbergland" in Alfeld. Vergrößerung des Ratskellers.

1931
Kreishandwerkerwoche. Städtische Gleichrichtestation an der Hannoverschen Straße in Betrieb genommen. Moderne Straßenverkehrsordnung für die Stadt erlassen. Einweihung des Aussichtsturms auf dem Himmelberg. 29. / 30. V.: Unwetter mit Wassersnot bei 30° C im Schatten.

1932
Die Stadt baut Hauptforstwege mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes aus. Im Juli politische Unruhen in der Stadt. 01.10.: Der Kreis Alfeld wird um das Gebiet des Kreises Gronau vergrößert. Der Sicherheits- und Hilfsdienst des zivilen Luftschutzes wird eingerichtet. Ausstellung von Handel, Industrie und Gewerbe im Rahmen einer deutschen Woche. Abermalige Renovierung der Nicolaikirche.
Bau einer vorstädtischen Siedlung an der Limmerburg.

1933
Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen sind, beginnt auch in Alfeld die Verfolgung politischer Gegner und anders denkender Menschen. z. B. am 3. Mai: Besetzung des Gewerkschaftshauses (heute Winzenburger Strasse 60) durch SA und SS (Allgemeines Verbot der Gewerkschaften am 2. Mai 1933). Letzte demokratische Wahlen, Aufbau von NS-Partei-Institutionen.
Boykott jüdischer Geschäfte, Ausschluss der SPD- und KPD-Bürgervorsteher. 22. April: Eröffnung des Tiermuseums.
Nach dem allgemeinen Verbot der SPD am 27. Juni 1933 werden die Bürgervorsteher (=Ratsmitglieder) der SPD Fraktion aus dem Bürgervorsteherkollegium ausgeschlossen.

1934
Heeresmunitionsanstalt in Godenau (Heeresmuna oder Muna)

1935
Eröffnung des Hindenburgstadions.

ab 1936/1937
Errichtung der Siedlung "An den Steinköpfen"

1936-1938
Neubau der Kreissparkasse an der Burgfreiheit

1937
Neubau des Arbeitsamtes an der Kaiser-Wilhelm-Straße.

1938
Einrichtung einer Gemeinschaftsvolksschule nach Auflösung der Konfessionsschulen. Einweihung der neuen Friedhofskapelle an der Weißen Erde, Eröffnung des Freibades an der Ziegelmasch.

1939-45
2. Weltkrieg. Alfelder Betriebe sind auch an der Rüstung und Kriegswirtschaft beteiligt. Die meisten Männer sind im Krieg. Die fehlenden Arbeitskräfte werden durch Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten ausgeglichen. Während des 2. Weltkrieges werden auch in Alfeld Zwangsarbeitslager eingerichtet, u. a. auf dem Gelände der Firma Ruhe (heute: OS bzw. Habermalzschule) und in der Hollborn-Fabrik (heute: Dänisches Bettenlager). Zahlreiche Ausgebombte z. B. aus Hannover und dem Rheinland finden in Alfeld Zuflucht. Die Stadt bleibt unzerstört. Alfeld hat insgesamt 276 gefallene Einwohner zu beklagen.

1941
Einrichtung einer Lehrerbildungsanstalt für Jungen

1942/1943
Bau eines Barackenlagers für Zwangsarbeiter an der Ziegelmasch.

1944/45
Die ersten Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsheimkehrer treffen in Alfeld ein.

1945
Die US-Amerikaner nehmen Alfeld am 08. April ohne Gegenwehr ein. Am 20.04. stürmen ehemalige Zwangsarbeiter ein Sammellager im Hochhaus. 22.04.: Die ersten Firmen nehmen die Arbeit wieder auf.
08.05.: Bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. 12.05.: Beschränkungen: Ausgehverbot, Abgabe von Ferngläsern, Fotoapparaten usw. Am 29.05. werden etliche Beamte und Angestellte der Stadtverwaltung fristlos entlassen.
Am 1. Juni übergeben die Amerikaner die Stadt an die britische Militärverwaltung. 15.06.: Die Entlassung von städtischen Beamten wird teilweise wieder zurückgenommen. 21.06.: Polizeibeamte dürfen als Hilfspolizisten in voller Uniform, aber waffenlos, ihren Dienst wieder antreten.
Am 1. Juli wird in dem Volksschulgebäude an der Bismarckstrasse (Weiße Schule, heute: Realschule) ein Krankenhaus eingerichtet. 06.09..: Neugründung der Kulturvereinigung Alfeld. Im November 1945 beginnt der Schulunterricht wieder.

