Gerzen

Die Geschichte Gerzens in Kurzform

Die erste Erwähnung des Ortes Gerzen, auf den Karten des 18ten Jahrhunderts auch Gertzen“ geschrieben, findet sich in den Überlieferungen des Klosters Corvey. Hier heißt er „Gherdegheshus“ und ‚.Gherdegheshusi“, ist also aus der Ansiedlung eines Freien namens Gerdag entstanden.
Nach jenen Corveyer Überlieferungen soll das Kloster hier 854877 die Rodung“ Gherdegheshusi im Gau Aringho“ erworben haben Das Kloster Corvey belieh die Edlen v. Hohenbüchen mit Gerzen, dann die Edlen v. Homburg und endlich das Haus Braunschweig.
Bereits 1239 werden Edle von Gerzen erwähnt und nach wechselnden Herrschaften haben seit 1360 die Edlen von Homburg den Ort zu Lehen. Zu gleicher Zeit sind aber auch schon die Herzoge Magnus Lind Ernst von Braunschweig Lehnsherren von Gerzen.
Die lehns- und grundherrschaftlichen Verhältnisse müssen also längere Zeit recht verwickelt gewesen sein, bis schließlich 1589 die v. Steinberg die verschiedenen Rechte fast sämtlich in ihrer Hand vereinigten.
Die Feldmark mit Wald zusammen umfasst 305 ha. Wichtige Flurnamen sind: Horstfeld, Nierenfeld, Eggebeck, Vor dem Rauberge, Pottkuhle. Eulenkamp, Wulfeskammer, Am Heintzenberg, Das hintere Feld. Die Verkoppelung geschah um 1895. Seit 1899 ist eine Wasserleitung vorhanden.
Der Dorfbach fließt hinter der „Sprengelei“ in den Dohnser Bach‘. der vorn Steinberg herkommt. Die Sprengelei ist das alte „Wegehaus“, denn der „Gerzer Schlag“ (Schlagbaum) ist die alte Grenzbezeichnung zwischen Alfeld und Gerzen.
Die jetzige rechteckige Kirche ist 1768 aus Selter- oder Reubergdolomit erbaut und verfügt über 200 Sitzplätze.
Das Dort wuchs allmählich, namentlich durch die Alfelder Industrie und durch die vom gemeinnützigen Bauverein 1910
gegründete, damals in der Gerzer Feldmark belegene Kolonie Buchenbrink. Auch das jetzt noch bestehende Schulhaus wird 1910 errichtet. 1930 kommt es zum Ausbau der Siedlung Am Humberg und nach 1945 beginnt der Ausbau des Neubaugebietes Am Anger, dem später weitere Neubaugebiete folgen.
Die Einwohnerzahlen steigen in zwei Schüben. Mit der Industrialisierung in Alfeld nach 1850 und der Zuwanderung von Flüchtlingen nach 1945.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wird Gerzen 1974 ein Ortsteil der Stadt Alfeld (Leine).

Einwohnerzahlen:

1823: 306
1925: 837
1938: 833
1951: 1326
1960. 1119
1966: 1132
1995: 1145
2004: 1169

nach: Paul Graff, Geschichte des Kreises Alfeld, August Lax (1978)

Dieser Text stammt aus der Broschüre “Ortschronik Gerzen”, herausgegeben von der BAL-Ratsfraktion Alfeld. Vielen Dank.
Mit freundlicher Genehmigung der BAL-Ratsfraktion Alfeld.

Das Ortswappen von Gerzen

In Gold ein blauer Pfahl, belegt mit einer goldenen gestielten, nach links gekehrten, aufrechtstehenden silbernen Streitaxt.

Gerzen liegt im Zuge der mittelalterlichen Landwehr der Stadt Alfeld. Noch heute ist die Flurbegrenzung “Am Gerzer Schlag” (Straßensperre durch Schlagbaum und Verhau) im Munde des Volkes geläufig, und man weiß, dass die Vorväter einstens oftmals zur Waffe griffen, um den Feind abzuwehren. – Aus dieser geschichtlichen Tatsache heraus ist der Gedanke geboren, die Wehrhaftigkeit zum Ausdruck zu bringen.

Auch Gerzen hält auf ihrer Internetseite einiges Historisches für Sie bereit. Schauen Sie doch auch mal vorbei.

Die B3 in Höhe Gerzen 1971 …

… in Richtung Alfeld …

… Gerzer Schlag. Herrlich.