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Erzählt von Fritz Vorkefeld
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Alte Zeiten - Alfelder Originale
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Die Alfelder und ihre kleine heile Welt Sind schon ein besond'res Völkchen Nicht, das man nur zusammen hält Als gäbe es am Himmel gar kein Wölkchen.
Ich denke hier an dieser Stelle Mehr an die Originale und das Originelle Die meisten sind nicht mehr vorhanden Die viele kennen oder kannten.
Es gab die Bauersfeld`s und Willi Wendt Karl Granzow – den wohl jeder kennt! Den Treiber Wienig und den Kungel Schrader, Der immer alles wusste, wie dereinst beim Bader.
Da waren auch Dieter Brucks und Molli Lampe Und vor allen Dingen der Millionen - Kampe Die unsere Stadt beeinflusst haben Mit Mutterwitz – und anderen Gaben.
Zentrale war das alte Haus, da nicht mehr steht. Dort hat der Wind, sie täglich alle reingeweht Die Börse konnt' nicht interessanter sein Denn dort fiel jedem stets was Neues ein.
Es war die alte Kneipe – an den Schranken Ich seh' sie deutlich – noch in Gedanken Dort gab es Schluck und Bier und Schweinebacke Gerammelt voll mit viel Geschubse und Gehacke
Hier wurd' gehandelt, geknobelt, Geschäfte abgeschlossen Der Schluck ist literweis' geflossen Zu jeder Flasche gehörte ein Dritter Willi Wendt verputzte allein einen Liter .
Oft war`n wir allesamt betroffen Der Willi war davon nicht mal besoffen!! Der Granzow machte runde Augen Er schimpfte auf Menschen, die nichts taugen.
Der Treiber handelte mit Vieh und allen Tieren Das klappte nur mit Schluck und Bieren Sein Kumpel verschacherte auch edle Rösser An seinem Geldbeutel waren sieben Schlösser!
Sollt einer mal ne'n Drink spendieren Musst man sie furchtbar animieren Und war da endlich dann geglückt Dann wurde gebechert – wie verrückt!!
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Der Kungel – Bahnhofsspediteur - , stell man sich vor Hatt' in der Kitteltasch' sein ganz Kontor. Besonders gut kannt'er den Gerichtsvollzieher Ein bied'rer Mann - war nicht von hier.
Über Pfandsachen war Kungel bestens informiert Und hat so manchen angeschmiert Er kaufte alles – billig – kurz und klein Und legte uns dann meistens rein!
Der kleine Granzow, ein schlauer Mann der Zeitung Er sorgte für die hiesige Verbreitung Unter dem Namen Hödecken wohl bekannt Seine Leser er stets zu fesseln verstand.
Die Polizisten hier – war`n unsere Freunde alle. Wir tappten auch mal in die Falle Doch gab es unter ihnen auch Gelichter Wir hatten aber einen herzensguten Richter Den Namen will ich hier nicht nennen Weil ihn zu viele Sünder kennen. Er hat dem Harbarnser gern zugesprochen und im Gerichtssaal den Braten meist gerochen.
Verständnis hatte er für alle kleinen Leute Den Großen nahm er ab – die Beute. Er soll dafür in Ruhe schlafen Der Herr neh'm ihn einmal auf den Braven.
Die alte Kneipe ist längst abgerissen Sie war noch lange nicht verschlissen Die Alten hielten es für Wahn Doch anderer Ansicht war die Bundesbahn.
Und wo wir früher fröhlich saßen Da sind heut lauter neue Straßen Der Fortschritt hat das so gefordert Und manches Neue noch geordert.
Könnten die Alten noch einmal auferstehen Und all die schönen Straßen sehen Die unsere Stadt bekommen hatt An einem Tag sehen sie sich nicht satt.
Doch ist die Uhr erst abgelaufen und gibt Ruh Dann bleiben alle Kneipen wohl für immer zu. Genießen woll'n wir alles hier auf Erden Bis wir – einst selbst Erinnerung werden.
Fritz Vorkefeld
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