1946
Am 18. Januar wird die Pädagogische Hochschule eingeweiht. 09.02.: Hochwasserkatastrophe. Am 20.02. tritt der erste von der britischen Militärregierung ernannte Kreistag zusammen. Am 15. September findet die erste Gemeindewahl nach dem Krieg statt. Heinrich Rinne (SPD) wird zum Bürgermeister in Alfeld gewählt. Am 13.10. finden die Wahlen zum Kreistag statt.
29.10. fast täglich treffen Züge mit Flüchtlingen und Vertriebenen auf dem Alfelder Bahnhof ein. Die Menschen, von denen die meisten aus Schlesien stammen, werden in der Stadt und in den Gemeinden des Kreises untergebracht. Die Einwohnerzahl der Stadt bzw. des Landkreises verdoppelt sich. Von 92.930 Kreiseinwohnern sind 43.907 Flüchtlinge und Evakuierte.
Die entstandene Wohnungsnot kann nur langsam abgebaut werden (ab Anfang der 50er Jahre entstehen Neubaugebiete u. a. am Sindelberg, am Heitkamp, an den Steinköpfen, auf dem Steinberg, an der Robert-Linnarz-Strasse, am Schlehberg). Bau neuer Straßen. Bildung des Landes Niedersachsen

1947
Im Januar beginnt die Volkshochschule mit ihrem Veranstaltungsprogramm. Am 15.10. wird die Alfelder Volksküche im Kaiserhof eröffnet. Am 28.10.1947 explodiert die ehemalige Heeresmunitionsanstalt in Godenau.

1948
Am 02.02. wird die Hoover Schulspeisung an Kinder ausgegeben. 20.06.: Währungsreform in der Westzone Deutschlands.
Am 6. September wird die Dohnser Schule eingeweiht; sie befand sich damals noch im Gebäude der Hollborn-Fabrik (heute: Dänisches Bettenlager).

1949
23.05.: Inkrafttreten des vorläufigen Grundgesetzes. 14.08.: Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag.

1950
Beginn der Bebauung und Besiedlung Ravenstraße

1952
Beginn der Bebauung und Besiedlung Robert-Linnarz-Straße. Bau eines neuen Gebäudes für die Dohnser Schule am Schlehberg

1953
Ausbau der Straßen bis zur Kreuzung Eimser Weg, Kaiser-Wilhelm-Straße, Ravenstraße

1953-1956
Bebauung der Bereiche um die Altstadt

um 1957
Verlegung der B3 unter den Wahrberg

1957
Inbetriebnahme einer Kläranlage. Einrichtung einer Mittelschule

1958
41 Wohnungseinheiten der Hannoverschen Papierfabriken am Sindelberg. Erschließung des Siedlungsgebietes „An den Steinköpfen“. Flüchtlingssiedlung auf dem Steinberg. Abbruch der Barackensiedlung an der Ziegelmasch. Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs am Bahnhof infolge eines schweren Unfalls unter Verkettung unglücklicher Umstände. Bau der Nikulka-Turnhalle und

1959
Gründung einer Sonderschule

1961
Einweihung des Schlehbergrings.

1962-1963
Bebauung des südlichen Eibergs
Fertigstellung des Hartballplatzes an der Ziegelmasch

1963
Bau & Fertigstellung der Fußgängerunterführung am Bahnhof. Straßenausbau Marienstraße, Heitkamp, Berliner Straße, Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße, Kreuzung Hannoversche-, Göttinger- und Föhrster Straße. Dammschüttung für das Industriegebiet „Neue Wiese“

1964
Eröffnung des neuen Krankenhauses am Eiberg.

1966
Generalverkehrsplan. Bebauung im Bereich des neuen Krankenhauses

1966/1967
Bau des Gemeindezentrums "Friedenskirche"

