Lütgenholzen

Die Chronik Lütgenholzens in Kurzform

Die erste Erwähnung des Ortes Lütgenholzen findet sich in den „Traditiones Corbeiensis“ zwischen 850 und 900 n. Ohr. und beweist, dass Lütgenholzen bereits zu dieser Zeit bestand. Es dürfte eines der ersten Dörfer in dem großen Rodungsgebiet des Aringo gewesen sein.
Sein Name hat sich durch die Jahrhunderte gewandelt. So ist zu lesen: Ludelingsfeld, Holtensen, Lutken Holthusen, Lutkenholzen, Lütgenholtensen, auch Litgenholzen und Litgenholtensen. Vermutlich hat es seinen Namen von einem sehr frühen Vorfahren derer von Holthusen.
Die Eintragung im Corveyer Register und die Tatsache, dass Angehörige der Geschlechter von Hanensee. von Steinberg und von Wrisberg als Besitzer des Dorfes Lehnsnehmer des Klosters Corvey waren, unterstreicht ‚ dass Lütgenholzen zur Schirmvogtei derer von Homburg gehörte. Daher rührt auch die Zugehörigkeit zum Haus Hohenbüchen. Nachrichten aus der Frühzeit der Ortsgeschichte deuten bereits an, dass der Ort ein Grenzort ist. 1158 gehört der Kirchenzehnte dem Kloster Amelungsborn, 1522 dann dem Stift Gandersheim, Wahrscheinlich wurde bei der Belehnung derer von Wrisberg
durch die Herzöge von Braunschweig nach der Hildesheimer Stiftsfehde Lütgenholzen bereits mit einbezogen, obwohl auch noch die von Steinberg zu dieser Zeit dort Lehnsbesitz hatten. Die Herzöge unterstrichen damit ihre Territorialherrschaft, um die später erhebliche Streitigkeiten entbrannten.
Aus einer Bestätigungsurkunde über die Belehnung der Ritter Hilmar und Heinrich von Steinberg aus dem Jahr 1413 geht ebenfalls hervor, dass Lütgenholzen Territorialbesitz der Her zöge Bernhard und Heinrich von Braunschweig-Lüneburg war. Zu der Zeit bekamen die genannten Ritter auch „das wogst (wüste) dorp und dorpstede tho Holtensen, gelegen twysghen Brunckensen unde Heiershusen“.
Die Feldmark wurde 1589 vom Amt Lauenstein in Besitz genommen, aber der kleinere Teil des Zehnten gehörte dem Domkapitel in Hildesheim.
Besonders arg wurde dem kleinen Ort im 3ojährigen Krieg mitgespielt. 1626 — 1627 hausten dort die Truppen Tillys von Limmer aus und solche Wallensteins von Brunkensen aus. Der von Wrisbergsche Schreiber berichtet über Lütgenholzen:
„Summa der ausgelegten Kriegskosten dieses geringen Dörfleins ohne die Pferde und Wagengeschirre so ihnen noch abgenommen 148 Thaler“. Zum Vergleich: eine 1594 in Brunkensen erbaute Pfarrscheune kostete 100 Thaler, Die schon erwähnten Grenzstreitigkeiten rühren in ihrem Ursprung her aus einem Verpfändungsvertrag der Schlösser Hohenbüchen und Greene im Jahr 1414 und der Einlosung dieser Schlösser im Jahr 1497. Der Höhepunkt der Streitigkeiten wurde im Jahre 1531 zwischen den Herzögen Erich Amt Lauenstein) und Heinrich ( Amt Winzenburg ) erreicht Der Streit endet mit einem Protokoll des Hofgerichts in Wolfenbüttel vom 2. August 1747. Die Grenzen werden endlich bereinigt und einvernehmlich wird festgestellt, dass Lütgenholzen Braunschweig-Wolfenbüttler Territorialbesitz ist. So bleibt es über Jahrhunderte.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wird Lütgenholzen 1974 ein Ortsteil der Stadt Alfeld (Leine).

Einwohnerzahlen.

1663: 28
1774: 72
1798: 73
1823: 80
1858: 85
1905: 62
1939: 74
1995: 57
2002: 54

nach: W. Düerkop, Lütgenholzen ist tausend Jahre alt, Doblerdruck (1975)

Dieser Text stammt aus der Broschüre „Ortschronik Lütgenholzen“, herausgegeben von der BAL-Ratsfraktion Alfeld. Vielen Dank.
Mit freundlicher Genehmigung der BAL-Ratsfraktion Alfeld.

Das Ortswappen von Lütgenholzen