1968-1969
Am 14.06.1968 wird der Initiator der Internetseite www.alt-alfeld.de in Gronau (Leine) geboren.
Der Straßenausbau, besonders in den städtischen Randgebieten wird vorangetrieben

1969
Neubau des Gymnasiums, Einweihung 1971. Einweihung des Altenheimes St. Elisabeth. Neubau der katholischen Kirche mit Gemeindezentrum

1970

Verlegung der Pädagogischen Hochschule nach Hildesheim

1971
Einweihung des Neubaus des Gymnasiums Alfeld. Einweihung und Inbetriebnahme des Alfelder Hallenbades

1973
Beginn der Bauarbeiten für den neuen Schornstein von Hannover Papier

1974
Im Rahmen der Gemeindereform verlieren 15 Gemeinden ihre Selbständigkeit und werden zu Ortsteilen von Alfeld. Es sind die Gemeinden Brunkensen, Dehnsen, Eimsen, Föhrste, Gerzen, Hörsum, Imsen, Langenholzen, Limmer, Lütgenholzen, Röllinghausen, Sack, Warzen, Wettensen und Wispenstein
Siedlungsförderung in den neuen Randgebieten bzw. Ortsteilen.

1977
Der Landkreis Alfeld wird mit dem Landkreis Hildesheim zusammengelegt, Alfeld verliert den Kreissitz. Gründung der Gerhard-Most-Musikschule. Einrichtung einer Jugendbegegnungsstätte in der Sedanstraße

1978
Neubau des Bahnhofgebäudes.

1979
Inbetriebnahme einer neuen Kläranlage in Wettensen

1980-1982
Bau des Walter-Gropius-Rings

1981/1982
Bau eines Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB)

1982
Umsetzung der Gebäude von St. Elisabeth von der hannoverschen Straße an den Mönchehof

1983
725-Jähriges Stadtjubiläum

1984-1986
Bau einer neuen Feuerwehrzentrale an der Rektor-Falke-Straße

1985
Einweihung des neuen Aussichtsturms auf dem Himmelberg

1985-1986
Planung & Bau der Nordtangente (1986).

1988-1995
Innenstadtsanierung, Ausbau der Fußgängerzone, Wiederfreilegung der Warne und Stadtsanierung

1989
Am 1. Juli wird Alfeld selbständige Stadt.

1990
Neugestaltung des Marktplatzes in seinem heutigen Aussehen. 03.10.: Wiedervereinigung Deutschlands.

ab 1990er Jahre

Ausweisung eines Gewerbegebietes in Limmer/West

1991
Am 5. Dezember wird eine Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Wakefield geschlossen. Wiedereröffnung des Museums.

1993
Gründung der Seniorenakademie

1994
Einrichtung eines Seniorenbüros

1995
Alfeld wird Hauptsitz der Vermessungs- und Katasterbehörde Alfeld/Hildesheim. Alfeld bekommt eine Frauenbeauftragte

1996
Wiedereröffnung des Tiermuseums. 150-jähriges Jubiläum der Kreissparkasse Alfeld. Einrichtung eines Tourist- und Bürgerinformationszentrums

1997
Die Stadt ist unter www.alfeld.de im Internet zu erreichen


ab 2000

2002
Einrichtung eines Bürgeramtes

2004
Zusammenlegung der Krankenhäuser Alfeld und Gronau zu den Leinebergland-Kliniken. Bau eines Verkehrskreisels vor der Zufahrt zur Papierfabrik. Der Perkwall ist in beiden Richtungen zu befahren

2006
Die Heimatseite im Internet, www.alt-alfeld.de geht ans Netz.

2008
750-Jähriges Stadtjubiläum & 750 Jahre Stadtrecht Alfeld. Dieser Anlass wird mit einem Historischen Markt und einer neue Stadtchronik gebühren gefeiert. Das Krankenhaus wird wieder eigenständig. Planung eines Ganzjahresbades.

2009
Am 14.05.2009 stimmt der Rat der Stadt Alfeld für den Bau des Ganzjahresbades mit 21 zu 12 Stimmen. Spatenstich und Baubeginn ist der 16.06.2009.


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